New York

Zohran Mamdani missbraucht St. Patrick’s Day für Anklage gegen Israel

Bürgermeister Zohran Mamdani am Dienstag bei der New Yorker Parade zum St. Patrick’s Day Foto: picture alliance / ZUMAPRESS.com

New Yorks Bürgermeister Zohran Mamdani hat die Feierlichkeiten zum irischen St. Patrick’s Day genutzt, um Israel erneut einen Völkermord an den Palästinensern im Gazastreifen vorzuwerfen. Das sorgt für scharfe Kritik von jüdischen Organisationen und aus der Politik.

Bei einer Veranstaltung in der Gracie Mansion, dem Amtssitz des Bürgermeisters, hatte Mamdani die »Solidarität Irlands mit den Palästinensern« in den Mittelpunkt gestellt – ein deutlicher Bruch mit der bisherigen Tradition, die Feier vor allem mit der Geschichte irischstämmiger Einwanderer in den USA zu verbinden.

Zohran Mamdani hatte Irlands erste weibliche Präsidentin, Mary Robinson (regierte von 1990 bis 1997), zum Frühstück in die Gracie Mansion eingeladen und einen Großteil seiner Rede ihrem pro-palästinensischen Aktivismus gewidmet. Der Bürgermeister hatte erklärt, in den letzten Jahren habe die Welt »einen Völkermord vor unseren Augen« miterleben müssen, »während so viele ohrenbetäubend schwiegen.« Robinson habe jedoch nicht geschwiegen, sondern immer an der Seite der Palästinenser gestanden.

Die American Jewish Committee verurteilte insbesondere die Wortwahl des Bürgermeisters. Der Begriff »Völkermord« im Zusammenhang mit Gaza »verzerrt die Realität und schürt Antisemitismus in einem Moment, in dem Juden ohnehin bedroht sind«, erklärte die Organisation. Weiter hieß es: »Führungspersönlichkeiten, die vorgeben, für Menschenrechte einzutreten, sollten keine Rhetorik verwenden, die jüdische Gemeinschaften gefährdet.«

Kritik kam auch aus den eigenen Reihen. Der demokratische Abgeordnete Andrew Hevesi stellte zwar historische Parallelen zwischen Iren und Palästinensern nicht grundsätzlich infrage, sagte jedoch: »Wenn man über Unterdrückung im Laufe der Geschichte spricht, verstehe ich nicht, warum man sich nur auf diese beiden Regionen konzentriert.«

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Deutlich schärfer äußerte sich der republikanische Abgeordnete Ari Brown: »Er konnte nicht widerstehen, einen eindeutig irischen Moment erneut für seine ideologische Botschaft zu nutzen. Alles, um gegen Juden vorzugehen – das ist sein erster Reflex.« Elisha Wiesel, Sohn des Holocaust-Überlebenden Elie Wiesel, warf Mamdani vor, am St. Patrick’s Day »eine bösartige Blutverleumdung gegen Juden« verbreitet zu haben, indem er behauptete, sie hätten in Gaza einen »Genozid« begangen.

Irland betreibt laut israelischer Regierung eine »extreme, antiisraelische Politik«. Im Dezember 2024 kündigte der jüdische Staat daher die Schließung seiner Botschaft in Dublin an. Die irische Regierung schränkte während des Krieges gegen die Hamas und den Islamischen Dschihad in Gaza den Verkauf und Transport von Waffen an Israel ein. Auf kultureller Ebene forderte Dublin einen Ausschluss Israels vom European Song Contest (ESC).

Derweil erregten in New York Berichte über Verbindungen im Umfeld des Bürgermeisters zusätzliche Aufmerksamkeit. Demnach gibt es familiäre Berührungspunkte zu der palästinensisch-amerikanischen Autorin Susan Abulhawa, die in der Vergangenheit mit extremen Aussagen über Israelis und Juden aufgefallen war. Mamdani selbst distanzierte sich von diesen Äußerungen und bezeichnete sie als »verwerflich«. ja

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