TV

Bärbel Schäfer moderiert neuen »Notruf«

Bärbel Schäfer Foto: Marco Limberg

Damals, als Hans Meiser noch sonntags auf RTL dramatische Rettungsaktionen in seiner Sendung »Notruf« nachstellte, gehörte Bärbel Schäfer nicht zum Stammpublikum, wie sie zugibt. Sie hatte dafür allerdings gute Gründe. »Hans Meiser war am Anfang der Produzent meines Daily Talks, ich kannte ihn also. ›Notruf‹ aber lief am Wochenende«, erinnert sich Schäfer. »Und da ich unter der Woche damals kaum Tageslicht sah, weil wir drei Talk-Sendungen am Tag produzierten, habe ich in dieser Zeit versucht, nicht auch noch die Zeit am Wochenende mit Fernsehen zu verbringen.« Ihre Erinnerungen an die Show (1992–2006) seien daher »eher fragmentarischer Natur«, sagt sie.

Der Sender Sat.1 holt den bekannten Titel nun zurück ins Fernsehen – mit Schäfer als Moderatorin. In der »Retter-Doku-Reihe«, wie sie in der Ankündigung genannt wird, sollen echte Rettungskräfte von ihren schwierigsten Einsätzen berichten, die zu diesem Zweck aufwendig nachgestellt werden. Das klingt vertraut und doch dürfte einiges anders sein. Zu sehen ist »Notruf« nun täglich von Montag bis Freitag um 18 Uhr. Los geht es am 22. April.

Bärbel Schäfer ist Autorin mehrerer Bücher.

Fragt man Bärbel Schäfer, die bei RTL mit ihrer täglichen Talkshow (»Bärbel Schäfer«, 1995 bis 2002) sehr bekannt wurde, Bücher schreibt und im Hessischen Rundfunk einen beliebten Radio-Talk präsentiert (»Der Sonntagstalk«), nach ihrer Motivation, bekommt man ohnehin ganz andere Antworten. »Sagen wir es so: Bei ›Love Island‹ oder dem Dschungelcamp wäre meine Motivation nicht angesprungen«, sagt sie. »Aber bei dem Wort ›Notruf‹, bei den Gedanken an Notärzte und Sanitäter, haben wir eben alle eine Assoziation.«

Sie selbst hat eine ganz persönliche Verbindung zu dem Thema. Schäfers Bruder verunglückte einst tödlich mit einem Auto – und viele Helfer versuchten noch, ihn zu retten. »Ein Notfallseelsorger hat mich damals aus dem Bett geklingelt«, sagt sie. »Ich glaube, es gibt in Deutschland sehr viele verwaiste Geschwister, Eltern, Partner, die erlebt haben, was Rettungskräfte und Notfallärzte für eine außergewöhnlich engagierte Arbeit leisten. Bei meinem Bruder ist es leider tödlich ausgegangen. Aber bei anderen können diese Menschen womöglich noch helfen.« Sie hoffe, dass die Sendung auch diesen »echten Helden«, »ein wenig Respekt« verschaffen könne.

»Das Leben ist, auch in seinen Gefahren, vielfältig«, sagt Bärbel Schäfer.

Gezeigt werden sollen aber nicht nur Verkehrsunfälle. »Das Leben ist, auch in seinen Gefahren, vielfältig«, sagt Schäfer. »Wir schauen, welche Notfälle es in der Kita, beim Arbeitsplatz oder in der Freizeit gibt. Das ist ja auch das Verrückte am Beruf der Notfallsanitäter: Du bekommst einen Anruf, fährst los und weißt nicht, was passiert.«

Die Sendung besteht dabei aus drei Teilen: aus den nachgedrehten Fällen, den Berichten der Retter - und aus Schäfers Moderation im Studio. »Ich werde mich also nicht selbst aus einem Hubschrauber abseilen oder an einem Unfallort sein«, sagt Bärbel Schäfer. »Das ist, glaube ich, der größte Unterschied zu früher. Der Sender dreht das Format heute anders.«

Weltmeisterschaft

Die Kraft des Gemeinsamen

Vom Hoffen, Mitfiebern und Leiden: Eine Liebeserklärung an die Macht und die Möglichkeiten des Fußballs

von Awi Blumenfeld  11.06.2026

Kulturfest

Jüdische Woche in Leipzig

70 Leipziger Institutionen und Vereine gestalten ein Programm zu jüdischem Leben in Vergangenheit und Gegenwart. Erwartet werden internationale Gäste

 11.06.2026

Dresden

Elnet: Initiative soll Neugier auf jüdisches Leben wecken

Die Kampagne ist Teil des Themenjahres »Tacheles. Jahr der jüdischen Kultur in Sachsen 2026« und wird zunächst sechs Wochen sichtbar sein

 11.06.2026

Hass auf der Bühne

»Hofnarr der Hamas«: Kritik an Auftritt von Bassem Youssef in Berlin

Der amerikanisch-ägyptische Comedian relativiert die Hamas-Verbrechen vom 7. Oktober und verbreitet Verschwörungsmythen über Israel. Nun werden Forderungen nach einer Absage seiner Vorstellung im Tempodrom laut

von Imanuel Marcus  11.06.2026 Aktualisiert

Festival in Köln

»Shalom-Musik.Koeln« 2026 bringt jüdische Musik in die ganze Stadt

Avi Avital, Sharon Brauner, Omer Klein und Bar Zemach sind nur vier der vielen Künstler, deren Performances auf dem Programm stehen

 11.06.2026

Hollywood

Hasswelle gegen Gwyneth Paltrow wegen Israel-Werbung

Die Datstellerin mit jüdischem Familienhintergrund ist das Werbegesicht für das israelische Luxusbauprojekt 51 Park in Herzliya. Die Quittung: Sie wird online als »genocide queen« beschimpft

 11.06.2026

Leo-Baeck-Preis

»Seine Arbeit hat rettende Relevanz«

Ahmad Mansour lobte in seiner Laudatio auf Dieter Nuhr den Mut und die intellektuelle Unbestechlichkeit des Kabarettisten. Eine Dokumentation

von Ahmad Mansour  10.06.2026

Rede

»Sie beweisen Zivilcourage und folgen mit ihrem Mut dem Beispiel von Leo Baeck«

Zentralratspräsident Schuster hob bei der Vergabe des Leo-Baeck-Preises Dieter Nuhrs ebenso fairen wie kompetenten Blick auf den jüdischen Staat hervor

von Josef Schuster  10.06.2026

Berlin

»Ich bin stolz! Sehr stolz«

Dieter Nuhr ist mit dem Leo-Baeck-Preis des Zentralrats der Juden geehrt worden. Wir dokumentieren hier exklusiv seine Rede im Wortlaut

von Dieter Nuhr  10.06.2026