USA

Jüdisches Begräbnis für Jeffrey Epstein?

US-Milliardär Jeffrey Epstein hatte vor seinem Prozess Selbstmord begangen. Foto: dpa

USA

Jüdisches Begräbnis für Jeffrey Epstein?

Bisher ist unklar, wo der verurteilte amerikanische Geschäftsmann beerdigt wird

 14.08.2019 11:03 Uhr

Nach dem mutmaßlichen Selbstmord von Jeffrey Epstein in einem New Yorker Gefängnis stellt sich die Frage, ob der Geschäftsmann auf einem jüdischen Friedhof bestattet wird. Der Journalist Ari Feldman von der Online-Zeitung »Forward« stellt dazu fest: Nach Ansicht von Experten sei der Fall Epstein so ungewöhnlich, dass bisher völlig unklar sei, was mit seinen sterblichen Überresten geschieht.

Jüdische Beerdigungen hätten innerhalb von einem bis zu drei Tagen nach dem Tod des Verstorbenen stattzufinden. Doch Epstein starb am 10. August, seine Leiche wurde obduziert, und eine zweite Obduktion steht laut Medienberichten noch aus.

GNADE David Zinner vom Gamliel-Institut, das Ausbildung in jüdische Beerdigungsriten anbietet, sagte dem »Forward«: »Die Gebete, die mit Tahara (Reinheit) zusammenhängen, bitten Gott um Gnade für den (verstorbenen) Menschen. Hat Jeffrey Epstein Gnade verdient? Da bin ich mir nicht so sicher.« Epstein war von der Staatsanwaltschaft vorgeworfen worden, Dutzende minderjährige Mädchen missbraucht zu haben.

Zinner sagte laut dem Bericht weiter, er sei nicht überrascht, wenn eine Chevra Kadischa, die jüdische Beerdigungsgesellschaft, sich wegen Epsteins mutmaßlicher Verbrechen weigern würde, sich seiner anzunehmen. Die Chevra Kadischa in der Upper East Side von Manhattan teilte mit, bisher sei sie von keiner Synagoge in der Umgebung wegen einer Beerdigung Epsteins kontaktiert worden.

Der »Forward« zitierte eine Talmudstelle, laut der »eine böse Person nicht neben einer gerechten Person« beerdigt werden soll. Ferner stellt sich die Frage, ob ein Selbstmörder auf einem jüdischen Friedhof bestattet werden kann. Die Auslegungen zu diesem Thema sind unterschiedlich. Einige Rabbiner sind der Ansicht, auch nach einem Suizid könne ein Mensch auf einem jüdischen Friedhof begraben werden – sein Grab müsse jedoch von anderen Gräbern abgetrennt werden.  ag

Belgien

Uni-Rektorin: »Haben bereits viele Partnerschaften verloren«

Die Besetzer verlangen einen vollständigen Boykott Israels und wollen weitermachen - obwohl die Uni-Leitung ihnen nun erneut entgegenkam

von Michael Thaidigsmann  15.05.2026

Jewrovision 2026

Die Nervosität steigt …

Schon bald gehen die Scheinwerfer an und 600 jüdische Jugendliche aus ganz Deutschland werden ihre Showacts zum Besten geben

von Nicole Dreyfus  15.05.2026

Genf

Ronald Lauder warnt vor Entfremdung zwischen Israel und der Diaspora

»Wir müssen bestehende Risse reparieren, bevor es zu spät ist«, sagt der Präsident des Jüdischen Weltkongresses

 15.05.2026

Nachruf

Mann mit Prinzipien

Ein halbes Jahrhundert lang stand »Abe« Foxman im Dienst der Anti-Defamation League, die Hälfte davon als ihr Chef. Nun ist der Schoa-Überlebende im Alter von 86 Jahren gestorben

von Michael Thaidigsmann  14.05.2026

Washington D.C.

Mehr als eine Million Dollar für Schutz jüdischer Einrichtungen in Los Angeles

Das Geld fließt ins Community Security Initiative Program. Das Projekt arbeitet mit jüdischen Einrichtungen zusammen und koordiniert Kontakte zu Sicherheits- und Rettungsbehörden

 12.05.2026

Jubilar

Architektur als Zeichen der Hoffnung - Daniel Libeskind wird 80

Das Jüdische Museum Berlin, der Masterplan für Ground Zero in New York: Für den Amerikaner ist Bauen Teil der Erinnerungskultur

von Sigrid Hoff  12.05.2026

Meinung

Wer definiert das Judentum?

Die Theologische Fakultät der Universität Freiburg im Üechtland verleiht dem messianischen Rabbiner Mark S. Kinzer die Ehrendoktorwürde. Das belastet das jüdische Verhältnis zu einem katholischen Partner

von Zsolt Balkanyi-Guery  12.05.2026

Essay

Warum ich Zionist bin

Heute ist Zionismus für viele ein Schimpfwort und gleichbedeutend mit Rassismus. Da muss eine Verwechslung vorliegen. Antizionismus ist Rassismus. Der Zionismus ist die selbstverständlichste Antwort auf zweitausend Jahre Verfolgung, Vertreibung und Völkermord

von Mathias Döpfner  12.05.2026

Runder Geburtstag

Meister der Linien: Architekt Daniel Libeskind wird 80

Er hat weltberühmte Gebäude entworfen – aber noch nie eines für sich selbst. Für den Architekten ist das gar kein Widerspruch, denn ihn interessiert ja etwas anderes

von Julia Kilian  11.05.2026