Boston

Mann sticht acht Mal auf Rabbiner ein

Bereits am Samstag tötete ein Mann in einem Bostoner Vorort zwei Schwarze und wollte offenbar die nahegelegene Synagoge angreifen. Foto: picture alliance / ASSOCIATED PRESS

In den USA wurde am Donnerstagnachmittag ein israelischer Chabad-Rabbiner mit einem Messer angegriffen und erlitt dabei schwere Verletzungen. Der Angriff auf Shlomo Noginski ereignete sich vor einem Chabad-Gebäude in Boston, das auch eine Synagoge beherbergt.

Auf dem Gelände fand zeitgleich ein Sommercamp statt. Allerdings waren zum Zeitpunkt des Angriffs keine Kinder am Tatort.

Externer Inhalt

An dieser Stelle finden Sie einen externen Inhalt, der den Artikel anreichert. Wir benötigen Ihre Zustimmung, bevor Sie Inhalte von Sozialen Netzwerken ansehen und mit diesen interagieren können.

Mit dem Betätigen der Schaltfläche erklären Sie sich damit einverstanden, dass Ihnen Inhalte aus sozialen Netzwerken angezeigt werden. Damit können personenbezogene Daten an Drittanbieter übermittelt werden. Dazu ist ggf. die Speicherung von Cookies auf Ihrem Gerät nötig. Mehr Informationen finden Sie hier.

Kurz nach 13 Uhr Ortszeit näherte sich ein Mann Noginski, als dieser gerade auf der Eingangstreppe des Hauses sitzend telefonierte. Der Angreifer zog eine Waffe und versuchte, Noginski in sein Auto zu zwingen. Als der Rabbiner versuchte zu entkommen, verfolgte ihn der Mann in einen auf der anderen Straßenseite gelegenen Park und stach insgesamt acht Mal zu.

Noginski wurde verletzt, zum Glück nicht lebensbedrohlich. Der Attentäter versuchte zu fliehen, wurde aber nur Minuten später von der Polizei verhaftet und als Khaled Awad, 24, identifizierte. Zum Motiv des Anschlags äußerte sich die Bostoner Polizei zunächst nicht.

Die Polizei verstärkt nun die Sicherheit vor Synagogen und anderen jüdischen Einrichtungen in der Großstadt.

MOTIV Die örtliche Kongressabgeordnete Ayanna Pressley sagte, der Angriff sei ziemlich sicher antisemitisch motiviert gewesen. Antisemitismus sei »eine klare und anhaltende Bedrohung für unsere Gemeinden«, twitterte sie. Die Polizei verstärkte nun die Sicherheit vor Synagogen und anderen jüdischen Einrichtungen in der Großstadt.

Robert Trestan, der regionale Geschäftsführer der Anti-Defamation League (ADL), sagte, der Angriff habe »eine Schockwelle der Angst und Besorgnis durch die Gemeinde geschickt«. Er forderte »volle Transparenz, damit die Gemeinde Antworten darauf bekommt, warum ein Rabbiner vor seinem Gotteshaus Ofer eines Messerangriffs wurde«, sagte Trestan.

MORDE »Wir sind sehr erschüttert über das, was passiert ist, und bitten alle, Rabbiner Noginski in ihre Gebete einzuschließen«, erklärte der Leiter des Chabad-Hauses, Rabbiner Don Rodkin. Man fühle sich durch die Anteilnahme und Solidarität, die man unmittelbar nach dem Anschlag erfahren habe, sehr gestärkt.

Bereits am vergangenen Wochenende hatte der 28-jährige Nathan Allen im Bostoner Vorort Winthrop mit mehreren Schüssen zwei schwarze Menschen ermordet, eine 60-jährige Frau und einen 68-jährigen Mann. Zuvor war er mit einem gestohlenen LKW eines Klempners in ein unbewohntes Haus gefahren.

Die Staatsanwaltschaft geht davon aus, dass das eigentliche Ziel des Attentäters am Wochenende eine nahe gelegene Synagoge war.

Anschließend versuchte er weiteres Fahrzeug aufzubrechen. Als ihm dies misslang, schoss er mehrfach auf die beiden Passanten. Bei einem Schusswechsel mit der Polizei wurde der Attentäter kurze Zeit später erschossen.

Die Staatsanwaltschaft geht davon aus, dass das eigentliche Ziel des Attentäters eine nahe gelegene Synagoge war, auf die er sich während seines Amoklaufs zubewegte. Bei der Durchsuchung von Allens Wohnung fanden die Ermittler antisemitisches und rechtsextremistisches Material. mth

Tokyo 2020

Algerischer Judoka verweigert Kampf gegen Israeli

Internationaler Judoverband suspendiert Athlet und Trainer – Olympisches Komitee will Sanktionen prüfen

 24.07.2021

2. August

Digitales Gedenken

Erinnerung an Ermordung von 500.000 europäischen Sinti und Roma durch die Nazis auch in diesem Jahr virtuell

 23.07.2021

Kuba

Verzweiflung und Frust

Wie die jüdische Gemeinde zu den Protesten gegen das Regime steht

von Andreas Knobloch  23.07.2021

Japan

Schalom, Tokio!

An den Olympischen Sommerspielen nehmen auch etliche jüdische Athleten teil. Ein Überblick

von Daniel Killy  23.07.2021

»Sesamstraße«

Diplomatie im Kinderzimmer

Antony Blinken spricht in einem Videoclip der Kindersendung über seine Arbeit als US-Außenminister

 22.07.2021

USA

Fortsetzung in Los Angeles

Der frühere Filmmogul Harvey Weinstein ist auch in Los Angeles wegen sexueller Übergriffe angeklagt

von Barbara Munker  22.07.2021

USA

Hadern bis zum Grab

Der Einsturz der Champlain Towers in Surfside bei Miami ist eine Tragödie – besonders für die jüdische Gemeinde

 21.07.2021

Rom

Warten auf die Gäste

Zu Besuch im jüdischen Viertel der Ewigen Stadt

von Peter Bollag  21.07.2021

Militär

Armeen von fünf Staaten ehren jüdische Heldin mit Fallschirmsprung

Israelische und europäische Soldaten würdigen heute Hannah Senesh

von Andrea Krogmann  19.07.2021