Heidelberg

Akademische Gelehrsamkeit

Heidelberger Modell: HfJS Foto: Philipp Rothe

Heidelberg

Akademische Gelehrsamkeit

Die HfJS richtet ein Masterprogramm für Rabbiner ein

 28.01.2013 17:42 Uhr

Der Senat der Hochschule für Jüdische Studien Heidelberg (HfJS) hat in seiner letzten Sitzung des Wintersemesters 2012/ 13 ein neues Masterprogramm speziell für Rabbiner beschlossen. Wiederholt hätten Rabbiner aus dem In- und Ausland nach Möglichkeiten gefragt, sich nach dem Erwerb der Smicha auch akademisch im Fach Jüdische Studien zu qualifizieren, teilt die HfJS mit.

Die Hochschule sah in dieser Nachfrage eine Bestätigung für ihr »Heidelberger Modell«, das die geistliche Ausbildung an den Rabbinerseminaren und das akademische Studium miteinander kombiniert. »Studierenden, gleich ob sie persönlich liberal, konservativ oder orthodox orientiert sind, wird in Heidelberg eine umfassende akademische Ausbildung geboten. Im B.A. Praktische Jüdische Studien wird beides zusammengeführt, zum Master und anschließend zur Promotion kommen die jungen Leute als schon gestandene Rabbiner zurück«, erklärt der erste Prorektor der Hochschule, Johannes Heil.

Die Hochschule will den Master für ordinierte Rabbiner auch berufsbegleitend anbieten. »Dass der Impuls von außen kam, haben wir mit Freude registriert; dass wir ihn binnen kürzester Zeit umsetzen konnten, und das in einer Weise, die keinen Zweifel an einer offiziellen Akkreditierung durch externe Experten belässt, ist eine eindrückliche Bestätigung für die Leistungsfähigkeit der Hochschule«, betont Heil.

Europaweit Die bisherigen Reaktionen auf den neuen Studiengang fallen positiv aus. Rabbiner Joshua Spinner vom Rabbinerseminar zu Berlin erklärte: »Mit der Einführung dieses Studiengangs leistet die Hochschule für Jüdische Studien Heidelberg einen wertvollen Beitrag im Bereich der rabbinischen Studien unserer Tage. Junge Rabbiner, die über umfassende Kenntnisse des traditionellen Textstudiums verfügen, erhalten die Möglichkeit, ihr Wissen und ihre Werte in einer akademischen Arbeitsweise und in Vereinbarung mit akademischen Standards auszudrücken. Durch diesen Studiengang wird nicht nur die akademische Gelehrsamkeit des heutigen Rabbinats gesteigert, sondern er trägt auch dazu bei, dass der gesamte Bereich der Jüdischen Studien in Deutschland selbst jüdischer wird.«

Der Masterstudiengang Jüdische Studien für ordinierte Rabbiner startet zum Wintersemester 2013/14. In Anlehnung an ein Studium Generale soll ein Überblick über die Jüdischen Studien gegeben und in Fragestellungen und Methoden ihrer unterschiedlichen Teildisziplinen eingeführt werden. Anschließend besteht für die Studierenden die Möglichkeit einer Vertiefung in einzelnen Disziplinen.

Der Studiengang wird auch in englischer Sprache auf der Website der HfJS beworben, denn es sollen europaweit Interessenten angesprochen werden. Infolge mehrer internationaler Kooperationsstudiengänge wird an der Hochschule schon jetzt ein Teil der Lehrveranstaltungen auf Englisch angeboten. ja

TV-Tipp

Der Elvis der Violine

Ivri Gitlis ist ein Phantom. Er bespielte mit seiner Geige die großen Bühnen und musizierte mit den Stars der Musikbranche. Seinen Namen kennen heute aber nur die wenigsten. Eine Arte-Doku begibt sich auf Spurensuche

von Manfred Riepe  16.04.2026

Paris

Einen Picasso für 100 Euro gewonnen

Das Auktionshaus Christie’s hat ein Gemälde des berühmten Malers für einen wohltätigen Zweck verlost. Gewonnen hat ein 59-Jähriger aus Paris

von Nicole Dreyfus  16.04.2026

»Scrubs«

Die Rückkehr der Anfänger

Nach 16 Jahren Pause geht es weiter mit der amerikanischen Krankenhaus-Serie. Aber funktioniert das Konzept noch?

von Ralf Balke  16.04.2026

Kulturkolumne

Wenn der Moderator nur sich selbst hört

Armin Laschet und die Absicht, ein Interview zu geben: Über Ambiguitätstoleranz im Deutschlandfunk

von Maria Ossowksi  16.04.2026

Thriller

Israelische Serie »Unconditional« startet auf Apple TV

Orna reist mit ihrer 23-jährigen Tochter Gali nach Moskau. Kurz vor einem Flug wird Gali festgenommen. Damit beginnt Ornas Kampf für Gerechtigkeit

 16.04.2026

New York

Mehrere Juden auf neuer »Time«-Liste der einflussreichsten Menschen

Zwei jüdische Regierungschefs, drei Unternehmer und neun Künstler genießen nach Ansicht der Magazin-Autoren einen hohen Einfluss

von Imanuel Marcus  16.04.2026

London/Los Angeles

Unerwarteter Ticket-Boom: Royal Ballet bedankt sich bei Timothée Chalamet

Nach kritischen Bemerkungen des Hollywood-Stars steigen Reichweite und Ticketverkäufe in der Oper- und Ballett-Welt deutlich

 15.04.2026

London

Boy George unterstützt Israel online und erntet dafür Hass-Kommentare

»Es ist gerade sehr trendy, Israel zu hassen. Aber ich habe immer gesagt: ›Mode ist für die Zerbrechlichen, Stil für die Mutigen‹«, schreibt das Multitalent. Die Antworten lassen nicht lange auf sich warten

 14.04.2026

Essay

Schoa-Erinnerung ohne Juden

Gunda Trepp über ihren verstorbenen Ehemann Leo Trepp, die Vereinnahmung der Schoa und Wege jüdischen Erinnerns

von Gunda Trepp  14.04.2026