Interreligiöser Dialog

Koscher im Vatikan

Papst Franziskus Foto: dpa

Papst Franziskus hat am Donnerstag eine jüdische Delegation aus seinem Heimatland Argentinien zu einem privaten Mittagessen empfangen. Wie italienische Medien berichteten, lieferten die Besitzer des Koscher-Restautants »BaGhetto« römisch-jüdische Spezialitäten ins Santa-Marta-Gästehaus im Vatikan.

Die Delegation wurde von Rabbi Abraham Skorka, dem Rektor des Lateinamerikanischen Rabbinerseminars, geleitet. Er ist ein langjähriger Freund des Papstes. Der Geschäftsführer des Lateinamerikanischen Jüdischen Kongresses, Claudio Epelman, der das Treffen gemeinsam mit Skorka organisiert hatte, sagte, der Papst habe seine Hoffnung ausgedrückt, dass das Treffen »helfen wird, die Saat zu fördern, die wir gemeinsam gepflanzt haben«. Franziskus habe betont, dass er sich sehr freue, im Mai nach Israel zu reisen. Er habe »große Erwartungen«.

Psalm Epelman, der beim Jüdischen Weltkongress für den Dialog mit der katholischen Kirche zuständig ist, sagte, der Papst habe am Ende des Mittagessens mit den jüdischen Gästen einen Psalm angestimmt – auf Hebräisch.

Der Vatikan gab bekannt, der Termin für das Treffen sei bewusst gewählt worden, um sich auf den sogenannten Tag des Judentums vorzubereiten. Den begeht die katholische Kirche in Italien, Polen, Österreich und den Niederlanden seit 1990 am 17. Januar.

Skorka, der mit Franziskus gemeinsam ein Buch geschrieben hatte, als dieser noch Erzbischof von Buenos Aires war, hielt ebenfalls am Donnerstag an der Päpstlichen Universität Gregoriana eine Gastvorlesung. Dabei sprach er über den katholisch-jüdischen Dialog aus lateinamerikanischer Perspektive. jta/ja

Nachruf

Dirigent Michael Tilson Thomas mit 81 Jahren gestorben

Als Chefdirigent der San Francisco Symphony wurde er berühmt. Doch er arbeitete mit Orchestern in aller Welt. Nun ist der Musiker mit 81 Jahren gestorben

 24.04.2026

Österreich

Der geneigte Antisemit

In Wien soll das Denkmal des einstigen Bürgermeisters Karl Lueger um 3,5 Grad gekippt werden. Die jüdische Gemeinde sähe die Bronzestatue lieber im Museum. Ein Ortsbesuch

von Tobias Kühn  24.04.2026

Tschernobyl

Damals in Tschernobyl

Im März 1987 arbeitete unser Autor zwei Wochen lang im havarierten Atomkraftwerk Tschernobyl. Eine persönlicher Bericht über die Zeit in der Sperrzone und wie es danach weitergeht

von Vitalii Miasnikov  24.04.2026

Sowjetunion

Der Schatten von Tschernobyl

Auch 40 Jahre nach der Katastrophe beschäftigt das Reaktorunglück die Menschen. Unseren Autor begleitet sie seit der Kindheit. Persönliche Erinnerungen und ein politischer Blick zurück

von Alexander Friedman  24.04.2026

USA

Recht auf Restitution

Ende April sollte der Anspruch auf Rückerlangung von in der Nazizeit gestohlener Kunst auslaufen. Per Gesetz wurde er nun entfristet

von Sophie Albers Ben Chamo  23.04.2026

Vereinte Nationen

Welche Chancen hat Rebeca Grynspan?

Erstmals könnte eine Frau neue UN-Generalsekretärin werden. Mit im Rennen ist Rebeca Grynspan aus Costa Rica. Sollte sie gewählt werden, wäre sie auch die erste jüdische Person im Amt

von Michael Thaidigsmann  22.04.2026

London

Weitere Festnahmen nach Anschlägen auf jüdische Gemeinde

Binnen weniger Wochen werden mehrere jüdische Einrichtungen in London zum Ziel von Brandanschlägen. Nun meldet die Anti-Terror-Einheit der Polizei erneut Festnahmen

 21.04.2026

Glosse

Der Rest der Welt

Kamele an der Limmat oder wie Zürich mit Tradition umgeht

von Nicole Dreyfus  20.04.2026

Besuch

Milei ist in Israel, um die Botschaft in Jerusalem zu eröffnen

Der argentinische Präsident gilt als enger Verbündeter des jüdischen Staates, es ist sein dritter Besuch binnen zwei Jahren

 19.04.2026