Österreich

Künftig mehr Geld für jüdisches Kulturerbe

Karoline Edtstadler Foto: imago images/photonews.at

Der Österreichische Nationalrat hat eine deutlich höhere Förderung für den Erhalt seines jüdischen Kulturguts beschlossen. Rückwirkend zum 1. Januar erhält die Israelitische Kultusgemeinde (IKG) eine jährliche Sonderförderung von vier Millionen Euro, wie es in dem am Mittwoch einstimmig verabschiedeten »Bundesgesetz über die Absicherung des österreichisch-jüdischen Kulturerbes« heißt. Demnach soll bereits für das vergangene Jahr eine Förderung in Höhe von fünf Millionen Euro fließen.

Bei der Debatte verwies Kanzleramtsministerin Karoline Edtstadler (ÖVP) auf einen nach wie vor weit verbreiteten Antisemitismus, dem es entgegenzuwirken gelte. Mit der Förderung wolle man jüdisches Leben sichtbarer machen.

zentrum Mit rund 7000 Mitgliedern ist die Israelitische Kultusgemeinde Wien das Zentrum jüdischen Lebens in Österreich; insgesamt gibt es laut IKG-Schätzungen etwa 15.000 Jüdinnen und Juden im Land.

Über die Vergabe der Mittel entscheidet die Religionsgemeinschaft. Andere Leistungen der öffentlichen Hand an die jüdischen Gemeinden, etwa für Schul- und Religionsunterricht oder zur Erhaltung jüdischer Friedhöfe, bleiben von der neuen Förderung unberührt.

Der Präsident der Israelitischen Kultusgemeinde in Österreich, Oskar Deutsch, dankte der Regierung. Das Österreichisch-Jüdische Kulturerbegesetz trage zur Absicherung jüdischen Lebens und Kultur bei. Es sei auch Ausdruck der Anerkennung der Republik für die Sicherheitsleistung sowie die Jugend-, Kultur- und Vermittlungsarbeit der Israelitischen Kultusgemeinden, so Deutsch. kna

Vilnius

Litauen will weitere Entschädigungszahlungen an Juden leisten

Jüdische Opfer der deutschen und sowjetischen Besatzung im Zweiten Weltkrieg sollen insgesamt 37 Millionen Euro erhalten

 25.11.2022

Fussball

Koscher in Katar?

Jüdische Gäste sind bei der Weltmeisterschaft willkommen – aber es gibt Einschränkungen

von Daniel Killy  24.11.2022

Rom

Jüdischer Weltkongress tagte im Vatikan

Erstmals in der Geschichte der Kirche ist ein Papst Gastgeber eines offiziellen Treffens jüdischer Repräsentanten

 23.11.2022

New York

6500 Rabbiner auf einem Bild

Chabad-Gesandte aus aller Welt trafen sich zu ihrer Jahreskonferenz – mit obligatorischem Gruppenfoto

 22.11.2022

Porträt

Masal tow, Calvin Klein!

Geboren wurde der Nachfahre ungarisch-jüdischer Einwanderer 1942 als Calvin Richard Klein im New Yorker Stadtteil Bronx

von Christina Horsten  21.11.2022

Europa

Tour de Maccabi

Das erste Radrennen des jüdischen Sportverbands soll im Sommer 2023 durch Ungarn, Polen und die Slowakei führen

von György Polgár  19.11.2022

Tschechien

»Zionistische Verschwörer«

Vor 70 Jahren begann in Prag der Prozess gegen Rudolf Slánský, den Generalsekretär der kommunistischen Partei

von Kilian Kirchgeßner  19.11.2022

Brüssel

Von Zeitzeugen zu Zweitzeugen

Die EU-Kommission lud Vertreter der Zivilgesellschaft ein, um sich europaweit im Kampf gegen Antisemitismus zu vernetzen

von Michael Thaidigsmann  17.11.2022

Rumänien

Schechita soll ausdrücklich erlaubt werden

Bukarest bringt Gesetzesinitiative für jüdisches Schlachten auf den Weg

 17.11.2022