Mailand

»Wir fühlen uns alle bedroht«

Polizei am Tatort: Am Donnerstagabend wurde der 40-jährige Nathan Graff von einem Unbekannten angegriffen und mit mehreren Messerstichen verletzt. Foto: dpa

Nach einer Messerattacke auf einen Juden in Mailand haben die italienischen Behörden die Sicherheitsvorkehrungen an jüdischen Einrichtungen der Stadt verschärft. Der 40-Jährige, der eine Kippa trug, war am Donnerstagabend von einem Unbekannten angegriffen und mit mehreren Messerstichen verletzt worden, wie italienische Medien berichten. Die Tat ereignete sich vor dem koscheren Restaurant »Carmel«. Bei dem Opfer handelt es sich den Angaben zufolge um den Schwiegersohn eines Mailänder Rabbiners.

solidarität »Es herrscht ein Klima des Hasses, wir fühlen uns alle bedroht«, sagte die Vorsitzende der jüdischen Gemeinde Rom, Ruth Dureghello. Auch das islamische Zentrum in Mailand verurteilte den Angriff. »Wenn ein Passant auf der Straße mit einem Messer angegriffen wird, steht unsere Solidarität außerfrage«, sagte dessen Präsident Abdel Hamid Shaari.

Gewaltsame Angriffe auf Zivilisten seien unabhängig von den Motiven zu verabscheuen, sagte der Präsident des Jüdischen Weltkongresses, Ronald S. Lauder. »Es ist die Pflicht von Italien Regierung, ihre Bürger zu schützen und gegen jede Form von Hass und Hetze hart durchzugreifen«, forderte Lauder. Nach Angaben des Jüdischen Weltkongresses handelt es sich bei dem Opfer um Nathan Graff, der auch die israelische Staatsangehörigkeit besitzt. epd

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