»Euer Ehren«

ARD dreht Serie nach israelischer Idee

Paula Beer gewann den Silbernen Bären bei der Berlinale 2020. Foto: imago images/Future Image

Ein Richter ist nach der Unfallflucht seines Sohnes in Gewissensnöten und fürchtet die Rache eines Clanchefs - eine Geschichte, die derzeit viele Fernsehmacher begeistert.

Wenige Tage nach dem Start der Streamingserie Your Honor bei Sky legen die ARD Degeto und der österreichische Rundfunksender ORF nach. Die sechsteilige Thrillerserie Euer Ehren mit Sebastian Koch, Paula Beer und Tobias Moretti werde seit rund einer Woche in Wien gedreht, teilten ARD Degeto und Squareone Productions am Dienstag in München mit. Die Ausstrahlung sei gegen Ende des Jahres im Ersten geplant.

Unfall Bei der auf Sky verfügbaren US-Verfilmung spielt Breaking Bad-Star Bryan Cranston den Richter. In der ARD-Serie übernimmt Sebastian Koch (Werk ohne Autor) den Part und kämpft als Richter Jacobi gegen das organisierte Verbrechen. Sein Sohn Julian (Taddeo Kufus) baut einen Unfall, bei dem das Kind eines serbischen Clanchefs schwer verletzt wird. Julian flüchtet panisch. Sein Vater fürchtet die Rache des Clans und verstrickt sich in ein Netz aus Lügen, Manipulation und Gewalt.

Paula Beer (Bad Banks) spielt eine Frau, die ein Drogenkartell übernommen hat. Und Tobias Moretti (»Bad Banks«) ist als mächtiger Fabrikant zu sehen. Der Dreh unter Regie von David Nawrath (»Atlas«) läuft noch bis Mitte April in Wien, Innsbruck und Umgebung.

Israel Vorlage ist wie auch bei der US-Version die Serie Kvodo aus Israel. Euer Ehren sei aber »keine 1:1 Übertragung«, betonen die ARD Degeto und Squareone Productions. Die Geschichte werde nach Österreich verlagert und das Geschehen somit in die Lebenswelt der Zuschauer geholt. »Wir sind sicher, dass Euer Ehren eine ganz eigene Atmosphäre und Sog der Geschichte entwickeln wird.«

Auch TV-Sender in anderen Ländern arbeiten an Adaptionen von »Kvodo«, so etwa in Italien. Die französische Variante soll laut Squareone Productions Gérard Dépardieu und Kad Mérad vor der Kamera vereinen. dpa

»Imanuels Interpreten« (20)

Progressive Rock-Pioniere: Die Shulman-Brüder und ihre Band Gentle Giant

Mit einer Überdosis Kreativität betrieben die drei schottischen Juden Phil, Derek und Ray Shulman eine Formation, die herausstach

von Imanuel Marcus  04.05.2026

Kunst

Iran nimmt nicht an Biennale in Venedig teil

Die wichtige Kunstveranstaltung Biennale in der Lagunenstadt Venedig hat mit heftigen Kontroversen zu tun. Nun scheidet ein Teilnehmerland aus

 04.05.2026

TV-Kritik

»Nie allein«: Arte-Drama über Finnlands Kooperation mit Nazi-Deutschland

1942 lieferte Finnland eine Gruppe von Juden an die Nationalsozialisten aus, fast alle wurden kurz darauf ermordet. Eine internationale Koproduktion erzählt ihre Geschichte - und die von Abraham Stiller

von Katharina Zeckau  04.05.2026

Belu-Simion Fainaru

»Als Künstler spreche ich eine universelle Sprache«

Der israelische Bildhauer über den Rücktritt der Jury und die Politisierung der Kunstbiennale von Venedig

von Ayala Goldmann  04.05.2026

Jubilar

Architektur als Zeichen der Hoffnung - Daniel Libeskind wird 80

Das Jüdische Museum Berlin, der Masterplan für Ground Zero in New York: Für den Amerikaner ist Bauen Teil der Erinnerungskultur

von Sigrid Hoff  04.05.2026

Howard Rossbach

Wanderer zwischen Ostküste und Oregon

Er ist Spross einer Familie bekannter Politiker und Bankiers. Doch seit 50 Jahren reüssiert der gebürtige New Yorker Howard Rossbach am anderen Ende Amerikas als Winzer. Ein Porträt

von Michael Thaidigsmann  04.05.2026

Archäologie

Rätsel um antikes Baby-Massengrab

Wissenschaftler der Universität Tel Aviv haben Knochenreste aus der Perserzeit gefunden, die in Tel Aseka bestattet wurden. Etwa 70 Prozent stammen von Kindern unter zwei Jahren

von Sabine Brandes  04.05.2026

Berlin

25 Jahre Jüdisches Museum: Jubiläumsjahr mit Ausstellungen, Konzerten und digitalen Projekten

Zum Museumsgeburtstag wird ein umfangreiches Programm aus Ausstellungen und digitalen Initiativen angekündigt

 04.05.2026

Kontroverse

Lahav Shani, Belgien und der Boykott

Die Münchner Philharmoniker und ihr israelischer Chefdirigent sollen im November im Brüsseler Konzerthaus Bozar auftreten - die flämischen Grünen gehen dagegen auf die Barrikaden

von Michael Thaidigsmann  04.05.2026