Auschwitz

Israelflaggen von jüdischer Reisegruppe in Auschwitz beschlagnahmt

Zu politisch? Eine mit dem Geiselband versehene Israelflagge Foto: picture alliance/dpa

Im Auschwitz-Museum in Polen wurden bei einer jüdischen Reisegruppe aus Großbritannien  israelische Flaggen, die auch gelbe Geiselbänder zeigten, konfisziert. Das berichtet der »Jewish Chronicle«.

Später habe das Museum die Maßnahme mit der Begründung verteidigt, dass Nationalflaggen zwar erlaubt seien, aber jede Veränderung gegen die Vorschriften des Museums verstoße.

Lesen Sie auch

»Die Gruppe war wirklich verärgert und konnte es nicht verstehen«, wird Lawrence Bentley, 76, ein Mitglied der 46-köpfigen Gruppe der Bushey-Synagogen-Gemeinde in Hertfordshire, zitiert. »Das ist wirklich schlimm in der heutigen Zeit.«

Die Gruppe habe versucht, den Sicherheitsbeamten zu erklären, dass die gelben Bänder für die Geiseln in Gaza stünden. Doch die Beamten hätten darauf bestanden, dass die gelben Bänder die Flaggen zu einer »politischen Aussage« machten und diese deshalb konfisziert werden müssten. Einige Mitglieder hatten sich die Fahnen über die Schultern gelegt, und sie wurden angehalten und daran gehindert weiterzugehen. Die Flaggen wurden am Ende des Besuchs des Gedenkortes zurückgegeben.

Gegen Missbrauch

Ein Sprecher des Auschwitz-Museums erklärte gegenüber der Jewish Chronicle: : »Die Besucher der Gedenkstätte Auschwitz dürfen Nationalflaggen mitbringen, sie dürfen jedoch in keiner Weise verändert werden, zum Beispiel durch Hinzufügen von Slogans, Symbolen oder anderen Änderungen. Jede veränderte Flagge gilt nicht mehr als Nationalflagge und entspricht nicht den Vorschriften der Gedenkstätte. Alle Besucher erklären sich mit dem Kauf einer Eintrittskarte mit diesen Richtlinien einverstanden.«

Diese Regeln würden seit vielen Jahren gelten, so der Sprecher weiter, »um jegliche Versuche zu verhindern, die Gedenkstätte für Aktivitäten zu nutzen, die nichts mit ihrer Geschichte zu tun haben und die als respektlos gegenüber den Opfern des deutschen Nazilagers oder als Versuch, ihr Leiden in irgendeiner Weise zu instrumentalisieren, aufgefasst werden könnten. Diese Regeln gelten für alle Besucher, unabhängig von ihrer Absicht oder ihrem guten Willen.«

Er habe seine eigene Fahne während der Sicherheitskontrollen in seiner Tasche versteckt, wird Bentley zitiert. »Als wir in Auschwitz waren, versammelten wir uns alle mit der Flagge und sangen «Am Yisrael Chai» und «Oseh Shalom». Sie hätten auch Kerzen angezündet und Gebete für die Geiseln gesprochen. ja

London

Jüdische Londoner fühlen sich von Aktivisten eingeschüchtert

Rund 40 Personen seien in ein jüdisch geprägtes Wohngebiet gezogen, hätten Parolen wie »Völkermord« skandiert und gefordert, der Staat Israel müsse verschwinden, sagen Augenzeugen

 01.04.2026

Nepal

Sederabend auf Rekordniveau

Wie Kathmandu zur Bühne einer der größten Pessachfeiern der Welt wurde

von Matthias Messmer  31.03.2026

Winnipeg

Jüdischer Anti-Zionist wird Chef der sozialdemokratischen NDP

Avi Lewis delegitimiere einen wesentlichen Teil jüdischer Identität, sagen jüdische Organisationen in Kanada

 31.03.2026

Österreich

Hamas-Narrative im ORF?

Für die Österreichische Medienbehörde ist klar, dass der ORF den Krieg im Gazastreifen in einer ausgestrahlten TV-Dokumentation verzerrt hat

von Nicole Dreyfus  30.03.2026

Porträt

Challa vom Prinzen

Idan Chabasov wurde mit seinen kunstvollen Zopfkreationen auf Instagram berühmt. Sein simples Rezept: Mehl, Wasser, Hefe und Verbundenheit zur jüdischen Gemeinschaft. Seine ersten Challot hat er in Berlin gebacken

von Nicole Dreyfus  29.03.2026

Gesa Ederberg

»Globaler und vielfältiger«

Die Berliner Rabbinerin über ihre neue Präsidentschaft der »Rabbinical Assembly«, amerikanische Kollegen und europäischen Elan

von Mascha Malburg  29.03.2026

Großbritannien

Wegen Hamas-Lob: Polizei nimmt Ärztin zum fünften Mal fest

Immer wieder machte die britisch-palästinensische Medizinerin Rahmeh Aladwan mit antisemitischer Hetze von sich reden. Doch auch dieses Mal wurde sie nicht in Haft genommen

 27.03.2026

Krieg gegen Iran

USA könnten Abfangraketen für die Ukraine nach Nahost umleiten

Schicken die USA für die Ukraine vorgesehene Rüstungsgüter in den Nahen Osten? Ein Bericht der »Washington Post« sorgt Aufsehen - vor allem, weil eine Nato-Initiative betroffen sein könnte

 26.03.2026

Großbritannien

Angriff auf Ambulanzen

Eine iranisch-islamistische Terrorgruppe bekennt sich zu einem Anschlag auf den jüdischen Rettungsdienst Hatzola

von Daniel Zylbersztajn-Lewandowski  25.03.2026