Würdigung

Österreich schafft Auszeichnung gegen Antisemitismus

Simon Wiesenthal (1975) mit einer Fotografie des NS-Verbrechers Martin Bormann Foto: imago

Österreich schafft einen mit 30.000 Euro dotierten Preis für besonderes zivilgesellschaftliches Engagement gegen Antisemitismus und Projekte zur Aufklärung über den Holocaust. Alle Parlamentsfraktionen außer der rechten FPÖ haben am Dienstag im Verfassungsausschuss des Nationalrats den Weg für die Auszeichnung freigemacht.

Sie wird nach dem Publizisten und Holocaust-Überlebenden Simon Wiesenthal (1908-2005) benannt. Wiesenthal hatte es sich nach seiner Befreiung aus dem Konzentrationslager Mauthausen im Mai 1945 zur Lebensaufgabe gemacht, NS-Verbrecher aufzuspüren und vor Gericht zu bringen.

Alle Parlamentsfraktionen außer der FPÖ haben den Weg für die Auszeichnung freigemacht.

Der Preis solle »anderen Mut machen, ihre Stimme zu erheben«, sagte Nationalratspräsident Wolfgang Sobotka (ÖVP) der österreichischen Nachrichtenagentur APA. Die Ehrung soll künftig einmal jährlich an bis zu drei Personen oder Personengruppen verliehen werden.

Die FPÖ will die Initiative nicht mittragen, da sie mit dem Namen des Preises nicht einverstanden ist. Die FPÖ schlägt vor, ihn nach dem früheren SPÖ-Kanzler Bruno Kreisky (1911-1990) zu benennen - was allerdings selbst bei den Sozialdemokraten auf Ablehnung stößt. dpa

Frankreich

Das Glück, wenn ich es will

Gérard Blitz und Gilbert Trigano gründeten einst den Club Méditerranée. Und eine Utopie der Gemeinsamkeit aus der Nachkriegszeit wurde zum Trend

von Mark Feldon  17.05.2026

Hollywood

Der unaufgeregte Glam der Zoë Kravitz

Die Tochter berühmter Eltern hat sich eine eigene Karriere aufgebaut – und ist stolz auf ihre afroamerikanischen und jüdischen Wurzeln

von Nicole Dreyfus  17.05.2026

Belgien

Uni-Rektorin: »Haben bereits viele Partnerschaften verloren«

Die Besetzer verlangen einen vollständigen Boykott Israels und wollen weitermachen - obwohl die Uni-Leitung ihnen nun erneut entgegenkam

von Michael Thaidigsmann  15.05.2026

Jewrovision 2026

Die Nervosität steigt …

Schon bald gehen die Scheinwerfer an und 600 jüdische Jugendliche aus ganz Deutschland werden ihre Showacts zum Besten geben

von Nicole Dreyfus  15.05.2026

Genf

Ronald Lauder warnt vor Entfremdung zwischen Israel und der Diaspora

»Wir müssen bestehende Risse reparieren, bevor es zu spät ist«, sagt der Präsident des Jüdischen Weltkongresses

 15.05.2026

Nachruf

Mann mit Prinzipien

Ein halbes Jahrhundert lang stand »Abe« Foxman im Dienst der Anti-Defamation League, die Hälfte davon als ihr Chef. Nun ist der Schoa-Überlebende im Alter von 86 Jahren gestorben

von Michael Thaidigsmann  14.05.2026

Washington D.C.

Mehr als eine Million Dollar für Schutz jüdischer Einrichtungen in Los Angeles

Das Geld fließt ins Community Security Initiative Program. Das Projekt arbeitet mit jüdischen Einrichtungen zusammen und koordiniert Kontakte zu Sicherheits- und Rettungsbehörden

 12.05.2026

Jubilar

Architektur als Zeichen der Hoffnung - Daniel Libeskind wird 80

Das Jüdische Museum Berlin, der Masterplan für Ground Zero in New York: Für den Amerikaner ist Bauen Teil der Erinnerungskultur

von Sigrid Hoff  12.05.2026

Meinung

Wer definiert das Judentum?

Die Theologische Fakultät der Universität Freiburg im Üechtland verleiht dem messianischen Rabbiner Mark S. Kinzer die Ehrendoktorwürde. Das belastet das jüdische Verhältnis zu einem katholischen Partner

von Zsolt Balkanyi-Guery  12.05.2026