Riga

Lettland gedenkt Holocaust-Opfern und Synagogenbrand vor 80 Jahren

»Wir beugen unsere Köpfe vor den Opfern«: Jüdischer Zwangsarbeiter im Ghetto Riga Foto: RGM

Lettlands Staatspräsident Egils Levits hat bei einer Gedenkveranstaltung an die vor 80 Jahren in dem baltischen EU-Land ermordeten Juden erinnert. Die vielen tausend jüdische Bürger, die Lettland während des Holocaust verloren hat, seien ein »großer Verlust« für das ganze Land gewesen, sagte er am Sonntag in Riga.

Regierungschef Krisjanis Karins betonte: »Wir beugen unsere Köpfe vor den Opfern und ehren diejenigen, die unter Einsatz ihres Lebens ihre Mitbürger gerettet haben. Wir müssen alles tun, damit sich solche Verbrechen nicht wiederholen«.

Lettland gedenkt am 4. Juli der etwa 70.000 lettischen Juden, die während des Zweiten Weltkriegs von den Nationalsozialisten und einheimischen Helfer ermordet wurden. Kurz nach der deutschen Besatzung Lettlands nahm an diesem Tag die systematische Vernichtung von Juden ihren Anfang - zunächst in Riga und später auch in anderen Städten.

Auf Veranlassung durch die Nationalsozialisten wurde vor einer Gruppe von lettischen Hilfstruppen dabei am 4. Juli auch die Große Choral-Synagoge in Riga bis auf die Grundmauern niedergebrannt - mitsamt der darin eingesperrten Gläubigen. Rund 300 Juden starben den Flammen oder wurden beim Versuch erschossen, durch die Fenster zu entkommen.

Belarus

Antisemitische Ausfälle aus Minsk

Ein Interview des belarussischen Machthabers Alexander Lukaschenko belastet das bilaterale Verhältnis mit Israel

von Alexander Friedman  17.06.2026

Bonn/Berlin

»Habt keine Angst«: Zeitzeuge Marian Turski vor 100 Jahren geboren

Er gehörte zu den bekanntesten Schoa-Überlebenden. Seine Worte ermutigen viele Menschen auch über seinen Tod im Jahr 2025 hinaus. Zum 100. Geburtstag blickt ein Freund Turskis auf die Zukunft des Erinnerns

 16.06.2026

Interview

»Mir wurde immer wieder vorgeworfen, ich sei zu proisraelisch«

Der Schweizer Politiker und Ständerat Daniel Jositsch über die wahren Gründe für seinen Austritt aus der SP, postkoloniale Irrwege und den Antisemitismus innerhalb der Linken

von Nicole Dreyfus  16.06.2026

Albanien

Flamingos gegen Kushner

In Tirana wächst der Widerstand gegen einen Inselverkauf. Präsident Edi Rama wirft den Demonstranten Antisemitismus vor. Zu Recht?

von Adelheid Wölfl  16.06.2026

Großbritannien

Einstufung von Palestine Action als Terrorgruppe ist rechtens

Ein Berufungsgericht in London hat der Regierung von Premier Keir Starmer Recht gegeben und das Verbot der militant antiisraelischen Gruppierung bestätigt

 15.06.2026

Uganda

Entebbe-Entführung 1976: Debatten um Linksterror und Antisemitismus

Vor 50 Jahren entführten zwei Deutsche und zwei Palästinenser einen Airbus aus Israel nach Uganda. Dabei sollen sie Geiseln nach antisemitischen Kriterien voneinander getrennt haben. Die Tat befeuerte das Unbehagen vieler Linker mit Gewalt

von Nils Sandrisser  15.06.2026

Abstimmung

Schweizer lehnen Bevölkerungsgrenze ab

Soll die Bevölkerung des Landes auf zehn Millionen Menschen begrenzt werden? Darüber sollten die Schweizer heute abstimmen

 14.06.2026

New York

Wie mein Junge das Essen lernte

Lange verzweifelte unser Autor an den Speisegewohnheiten seines Sohnes. Ein Jahr vor dessen Barmizwa unternimmt der Vater einen letzten Versuch: Gemeinsam begeben sie sich auf eine kulinarische Weltreise durch ihre Heimatstadt

von Hannes Stein  14.06.2026

Boy George

Kein Chamäleon

Der britische Sänger positioniert sich schon seit Beginn seiner Karriere klar gegen Antisemitismus. Am 14. Juni wird der Popstar 65 Jahre alt

von Leon Stork  13.06.2026