Grossbritannien

Rausgekickt

»Nichtjüdischer Name«: Mariusz Mielniczuk (M.) Foto: privat

Dem Schiedsrichter Nigel Burns war etwas aufgefallen. In der Maccabi Southern Football League, einer Londoner Fußball-Liga, in der ausschließlich jüdische Teams spielen, hatten die Kicker des Holy Mount Zion zwei ihrer Mitspieler »Mariusz« und »Javier« gerufen. Das waren, befand Burns, »nichtjüdische Namen«, aber ihm waren Fußballer namens »Danny Potter« und »Simon Laub« gemeldet worden. Als er nachfragte, sagte ihm einer, »Mariusz« sei sein Spitzname. Mithilfe von Facebook spürte Schiri Burns den beiden nach und fand heraus: Holy Mount Zion hat zwei nichtjüdische Spieler in seiner Mannschaft.

Regel acht der Maccabi Southern Football League besagt aber eindeutig: »Ein Bona-Fide-Mitglied einer Mannschaft ist einer, der jüdischen Glaubens ist und ein offizielles Spieler-Registrierungs-Formblatt ausgefüllt hat.« Jüdischen Glaubens sind der kolumbianische Bankangestellte Javier Guevara und der polnische Fitnesstrainer Mariusz Mielniczuk nicht. Holy-Mountain-Zion-Manager Rob Lerner gab im »Jewish Chronicle« zu, sein Kader sei einfach zu klein gewesen: »Das war die einzige Chance, ein Team zusammenzukriegen.«

Konkurrenz Nun hat der Londoner Maccabi-Verband, der die Liga organisiert, Untersuchungen angestellt: Gleich sechs Spieler von Zion müssen ihr Judentum nachweisen. Vermutlich bleibt Holy Mountain Zion auf Dauer ausgeschlossen. »Wir akzeptieren unsere Bestrafung«, sagt Manager Lerner. Auf Mitleid der Konkurrenz braucht er jedenfalls nicht zu hoffen. »Sie haben einen völligen Mangel an Respekt gegenüber der Maccabi-Liga bewiesen«, sagt Simon Beresford vom Team Faithfold.

In der Maccabi Southern Football League spielen 52 jüdische Teams aus dem Großraum London. Die Liga reicht von einer eigenen Premier League bis hinunter zur vierten Division. Der Skandal brachte die Liga erstmals in die Schlagzeilen der britischen Tabloids. Der Sportjournalist Danny Caro, der für den »Jewish Chronicle« die Geschichte recherchierte, legt Wert darauf, dass der Verein nicht vor allem deswegen gesperrt wurde, weil er Nichtjuden spielen ließ, sondern: »Ihr Vergehen war, dass sie nichtregistrierte Spieler auf den Platz schickten.«

Wie es auch ausgeht: Das werden sie nie wieder tun.

Internationales Auschwitz Komitee

Sorge über Gedenkstätten-Rat

IAK-Präsident Roman Kent fordert zügige Neuberufung des Gremiums

 14.05.2021

Paris

Frankreichs Innenminister lässt Nahost-Demonstrationen verbieten 

Bereits 2014 wurde bei ähnlichen Kundgebungen die öffentliche Ordnung massiv gestört

 13.05.2021

Schottland

Hoch im Norden

In der Hafenstadt Aberdeen gibt es eine kleine jüdische Gemeinde

von Julia Pohlmann  12.05.2021

USA

Juden beklagen zunehmenden Antisemitismus

53 Prozent der insgesamt 4718 Befragten fühlen sich laut Pew Research Center »weniger sicher«

 11.05.2021

USA

Der geborene Diplomat

Außenminister Antony Blinken ist seit 100 Tagen im Amt – und durchaus offen für Unkonventionelles

von Katja Ridderbusch  08.05.2021

Wien

10.000 Nachkommen von NS-Verfolgten wollen österreichischen Pass

Neues Gesetz löst Welle von Anträgen aus

 07.05.2021

Mumbai

Wo Covid wütet

Wie eine kleine jüdische Gemeinde in Indien versucht, ihre Mitglieder vor der Pandemie zu schützen

von Tobias Kühn  06.05.2021

Karl Lueger

Experten: Wien soll Denkmal eines Ex-Bürgermeisters stürzen

Experte: »Seine Verdienste können nicht aufwiegen, was er als Hassprediger angerichtet hat«

 05.05.2021

Schoa-Gedenken

Weltweites Treffen zum Jahrestag der Befreiung

Das Online-Event »Liberation75« möchte der Schoa-Opfer gedenken und Überlebende ehren

 05.05.2021