Finale

Benis Welt

Wenn ich einmal das Zeitliche segnen muss und vor dem Ewigen stehen werde, dann möchte ich auf die Frage, ob ich irgendetwas an meiner Person zum Guten verändert habe, sagen können: Ja, ich habe meinen schlechten Mundgeruch besiegt.

Denn ich leide sehr darunter. Wenn ich mit Menschen rede, hauche ich vorher immer zuerst meine Hand an und führe sie gegen meine Nase. Sicher ist sicher. Bin ich in einem vollbesetzten Bus, suche ich einen Stehplatz Richtung Fenster, für den Fall, dass mein Atem wie ein offener Gully riecht. Am Schabbes bibbere ich immer vor dem Aufruf zur Torarolle bei der Vorstellung, dass der Vorbeter wegen mir umkippen könnte. In fremden Synagogen lüge ich vor, ich sei Cohen‐Levi, ein spezieller Status, ziemlich kompliziert, tut mir wirklich leid. Schickt mich nur nicht da rauf.

harissa Begonnen hat alles mit Bissli und Bamba, diesen verfluchten koscheren Snacks. Die sind sehr scharf und fordern den Magen heraus. Später, als sie mir keinen Kick mehr gaben, legte ich mir Harissa zu. Das ist eine scharfe orientalische Gewürzpaste. Ich startete mit der leichten Version, bis ich in einem Koscherladen eine höllisch scharfe Variante entdeckte. Eine kleine Gabelspitze und mein Metabolismus spielte verrückt. Wahrscheinlich habe ich damit die Pforte zu meinen Gallensäften für immer geöffnet. Und das, obwohl ich mit Harissa vor ein paar Jahren Schluss gemacht habe. Mittlerweile habe ich meine Ernährung komplett umgestellt. Ich esse keine Paprikachips mehr, sondern höchstens Stangensellerie. So ganz hat sich mein Mundgeruch allerdings nicht verflüchtigt.

versuchsperson Überglücklich war ich deshalb, als ich in der Zeitung ein Inserat fand, in dem »Testpersonen mit Mundgeruch« gesucht wurden. Ich habe mich sofort gemeldet. Noch kann aber keine Entwarnung an meine Mitmenschen gegeben werden. Die Entscheidung, ob ich für die klinische Studie genommen werde, liegt in der Hand, beziehungsweise in der Nase von Studienleiter Professor U. P. Saxer. Die Mundgeruch‐Kandidaten, die den Recall schaffen, wurde mir mitgeteilt, »erhalten Informationen, die zur Lösung ihres Problems führen können«.

Hoffentlich ist Professor U. P. Saxer nicht so streng wie Dieter Bohlen. Ich weiß jedenfalls schon, wie ich mich auf meinen Testauftritt vorbereiten werde: eine Packung Bissli, eingetunkt in eine Schale Harissa: ein Hauch von Hoffnung.

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