Politik

Polen will Gedenkstätte Majdanek umbenennen

Gedenkstätte Majdanek Foto: dpa

Die polnische Regierung will das Staatliche Museum in Majdanek umbenennen, um die deutsche Verantwortung für das ehemalige Konzentrationslager hervorzuheben.

Nach einem Plan des stellvertretenden Kulturministers Jaroslaw Sellin soll die Einrichtung künftig »Staatliches Museum in Majdanek. Gedenkstätte im ehemaligen deutschen Konzentrations- und Vernichtungslager (1941–1944)« heißen, wie die Zeitung »Gazeta Wyborcza« am Dienstag berichtete.

Auschwitz Den Antrag dazu stellte laut Bericht Przemyslaw Czarnek, Verwaltungschef der ostpolnischen Region Lublin, in der sich die Gedenkstätte befindet. Czarnek schlug auch vor, im Namen der Gedenkstätte Auschwitz die deutsche Täterschaft zu betonen.

In Polen ist seit März das sogenannte Holocaust-Gesetz in Kraft, nach dem Behauptungen über eine Mitverantwortung des polnischen Volkes für Naziverbrechen mit Haft belegt werden können.

Ausschlag zu der umstrittenen Novelle gab die Kritik an Ausdrücken wie »polnische Todeslager« in ausländischen Medien, die nach Lesart der Regierung in Warschau eine Schuldzuweisung enthalten.

Der Rat des 1947 eingerichteten Museums hat sich bislang für die Beibehaltung des Namens ausgesprochen. Untersuchungen gehen davon aus, dass von insgesamt 150.000 Menschen, die zwischen 1941 und 1944 in das Lager deportiert wurden, etwa 80.000 getötet wurden, darunter etwa 60.000 Juden. epd

Kommentar

Eine unheilvolle Allianz

Wenn wie in Frankreich die radikale Linke und Islamisten Juden für Israels Politik verantwortlich machen, ist eine Grenze überschritten

von Simone Rodan  20.10.2026

Frankreich

Anarchie und Antisemitismus

Was mit Schülerprotesten gegen schlechte Lernbedingungen begann, hat sich zu gewalttätigen politischen Unruhen ausgewachsen, befeuert von Judenhass

von Laura Sahin  19.10.2026

Dave Rich

»Jüdische Studierende schweigen oft«

Der Antisemitismus-Experte über zunehmenden Judenhass an Universitäten, mangelnde Sicherheit im Alltag und die extreme Rechte in Großbritannien

von Nicole Dreyfus  19.10.2026

Frankreich

Prozess eröffnet: Rima Hassan droht Entzug des passiven Wahlrechts

Die israelfeindliche linke Europaabgeordnete muss sich in Paris wegen mutmaßlicher Terrorverherrlichung verantworten

 19.10.2026

Kommentar

»Wir sind keine Juden«: Die hässliche Fratze der französischen Krawalle

Es zeigt sich eine Querfront der Aggression, bei der sozialer Frust, postkolonialer Opfermythos und tiefsitzender Judenhass verschmelzen

von Ute Cohen  19.10.2026

Großbritannien

»Telegraph«: BBC-Datenexperte offenbar israelfeindlicher Aktivist

Ein leitender KI-Fachmann des britischen Senders soll laut »Telegraph« einst wegen eines Al-Qaida-Handbuchs festgenommen worden sein. Die BBC sieht keinen Bezug zu seiner Arbeit

 18.10.2026

Tschechien

Herr Rambo mag es süß

Ein jüdischer Gastronom in Prag ist zum Instagram-Star aufgestiegen. Er verkauft »heimishe Trdelaich«, T-Shirts und Baseballcaps und erreicht mit seinen Sprüchen Hunderttausende

von Kilian Kirchgeßner  18.10.2026

Frankreich

Paris: Synagoge bei Ausschreitungen offenbar beschädigt

Videos in sozialen Netzwerken zeigen offenbar Verwüstungen in einer Synagoge im 19. Arrondissement. Verletzte wurden nicht gemeldet

 18.10.2026

Diaspora

Oberrabbiner Goldschmidt: »Wir können nicht immer wegrennen«

Jüdisches Leben in Europa hat eine Zukunft, aber nicht von allein. Dafür braucht es nach den Worten des Oberrabbiners Pinchas Goldschmidt Partner in den Regierungen und in der Zivilgesellschaft

von Barbara Just  16.10.2026