Gedenkstätten

Trauer um Roger Bordage

»Überzeugter Europäer, Ratgeber, Freund«: Roger Bordage (1925–2017) Foto: dpa

Der ehemalige KZ-Häftling und Präsident des Internationalen Sachsenhausen-Komitees, Roger Bordage, ist im Alter von 92 Jahren gestorben. Wie die Stiftung Brandenburgische Gedenkstätten am Montag mitteilte, starb Bordage am Samstag nach schwerer Krankheit.

Der ehemalige UNESCO-Beamte war über Jahrzehnte im Verband der französischen Sachsenhausen-Überlebenden (Amicale) aktiv und seit 2010 Präsident des Internationalen Sachsenhausen-Komitees. Seitdem war er auch Mitglied im internationalen Beirat der Stiftung.

Frankreich Stiftungsdirektor Günter Morsch würdigte Bordage als überzeugten Europäer, Ratgeber, Freund sowie inspirierenden und weltläufigen Gesprächspartner. Ihm habe insbesondere der Aufschwung von rechten und nationalistischen Bewegungen nicht nur in Frankreich große Sorgen bereitet. Für seine Verdienste wurde der Commandeur de la légion d honneur 2014 auch mit dem Verdienstorden des Landes Brandenburg ausgezeichnet.

Roger Bordage kämpfte als junger Mann in Frankreich gegen die deutsche Besatzung und die Kollaboration mit dem NS-Regime. Beim Grenzübertritt nach Spanien verhafteten ihn französische Polizisten.

Sie lieferten ihn den Angaben zufolge an die deutsche Gestapo aus, die ihn 1943 über das Zwischenlager Compiègne nach Sachsenhausen bei Oranienburg verschleppte. Hier kam er zur Zwangsarbeit in das Außenlager Heinkel und musste kurz vor der Befreiung der Häftlinge auch im berüchtigten Außenlager Klinkerwerk arbeiten.

Todesmarsch Bordage erlebte unter anderem die Ermordung von jungen Kameraden, denen die SS Sabotage vorgeworfen hatte. Den Todesmarsch der KZ-Insassen überlebte er trotz einer Fußverletzung.

Im Frankreich der Nachkriegszeit schloss Bordage zunächst die Schule ab, begann ein Studium der Erziehungswissenschaften in New York und wurde danach Sachverständiger für die Entwicklung des Erziehungswesens bei der UNESCO. epd

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