Abraham-Abkommen

Friedens-Nobelpreis für Jared Kushner?

Jared Kushner mit seiner Frau Ivanka Trump Foto: imago/MediaPunch

Jared Kushner, Nahostberater und Schwiegersohn des früheren US-Präsidenten Donald Trump, ist von Harvard-Rechtsprofessor Alan Dershowitz für den Friedensnobelpreis nominiert worden. Ebenfalls für die hohe Auszeichnung vorgeschlagen wurde Kushners Stellvertreter und Nahost-Gesandter Avraham (Avi) Berkowitz.

ABKOMMEN Dershowitz gab seiner Hoffnung Ausdruck, dass beide Männer Ende diesen Jahres mit dem Preis für ihre Rolle bei der Aushandlung der sogenannten »Abraham-Abkommen« zwischen Israel und den Vereinigten Arabischen Emiraten, Bahrain, dem Sudan und Marokko gewürdigt würden.

In einem Brief an das Nobelpreiskomitee schrieb Dershowitz, er sei der festen Überzeugung, dass das singuläre Ereignis, das den Friedensnobelpreis für das vergangene Jahr rechtfertigt, die Abraham-Abkommen seien. Diese enthielten »das Versprechen eines noch umfassenderen Friedens im Nahen Osten zwischen Israel, den Palästinensern und anderen arabischen Nationen. Sie sind ein riesiger Schritt vorwärts, um der Region und sogar der Welt Frieden und Stabilität zu bringen.

VORSCHLAGSRECHT «Kushner und Berkowitz reisten durch die ganze Region, trafen sich mit Staatschefs und ihren Mitarbeitern, setzten sich für den Frieden ein und fixierten am Ende alle Details.» Dershowitz lobte darüber hinaus auch Trumps Botschafter in Israel, David Friedman, und den israelischen Botschafter in Washington, Ron Dermer, als wichtige Strippenzieher. Kushner und Berkowitz, der Sonderbeauftragte und Gesandte Trumps für besondere internationale Verhandlungen, gelten als zentrale Figuren bei der Aushandlung und Vermittlung der Normalisierungsverträge zwischen dem jüdischen Staat und den arabischen Ländern.

Der Rechtsprofessor und Anwalt Dershowitz ist in seiner Eigenschaft als emeritierter Professor der Harvard Law School berechtigt, dem Osloer Nobelpreiskomitee einen Vorschlag zu unterbreiten. Die Einreichungsfrist endete am Sonntag. Tausende von Menschen, von Parlamentsabgeordneten weltweit bis hin zu ehemaligen Preisträgern, sind berechtigt, Kandidaten vorzuschlagen.

Externer Inhalt

An dieser Stelle finden Sie einen externen Inhalt, der den Artikel anreichert. Wir benötigen Ihre Zustimmung, bevor Sie Inhalte von Sozialen Netzwerken ansehen und mit diesen interagieren können.

Mit dem Betätigen der Schaltfläche erklären Sie sich damit einverstanden, dass Ihnen Inhalte aus Sozialen Netzwerken angezeigt werden. Damit können personenbezogene Daten an Drittanbieter übermittelt werden. Dazu ist ggf. die Speicherung von Cookies auf Ihrem Gerät nötig. Mehr Informationen finden Sie hier.

Dershowitz, der ursprünglich den Demokraten nahe stand, hatte Trump in seinem ersten Amtsenthebungsverfahren im vergangenen Jahr noch verteidigt. Vor kurzem forderte er laut «Wall Street Journal», dass der Senat das laufende Impeachment gegen den am 20. Januar aus dem Amt geschiedenen Trump abweisen solle.

EHRE Zahlreiche weitere Vorschläge für den Friedensnobelpreis 2021 wurden eingereicht. Darunter befindet sich der Name des inhaftierten russischen Dissidenten Alexei Nawalny, die Weltgesundheitsorganisation (WHO) und die Klimaaktivistin Greta Thunberg, die bereits in den vergangenen zwei Jahren nominiert war. Ebenfalls auf der Liste der möglichen Kandidaten war Donald Trump selbst – ein norwegischer Parlamentsabgeordneter hatte sich für ihn stark gemacht. Der Friedensnobelpreis 2020 ging dann allerdings an das Welternährungsprogramm der Vereinten Nationen.

Die «Abraham-Abkommen» gelten als wichtiger diplomatischer Durchbruch im Nahen Osten. Kushner sagte in einer Erklärung, er fühle sich geehrt, für den Nobelpreis nominiert zu sein. Die Entscheidung über den Gewinner der renommierten Auszeichnung fällt aber erst im Oktober. mth

Toronto

Schüsse auf jüdische Bäckerei – Polizei ermittelt wegen möglicher Hasskriminalität

Innerhalb von 20 Minuten werden in der kanadischen Metropole zwei Anschläge auf die Bäckereikette Kiva’s Bagel verübt

 27.07.2026

Großbritannien

Zwischen Skepsis und Hoffnung

Die jüdische Gemeinschaft sieht den neuen Premier Andy Burnham kritisch – er will die Nahostpolitik des Landes ändern

von Rudolf Hönnige  23.07.2026

Meinung

Ist der neue jüdische Außenminister nur ein Feigenblatt?

Großbritanniens neuer Premier Andy Burnham hat Ed Miliband zum Außenminister ernannt. Dass nun ein jüdischer Politiker für die Nahostpolitik zuständig ist, könnte auch ein Feigenblatt sein

von Michael Thaidigsmann  21.07.2026

Argentinien

Der jüdische Teil von Messi

Während im Internet Gerüchte über Herkunft und Sympathien der Spielerikone kursieren, erzählen die Söhne eines verstorbenen argentinischen Fußballfans eine andere, besonders schöne Geschichte

von Sophie Albers Ben Chamo  19.07.2026 Aktualisiert

USA

Wanderer zwischen Ostküste und Oregon

Howard Rossbach ist eine feste Größe im Weinhandel, liebt Anekdoten und prophezeit seiner schwächelnden Branche trotz allem eine gute Zukunft

von Michael Thaidigsmann  17.07.2026

Justiz

Schweizer Comedian Hamza Raya wegen Rassismus angezeigt

Ein muslimischer Comedian und ein jüdischer Gastronom loten die Grenzen der Satire aus. Nun droht dem einen von beiden eine juristische Auseinandersetzung

von Nicole Dreyfus  15.07.2026

Jahrhundertzeugin

Wie eine Sintiza die Nazizeit überlebte und ihre Heiterkeit rettete

Frieda Daniels ist Hochseilartistin. Sie floh als Sintiza vor der Vernichtung durch die Nationalsozialisten. Als 93-jährige Zeitzeugin war sie nun in Heidelberg zu Gast. Eine außergewöhnliche Lebensgeschichte

von Stefanie Ball  15.07.2026

Verschwörungsmythen

Messi: Im Visier von Antisemiten

Eine NGO, die in den sozialen Medien antisemitische Inhalte aufspürt, berichtet, dass Argentiniens Starspieler immer wieder Ziel von judenfeindlichen Verschwörungsmythen wird

 15.07.2026

New York

Ronald Lauder sucht Nachfolger

Der WJC-Präsident, Unternehmer und Philanthrop wirbt außerdem dafür, dass sich eine neue Generation wohlhabender Juden stärker für jüdisches Leben engagiert – durch Investitionen in Bildung

 15.07.2026