Tourismus

Koscher im Trend

In Dubai gibt es bereits zwei koschere Restaurants, jetzt soll auch in Bahrain eines eröffnen Foto: Uwe Steinert

Bereits jetzt bietet das noble Ritz-Carlton-Hotel in Bahrains Hauptstadt Manama seinen Gästen einige Annehmlichkeiten, darunter eine Insel mit Privatstrand sowie kleinen Villenunterkünften. Jetzt will das Luxusresort im Königreich am Persischen Golf auch gezielt ein jüdisches Publikum ansprechen. Als erstes Hotel soll das Ritz-Carlton Bahrain bald ein Koscher-Zertifikat der »Orthodox Union« (OU) in den USA bekommen.

INTERESSE Mit der Unterzeichnung des Friedensvertrags zwischen Israel und Bahrain vor einigen Wochen sind in Manama große Hoffnungen auf einen Besucherzustrom aus Israel und den USA verbunden.

Bernard de Villèle, der Direktor des Luxushotels, erklärte, man erkenne seit der Normalisierung der Beziehungen »ein größeres Interesse bei jüdischen und israelischen Reisenden und möchten koscheres Essen für diejenigen anbieten können, die diese Option bevorzugen.« Man habe sich bewusst für eine Partnerschaft mit der OU entschieden, weil sie die weltweit führende Zertifizierungsstelle sei.

Die Orthodox Union berät das Hotel-Management bei der Einrichtung einer neuen koscheren Küche und der Einstellung eines Maschgiach.

Die OU berät das Hotel-Management bei der Einrichtung einer neuen koscheren Küche und der Einstellung eines Maschgiach, welcher die Zubereitung des Essens nach den jüdischen Speisegesetzen überwachen soll. Rabbiner Menachem Genack, Geschäftsführer der »OU Kosher«, sagte, sein Unternehmen sei aufgrund seiner »globalen Ressourcen in der Lage, Anforderungen für Zertifizierungen überall auf der Welt, einschließlich des Golfs, zu erfüllen. Deshalb ist unsere Zertifizierung in dieser Region so gefragt.«

BEZIEHUNGEN Auch der Vorsitzende der kleinen jüdischen Gemeinde Bahrains, Ebraihim Nonoo, ist über die Nachricht erfreut. »Die Partnerschaft mit der weltweit führenden und allgemein anerkannten Kaschrut-Agentur stellt sicher, dass mehr jüdische Touristen Bahrain als nächstes Reiseziel wählen werden. Es vergeht fast kein Tag, an dem wir nicht eine Anfrage von jüdischen Gruppen und Einzelpersonen bekommen, die Bahrain besuchen wollen, und die Frage nach der Verfügbarkeit von koscherem Essen ist eines ihrer Hauptanliegen«, so Nonoo.

Am Dienstag ratifizierte die Knesset, das israelische Parlament, das Abkommen mit Bahrain zur Aufnahme diplomatischer Beziehungen. Zuvor hatte Israel bereits mit den Vereinigten Arabischen Emiraten Frieden geschlossen. In Dubai, der größten Stadt der Emirate, gibt es bereits zwei koschere Restaurants. Sie werden ebenfalls von der OU überwacht. mth

Belarus

Antisemitische Ausfälle aus Minsk

Ein Interview des belarussischen Machthabers Alexander Lukaschenko belastet das bilaterale Verhältnis mit Israel

von Alexander Friedman  17.06.2026

Bonn/Berlin

»Habt keine Angst«: Zeitzeuge Marian Turski vor 100 Jahren geboren

Er gehörte zu den bekanntesten Schoa-Überlebenden. Seine Worte ermutigen viele Menschen auch über seinen Tod im Jahr 2025 hinaus. Zum 100. Geburtstag blickt ein Freund Turskis auf die Zukunft des Erinnerns

 16.06.2026

Interview

»Mir wurde immer wieder vorgeworfen, ich sei zu proisraelisch«

Der Schweizer Politiker und Ständerat Daniel Jositsch über die wahren Gründe für seinen Austritt aus der SP, postkoloniale Irrwege und den Antisemitismus innerhalb der Linken

von Nicole Dreyfus  16.06.2026

Albanien

Flamingos gegen Kushner

In Tirana wächst der Widerstand gegen einen Inselverkauf. Präsident Edi Rama wirft den Demonstranten Antisemitismus vor. Zu Recht?

von Adelheid Wölfl  16.06.2026

Großbritannien

Einstufung von Palestine Action als Terrorgruppe ist rechtens

Ein Berufungsgericht in London hat der Regierung von Premier Keir Starmer Recht gegeben und das Verbot der militant antiisraelischen Gruppierung bestätigt

 15.06.2026

Uganda

Entebbe-Entführung 1976: Debatten um Linksterror und Antisemitismus

Vor 50 Jahren entführten zwei Deutsche und zwei Palästinenser einen Airbus aus Israel nach Uganda. Dabei sollen sie Geiseln nach antisemitischen Kriterien voneinander getrennt haben. Die Tat befeuerte das Unbehagen vieler Linker mit Gewalt

von Nils Sandrisser  15.06.2026

Abstimmung

Schweizer lehnen Bevölkerungsgrenze ab

Soll die Bevölkerung des Landes auf zehn Millionen Menschen begrenzt werden? Darüber sollten die Schweizer heute abstimmen

 14.06.2026

New York

Wie mein Junge das Essen lernte

Lange verzweifelte unser Autor an den Speisegewohnheiten seines Sohnes. Ein Jahr vor dessen Barmizwa unternimmt der Vater einen letzten Versuch: Gemeinsam begeben sie sich auf eine kulinarische Weltreise durch ihre Heimatstadt

von Hannes Stein  14.06.2026

Boy George

Kein Chamäleon

Der britische Sänger positioniert sich schon seit Beginn seiner Karriere klar gegen Antisemitismus. Am 14. Juni wird der Popstar 65 Jahre alt

von Leon Stork  13.06.2026