USA

Posthume Entdeckung

John O’Connor Foto: dpa

Kardinal John O’Connor, der frühere Erzbischof von New York, ist offenbar halachischer Jude gewesen. Wie Mary Ward, die Schwester des vor 14 Jahren verstorbenen Kardinals unlängst herausfand, war ihre Mutter Dorothy Gumple O’Connor als Jüdin zur Welt gekommen. Bevor sie ihren Mann, den Vater des späteren Kardinals, kennenlernte, trat sie zum Katholizismus über.

Beziehungen Im Gespräch mit Journalisten sagte Ward, sie wisse nicht, ob ihr Bruder sich der Tatsache bewusst gewesen sei, dass die Mutter Jüdin war. Über ihre jüdische Vergangenheit habe die Mutter nie gesprochen. Der Kardinal hatte enge Beziehungen zur jüdischen Gemeinde von New York und gab gemeinsam mit dem ehemaligen Bürgermeister der Stadt, Ed Koch – er war jüdisch –, ein Buch heraus.

Der Kardinal bezeichnete die Juden oft als die »älteren Brüder« der Katholiken, nahm an Demonstrationen für die Freilassung sowjetischer Juden teil, besuchte die Gedenkstätte des früheren KZ Dachau und gedachte zusammen mit Juden der Opfer der Schoa.

Mary Ward sagte, ihr Bruder wäre sicherlich stolz auf seine jüdischen Wurzeln gewesen. Ihre Tochter hatte sie zu genealogischen Forschungen gedrängt – die schließlich zu dieser Entdeckung führten. jta

New York

Mamdani legt Antisemitismus-Plan vor, jüdische Organisationen üben scharfe Kritik

Das Konzept des Bürgermeisters blende den Zusammenhang zwischen der Gewalt gegen Juden in New York und antiisraelischer Propaganda bewusst aus, sagt einer der Kritiker

 30.09.2026

Kiew

85. Jahrestag: Selenskyj gedenkt ermordeter Kyjiwer Juden

Vor 85 Jahren besetzten deutsche Truppen die heutige ukrainische Hauptstadt. Sie ermordeten zehntausende Menschen. Präsident Selenskyj stellt bei einer Gedenkfeier den Bezug zur Gegenwart her

 30.09.2026

Fußball

Im Kreuzfeuer: Irischer Nationalspieler mit israelischer Mutter

Finn Azaz wurde für Irlands Nationalkader für die Länderspiele gegen Israel nominiert. Weil er eine israelische Mutter hat, soll seine Zukunft im irischen Team aber infrage stehen

von Michael Thaidigsmann  29.09.2026

Interview

»Es ist beängstigend, wie sich die Geschichte wiederholt«

Evan Bernstein (51) ist seit Kurzem neuer CEO von B’nai B’rith International, der ältesten jüdischen Wohltätigkeitsorganisation. Um den wachsenden Antisemitismus zu bekämpfen, will Bernstein vor allem die lokale Vernetzung verbessern

von Michael Thaidigsmann  29.09.2026

Vergessener Held

Die vielen Leben des Jack Boeki

Ein jüdischer US-Agent und die Naziverbrecher in Nürnberg

von Joachim Heinz  29.09.2026

Niederlande

»Der 7. Oktober, das bin ich«: Student der Uni Maastricht will an Terrorangriff teilgenommen haben

Ein 22-jähriger Palästinenser, der in den Niederlanden studiert, erweckt in einem Instagram-Video den Eindruck, er habe an der Terrorattacke der Hamas auf Israel teilgenommen. Jetzt griff die Hochschule durch

 28.09.2026

London

Reporter oder doch Terroristen? BBC prüft Liste in Gaza getöteter Journalisten

Konkret geht es um 53 Personen, bei denen Verbindungen zu palästinensischen Terrororganisationen festgestellt wurden

 28.09.2026

Schweiz

Eine Sukka voller Fragen

Die Israelitische Cultusgemeinde Zürich hat ihre nichtjüdischen Nachbarinnen und Nachbarn in die Laubhütte eingeladen. Zu selbstgemachtem Hummus darf alles gefragt werden. Ein Besuch

von Nicole Dreyfus  25.09.2026

Bern

Verantwortung lässt sich nicht neutralisieren

Die Schweiz debattiert anlässlich einer Volksabstimmung über ihre Neutralität. Ein Kommentar von JA-Schweiz-Korrespondentin Nicole Dreyfus

von Nicole Dreyfus  25.09.2026