Zürich

Anne Frank und die Schweiz

Anne Frank (1929–1945) Foto: picture alliance / PictureLux/NASA/The Hollywood Ar

Zürich

Anne Frank und die Schweiz

Das Tagebuch der Anne Frank ist weltberühmt. Weniger bekannt ist, dass sich das Buch von der Schweiz aus global verbreitete, wie eine neue Ausstellung im Zürcher Landesmuseum zeigt

 08.06.2022 15:13 Uhr

Eine neue Ausstellung im Zürcher Landesmuseum beleuchtet ab Donnerstag (9. Juni) das Thema »Anne Frank und die Schweiz«. Auf fünf Räume verteilt sind bis 6. November vor allem Fotos zu sehen, die die tragischen Wendungen der jüdischen Familie zwischen bürgerlich-wohlhabender Existenz und brutaler Verfolgung durch die Nazis dokumentieren. In einem Raum wird auch das Versteck in Amsterdam durch Möbel so inszeniert, dass das Schicksal der jüdischen Familie im Versteck nachvollzogen werden kann.

Anne Frank wurde im Alter von 15 Jahren im März 1945 im Konzentrationslager Bergen-Belsen von den Nazis ermordet, ebenso ihre ältere Schwester Margot. Auch ihre Mutter Edith und vier weitere Versteckte überlebten das KZ nicht. Nach dem Holocaust rüttelte das Tagebuch der Anne Frank die ganze Welt auf. Die Chronik von 735 Tagen Alltag, Angst und Hunger für acht Jüdinnen und Juden im Amsterdamer Versteck wurde in 70 Sprachen übersetzt.

Einzig Otto Frank, der Vater der bürgerlichen Familie, die ursprünglich aus Frankfurt stammte und 1933 vor Hitlers Schergen in die Niederlande flüchtete, blieb am Leben und kehrte 1945 aus Auschwitz zurück. Als Staatenloser ließ er sich in Basel nieder, wo seine Schwester Leni lebte. Diese war bereits 1929 nach Basel emigriert, auf der Suche nach besseren Lebensumständen nach der Inflation in Deutschland. Ihre Tante mit deren Familie hat Anne Frank mehrmals besucht und Ferien in Sils Maria im Engadin und in Adelboden verbracht.

Nach dem Krieg machte Anne Franks Vater Otto das Vermächtnis seiner Tochter, die eigentlich Schriftstellerin werden wollte, in der ganzen Welt bekannt. Aus Basel und später aus Birsfeld verbreitete er das wohl berühmteste Tagebuch der Welt. Eine Faksimile-Ausgabe des Buches, das 1947 erstmals in den Niederlanden und dann 1952 in einem kleinen deutschen Verlag veröffentlicht wurde, ist in der Ausstellung ebenfalls zu sehen.

»Die Verbindung der Familie Frank zur Schweiz ist eng und wichtig«, sagte die Direktorin des Schweizerischen Landesmuseums in Zürich, Denise Tonella, am Mittwoch bei einer Pressekonferenz. Anne Frank sei ein Memento für die Erinnerungskultur und die Schoa und lasse auch die Flüchtlingspolitik der Gegenwart widerhallen. kna

Schweiz

»Für mich ist ein Traum in Erfüllung gegangen!«

Nathan Hertig war eines von 25 jüdischen Kindern des FC Hakoah Zürich, die am Montagabend beim Spiel des FC Zürich gegen die Young Boys Bern die Profispieler ins Stadion begleiten durften. Für die Kinder war es eine Begegnung, die ihnen noch lange in Erinnerung bleiben dürfte, wie der Neunjährige im Interview erzählt.

von Nicole Dreyfus  03.09.2026

Terezín 2050

Theresienstadt: Zwischen Gedenken und Weiterleben

Einst Habsburger Festung, dann NS-Ghetto, heute tschechische Kleinstadt: Terezín (Theresienstadt) ist Erinnerungsort und lebendige Stadt zugleich. Internationale Forscher suchen nach Perspektiven für den Spagat zwischen Vergangenheit und Zukunft

 03.09.2026

Ungarn

Jüdisches Leben nach Orbán

Die neue Regierung verspricht eine Null-Toleranz-Politik gegenüber Judenhass – und Partnerschaft auf Augenhöhe

von György Polgár  03.09.2026

USA

Warum Punk so jüdisch ist

In New York fing es an. In London wurde es Modetrend. Aber was hat eigentlich Lenny Bruce damit zu tun?

von Sarah Thalia Pines  31.08.2026

Interview

»Die Lage der schwedischen Juden ist schrecklich«

Schwedens Bildungs- und Integrationsministerin Simona Mohamsson über den Davidstern und die Vermischung von Israel-Kritik und Antisemitismus

von Michael Thaidigsmann  31.08.2026

Birmingham

Ermittlungen gegen früheren Polizeichef wegen Ausschluss israelischer Fußballfans

Der Ausschluss von Anhängern des israelischen Fußballclubs Maccabi Tel Aviv bei dessen Auswärtsspiel im November vergangenen Jahres in Großbritannien hat ein Nachspiel

 28.08.2026

Social Media

Prozess: Mark Zuckerbergs Meta will knapp 17 Milliarden Dollar zahlen

Das historische Verfahren zwischen Tech-Gigant Meta und fast allen US-Bundesstaaten gilt rechtlich nur für die USA. Doch es könnte auch globale Auswirkungen haben

 28.08.2026

Vereinte Nationen

Generalsekretär Guterres: UN-Sonderberichterstatter »völlig außer Kontrolle« in Bezug auf Israel

Der scheidende UN-Generalsekretär António Guterres hat die extreme Einseitigkeit einiger UN-Sonderberichterstatter bezüglich des jüdischen Staates eingeräumt. Eine allgemeine Voreingenommenheit der UNO gegenüber Israel sieht er aber nicht

 28.08.2026

Antisemitismus

Ire in Frankreich verhaftet, nachdem er gedroht hatte, jüdisches Paar zu ermorden

Nachdem der Australier und seine Frau aus dem Tunesien-Urlaub zurück waren, gingen sie zur Polizei

 27.08.2026