USA

Kalifornien in Flammen

Woolsey-Feuer im Süden Kaliforniens Foto: dpa

Die verheerende Feuersbrunst in Kalifornien hat im jüdischen Leben rund um die Metropole Los Angeles Spuren der Verwüstung hinterlassen. In den Hügeln rund um den mondänen Vorort Malibu wurden drei traditionsreiche jüdische Feriencamps und ein Gemeindezentrum komplett zerstört.

Drei Gebäude einer jüdischen Ganztagsschule verbrannten, und mehrere Synagogen wurden durch Rauch beschädigt. Wie die Jewish Telegraphic Agency berichtet, verloren etliche Familien, unter ihnen die des neuen Rabbiners der Malibu Jewish Community & Synagogue, ihre Häuser und ihren gesamten Besitz.

FERIENCAMP Zu den Orten, die Opfer der Flammen wurden, gehören das »Camp Hess Kramer« und das kleinere Camp »Gindling Hilltop«. Zehntausende jüdische Jugendliche dreier Generationen verbrachten dort ihre Sommerferien.

Mehr als 200 jüdische Beter, darunter auch etliche ehemalige Feriengäste, trafen sich am vergangenen Schabbat zu einer spontanen Hawdala-Feier – vor der Kulisse der brennenden Hügelketten. »Obwohl wir zu diesem Zeitpunkt das Ausmaß der Zerstörung noch nicht überblicken konnten, wussten wir, dass unsere Gemeinschaft Trost brauchte«, sagt Ari Kaplan, der stellvertretende Leiter der Camps.

Drei Gebäude einer jüdischen Ganztagsschule verbrannten, und mehrere Synagogen wurden durch Rauch beschädigt.

Erst allmählich wird das Ausmaß des Schadens sichtbar. Rund 90 Prozent der Camp-Flächen sind zerstört. Der Wiederaufbau, so Kaplan, werde Jahre dauern. Doch bemühe man sich schon um ein Ausweichquartier für nächsten Sommer.

TORAROLLEN Jener Blick nach vorn war es wohl auch, der Rabbi Barry Diamond antrieb. Nachts um drei weckte ihn ein Nachbar, weil das Viertel evakuiert werden sollte. Knapp 20 Minuten später war Diamond in seiner Synagoge Adat Elohim in Thousand Oaks. Das Gebäude war bereits fast vollständig vom Feuer eingeschlossen. Das allerdings hielt den Rabbi nicht davon ab, in die Synagoge zu rennen und zwei Torarollen zu retten. Eine hatte die Schoa überstanden, die andere war erst vor einem halben Jahr eingebracht worden.

Doch damit nicht genug: Diamond rannte ein zweites Mal hinein – diesmal mit Gemeindechef Sandy Greenstein – und barg auch die anderen beiden Torarollen sowie die Rolle des Buches Esther. »Manchmal«, sagt Rabbi Diamond, »musst du dein Herz in beide Hände nehmen, tun, was zu tun ist – und dir erst danach Gedanken machen.

Ungarn

Ein Löffel Paprika, eine Prise Identität

Lili Lantos präsentiert auf Instagram ihr digitales Kochbuch mit jüdischen Familienrezepten. Dabei schafft sie Nähe, ohne viele Worte zu verlieren

von Nicole Dreyfus  05.07.2026

Wien

Antisemitismus am Denkmal für einen Antisemiten

Ausgerechnet am umstrittenen Denkmal für den einstigen Wiener Bürgermeister Karl Lueger ist es zu einem judenfeindlichen Eklat gekommen

 03.07.2026

Großbritannien

London ehrt Stefan Zweig

84 Jahre nach seinem Tod wird der berühmte österreichische Schriftsteller Stefan Zweig in London geehrt. Dorthin war er 1936 vor den Nazis geflohen

 02.07.2026

Schweiz

Zürcher Attentäter schweigt vor Gericht

Der 17-jährige Angeklagte, der am 2. März 2024 in Zürich einen orthodoxen jüdischen Mann fast tötete, verweigert vor Gericht jede Aussage. Ihm droht wegen mehrfachen versuchten Mordes die höchstmögliche Jugendstrafe von einem Jahr Freiheitsentzug.

von Nicole Dreyfus  02.07.2026

USA

Es war einmal ein »Reich der Güte«

Vor 250 Jahren wurden die Vereinigten Staaten gegründet. Aus jüdischer Perspektive war die Entstehung der Neuen Welt auch der Beginn einer beispiellosen Erfolgsgeschichte

von Paul Bentin  02.07.2026

Großbritannien

Oberrabbiner Mirvis fordert, den Ruf »Tod der IDF« unter Strafe zu stellen

Oberrabbiner Mirvis hat die Politik seines Landes zu einem schärferen juristischen Vorgehen gegen anti-israelische und antisemitische Hassrede aufgefordert

 01.07.2026

Proteste gegen Kushner-Projekt

Ein Land sieht pink: Albaniens Flamingo-Revolution ist nicht zu stoppen

Flamingos überall - und kein Ende in Sicht: EU-Beitrittskandidat Albanien ist fest im Griff einer Protestwelle. Fällt die Regierung unter der pinken Revolution?

von Markus Schönherr  30.06.2026

Österreich

Rabbiner Yaron Nisenholz wird Wiens neuer Oberrabbiner

Nach einem internationalem Auswahlverfahren übernimmt Rabbiner Yaron Nisenholz die religiöse Führung der IKG Wien

von Nicole Dreyfus  29.06.2026

Venezuela

Jüdische Gemeinde beklagt drei Tote, mehr als 100 Obdachlose

Das Erdbeben in Venezuela hat auch für die rund 5000 Mitglieder zählende jüdische Gemeinschaft des Landes schwere Folgen

 29.06.2026