Erst Belgien, jetzt die Niederlande: Auf die Synagoge der jüdischen Gemeinde am A.B.N. Davidsplein in Rotterdam wurde in der Nacht zum Freitag ein Brandanschlag verübt. Es gab keine Verletzten.
In den sozialen Medien wurde anschließend ein Video verbreitet, in dem die Gruppe Harakat Ashab al-Yamin al-Islamiya Verantwortung für den Brand übernimmt. In dem Clip ist der Moment zu sehen ist, in dem der Eingangsbereich zum Gotteshaus in Flammen aufgeht.
Das Feuer, das gegen 3.40 Uhr gelegt wurde, erlosch nach kurzer Zeit von selbst. Das Logo, die Schriftart und die Hintergrundmusik auf dem Bekennervideo lassen vermuten, dass es sich bei den Tätern um Mitglieder derselben Gruppe handelt, die auch für den Anschlag auf das Gotteshaus in Lüttich verantwortlich ist, vor dem am Montag gegen 3.38 Uhr ein Sprengkörper zur Explosion gebracht wurde. Der Tatzeitpunkt ist in beiden Fällen fast auf die Minute genau derselbe.
In den Niederlanden leben rund 30.000 Juden. Viele weitere Menschen haben jüdische Wurzeln. Auch die jüdische Gemeinde Rotterdams hat eine mehrere Jahrhunderte zurückreichende Geschichte. Durch die Bombardierungen im Zweiten Weltkrieg wurde die Stadt und mit ihr auch die meisten Synagogen zerstört.
1954 eröffnete am Davidsplein das neugebaute Gotteshaus und Gemeindezentrum seine Pforten. Der Platz unweit des Hauptbahnhofs ist nach dem Oberrabbiner von Rotterdam von 1930 bis 1943, Aäron Barend Davids, benannt, der von den Nazis in Bergen-Belsen 1945 ermordet wurde. mth