Ernennung

Wissen statt Fake News: Joe Biden beruft Eric Lander

Eric Lander, der künftige Chefberater Joe Bidens in wissenschaftlichen Fragen Foto: imago images/ZUMA Wire

Es ist eine Personalentscheidung mit Signalwirkung: Der künftige US-Präsident Joe Biden hat den jüdischen Molekularbiologen, Genforscher und Mathematiker Eric Lander zum Direktor des Büros für Wissenschafts- und Technologiepolitik (OSTP) ernannt. Lander wird damit wissenschaftlicher Chefberater des neuen Präsidenten sein und auch einen Platz am Kabinettstisch bekommen, gab das Biden-Übergangsteam bekannt.

Biden wird am Mittwoch als 46. Präsident der USA ins Amt eingeführt. Bereits im Wahlkampf hatte der demokratische Politiker versprochen, dass alles, was seine Regierung tun werde, auf »Wissenschaft, Fakten und Wahrheit« beruhen solle.

Externer Inhalt

An dieser Stelle finden Sie einen externen Inhalt, der den Artikel anreichert. Wir benötigen Ihre Zustimmung, bevor Sie Inhalte von Sozialen Netzwerken ansehen und mit diesen interagieren können.

Mit dem Betätigen der Schaltfläche erklären Sie sich damit einverstanden, dass Ihnen Inhalte aus Sozialen Netzwerken angezeigt werden. Damit können personenbezogene Daten an Drittanbieter übermittelt werden. Dazu ist ggf. die Speicherung von Cookies auf Ihrem Gerät nötig. Mehr Informationen finden Sie hier.

Sollte er vom US-Senat bestätigt werden, würde der 63-jährige Lander Nachfolger des Meteorologen Kelvin Droegemeier, der 2019 von Präsident Donald Trump zum Direktor des Wissenschaftsbüros ernannt wurde. Zuvor hatte Trump die Stelle knapp zwei Jahre lang unbesetzt gelassen.

FACHWECHSEL Biden hat versprochen, die Mittel für Forschung und Entwicklung in den USA zu erhöhen, einschließlich auf den Feldern Medizin und Energie. Zudem ernannte er den früheren Außenminister John Kerry zum Sondergesandten für den Klimaschutz.

Eric Lander wurde in New York als Sohn des Rechtsanwalts Harold Lander und der Lehrerin Rhoda G. Lander geboren. Schon früh tat er sich als Mathematiker hervor. Seine Abschlussarbeit an der Princeton University widmete sich der Struktur projektiver Module. Anschließend schrieb er seine Doktorarbeit über algebraische Codierungstheorie und symmetrische Blockdesigns. Mitte der Achtziger Jahre wechselte Lander das Fach und vertiefte sich am Massachusetts Institute of Technology in die Genom-Forschung.

TEAM Zuletzt forschte und lehrte er an der Harvard University. Der Wissenschaftler wurde vielfach ausgezeichnet. Im vergangenen Jahr ernannte ihn Papst Franziskus zum Mitglied der Päpstlichen Akademie der Wissenschaft.

Lander selbst erklärte in einem Tweet, er freue sich auf seine neue Aufgabe in der Biden-Administration. Dort soll er gemeinsam mit der Soziologin Alondra Nelson, der Chemikerin Frances Arnold und der Astrophysikerin Maria Zuber das wissenschaftliche Beraterteam im Weißen Haus bilden. Seinen Tweet versah er mit dem vielsagenden Hashtag #ScienceIsBack (»die Wissenschaft ist zurück«). mth

Kommentar

Wenn das kein Antisemitismus ist, was dann?

Ein Mann wollte in Zürich eine Synagoge in Brand stecken. Der Täter gestand die Attacke. Er kam vor Gericht. Nun wurde er freigesprochen

von Nicole Dreyfus  04.05.2026

Frankreich

Mit einer Prise Antisemitismus in den Elysée?

Mit 74 Jahren nimmt Linkspopulist Jean-Luc Mélenchon zum vierten Mal Anlauf auf das Präsidentenamt. Dabei operiert er gezielt mit antisemitischen und antiisraelischen Narrativen

von Michael Thaidigsmann  04.05.2026

Jubilar

Architektur als Zeichen der Hoffnung - Daniel Libeskind wird 80

Das Jüdische Museum Berlin, der Masterplan für Ground Zero in New York: Für den Amerikaner ist Bauen Teil der Erinnerungskultur

von Sigrid Hoff  04.05.2026

Howard Rossbach

Wanderer zwischen Ostküste und Oregon

Er ist Spross einer Familie bekannter Politiker und Bankiers. Doch seit 50 Jahren reüssiert der gebürtige New Yorker Howard Rossbach am anderen Ende Amerikas als Winzer. Ein Porträt

von Michael Thaidigsmann  04.05.2026

Italien

Nächstes Jahr in Palermo

Über Jahrhunderte war das Judentum fester Bestandteil Siziliens. Dann wurde es mehr als 500 Jahre lang dem Vergessen preisgegeben. Die Geschichte einer Wiederentdeckung

von Mark Feldon  04.05.2026

Großbritannien

Regierung erwägt Einschränkungen bei israelfeindlichen Demonstrationen

Premierminister Keir Starmer verweist auf eine zunehmende Bedrohungslage für jüdische Gemeinden im Land. Insbesondere Parolen wie »Globalize the Intifada« müssten geahndet werden

 04.05.2026

Glosse

Wie wird man ein anständiger Antisemit? Tipps und Tricks für Judenhasser

Eine Handreichung

von Daniel Neumann  03.05.2026

Meinung

Wir haben ein Problem – und wir müssen endlich darüber reden

Ein Weckruf über verfehlte Migration, ausländische Einflussnahme und das ohrenbetäubende Schweigen der »Progressiven«

von Jacques Abramowicz  02.05.2026

Großbritannien

Londoner Polizeichef: Beinahe »Pandemie« des Antisemitismus

Ein terroristisch motivierter Anschlag in den kommenden sechs Monaten gilt in der vierten von fünf Stufen nun als »sehr wahrscheinlich«

 01.05.2026