USA

Witz und gute Werke

Afroamerikanerin: Helen Hunt Foto: screenshot

In diesen dunklen Tagen zwischen Chanukka und Weihnachten sammeln viele Organisationen für den guten Zweck. Eine von ihnen ist der American Jewish World Service (AJWS) in New York, der Armut, Hunger und Krankheiten in Entwicklungsländern lindern helfen möchte. Auf seiner Website findet man ein Video mit lauter berühmten Leuten, das wie folgt beginnt: »Ich bin Don Johnson, und ich bin kein Jude.« Später erscheint das Gesicht des schwarzen Komikers Tracy Morgan: »Wollt ihr ein Geheimnis hören?«, flüstert er: »Ich bin kein Jude.« Dann sehen wir Jerry Seinfeld: »Okay, ich bin Jude«, sagt er. »Was hat mich verraten? Seinfeld?« Schauspieler Patrick Stewart gibt zu Protokoll: »Obwohl ich nicht mal im Entferntesten jüdisch bin, unterstütze ich den American Jewish World Service.«

Kampagne Das Werbevideo beweist zweierlei. Erstens: Juden fühlen sich in Amerika dermaßen wohl, dass antisemitische Sprüche für sie eigentlich nur noch eines sind: Material für Witze. »Juden geben gern, wenn sie jemanden in Not sehen!«, sagt die Komikerin Sarah Silverman in dem fünf Minuten langen Video. »Sie gehen einem dabei womöglich schrecklich auf die Nerven. Sie tragen dich aus dem Feuer und sagen: Musstest du wirklich diesen Pullover anziehen? Ich hatte dir einen blauen gegeben, warum trägst du den roten?« Zweitens beweist diese Werbekampagne, dass Witz und gute Werke einander nicht notwendig ausschließen. Nehmen wir die große Schauspielerin Helen Hunt. Bleich und todernst schaut sie in die Kamera und sagt: »Ich unterstütze diese Organisation, weil sie die Zivilgesellschaft, nachhaltige Entwicklung und Menschenrechte für alle unterstützt, nicht nur für Juden – oder für Schwarze wie mich ...«

Verantwortlich für das Video ist Judd Apatow, dem wir Filmkomödien wie Leg dich nicht mit Zohan an verdanken. Das Video, das er für den AJWS gestaltet hat, ist wirklich herrlich. Im Internet hat es sich längst tausendfach verbreitet. Es ist wohl tatsächlich nicht verkehrt, den Leuten, die hinter ihm stehen, in diesen dunklen Tagen etwas zu spenden.

http://ajws.org/ajws_apatow.html

New York

Gouverneurin Hochul fordert Mamdani auf, sich weniger auf Israel zu konzentrieren

In einem Interview legt die Gouverneurin des Bundesstaats New York dem Bürgermeister der gleichnamigen Metropole nahe, seinen Fokus auf das »Handwerkszeug der Stadtregierung« zu legen

 23.08.2026

Frankreich

»Fick dich, Gisèle, fickt euch, ihr Zionisten«

Gisèle Journo ist Jüdin und betreibt in Paris eine Agentur für Influencer. Jetzt ist sie Zielscheibe antisemitischer Anfeindungen geworden. Auslöser war der Boykottaufruf einer Europaabgeordneten

von Michael Thaidigsmann  21.08.2026

Philanthropie

Lauder-Stiftung lässt Förderung jüdischer Schulen in sieben europäischen Städten auslaufen

Zum Abschluss der jahrzehntelangen Förderung stellt die Ronald S. Lauder Foundation noch einmal 75 Millionen Dollar bereit. Die Strategie: Hilfe zur Selbsthilfe

 21.08.2026

Yotam Ottolenghi (l.) und Anthony Bourdain

Kulinarisches

Als Yotam Ottolenghi mit Anthony Bourdain einmal in der Wüste landete

Der israelisch-britische Koch erinnert sich zum Filmstart von »Tony« an seine Begegnung mit seinem berühmten amerikanischen Kollegen

von Katrin Richter  21.08.2026

Schweiz

»Death to Zionism«: Anti-Israel-Demo sorgt in Basel für Unruhe

Ausgerechnet am Jahrestag des Ersten Zionistenkongresses soll eine Kundgebung stattfinden, bei der die Vernichtung Israels propagiert wird

 20.08.2026

Wien

Sieben Tage vermisst

Das Verschwinden zweier Israelinnen löste eine groß angelegte internationale Suchaktion aus. Die Geschichte aus realer Angst, einer Nachrichtensperre und wilden Gerüchten hat zwei Versionen

von Sophie Albers Ben Chamo  20.08.2026

Block-Prozess

Verteidiger: Ermittlungen zum Fall Block waren zu einseitig

Die Chefermittlerin im Fall Block hat ihre Zeugenbefragung abgeschlossen. Nur einer, ein 37-Jähriger aus Israel, hat die Vorwürfe eingeräumt

 19.08.2026

Frankreich

Schrecken der Milliardäre

Der jüdische Ökonom Gabriel Zucman fordert eine stärkere Besteuerung der Superreichen. Beim Geldadel stoßen seine Ideen jedoch auf heftigen Widerstand

von Christine Longin  19.08.2026

Debatte

Zentralrat der Juden übt scharfe Kritik an Itamar Ben-Gvir

Israels rechtsextremer Minister Ben-Gvir wirbt unverhohlen für Tötungen im Gazastreifen. Das sorgt international für Entsetzen - auch beim jüdischen Dachverband in Deutschland

 18.08.2026 Aktualisiert