Helsingborg

Gemeindesekretärin bei Messerangriff schwer verletzt

Das Motiv für den Angriff sei noch nicht geklärt, teilte die Polizei mit. Foto: dpa

In der südschwedischen Stadt Helsingborg ist am Dienstag die Sekretärin der örtlichen jüdischen Gemeinde Opfer eines Angriffs geworden. Wie die Jewish Telegraphic Agency berichtete, trat ein Mann mit einem großen Messer von hinten an die Frau heran und stach mehrmals in ihren Oberkörper. Die Tat ereignete sich in der Nähe der kleinen Synagoge der Stadt.

Der Angreifer floh, als die Frau um Hilfe schrie. Sie wurde in kritischem Zustand in ein Krankenhaus gebracht.

Tatmotiv Das Motiv für den Angriff sei noch nicht geklärt, teilte die Polizei mit. Trotzdem meldete das »Helsingborgs Dagblad«, eine große Lokalzeitung, es scheine »der Akt eines psychisch Gestörten gewesen zu sein, bei dem die Frau zufällig angegriffen wurde«. Dem Bericht zufolge wurde ein Verdächtiger identifiziert und Haftbefehl gegen ihn erlassen. Der Mann wird wegen versuchten Mordes gesucht.

Israels Präsident Reuven Rivlin hat den Angriff inzwischen mit Antisemitismus in Verbindung gebracht. In einer Erklärung schrieb er, das Attentat »erinnert uns daran, dass wir uns nicht auf die schwindende Erinnerung an die Schoa verlassen können, um die heutigen jüdischen Gemeinden zu schützen«.

Die Gewaltkriminalitätsrate Südschwedens ist eine der höchsten des Landes. Die rund 1200 Juden, die in der Region leben, sind einem massiven Antisemitismusproblem ausgesetzt. Jedes Jahr kommt es zu Dutzenden antisemitischen Hassverbrechen.

Essay

Der Druck der Straße: Kann Frankreich seine Juden noch schützen?

Eine Republik, die ihre Rathäuser nicht schützen kann, wird auch ihre Juden nicht mehr lange beschützen können, meint unser Gastautor

von Rabbiner Pinchas Goldschmidt  23.10.2026

Rom

Papst vor AJC-Delegation: »Kirche duldet keinen Antisemitismus«  

Erstmals empfing Leo XIV. im Vatikan eine Delegation des American Jewish Committee - und betonte in seiner Ansprache, dass der interreligiöse Dialog zum Weltfrieden beitrage

 22.10.2026

New York

Magische Juden

Handleser, Geisterbeschwörer, Wahrsager und Wunderheiler: Eine neue Ausstellung beleuchtet die Lust am Okkulten

von Eva C. Schweitzer  21.10.2026

Interview

»Die Situation in Irland ist besonders dramatisch«

Daniel Botmann, der Geschäftsführer des Zentralrats der Juden in Deutschland, spricht über seine jüngsten Besuche in Irland und Großbritannien und die Zusammenarbeit innerhalb der J7-Gruppe der großen jüdischen Gemeinden weltweit

von Michael Thaidigsmann  21.10.2026

London

Jüdinnen auf offener Straße angegriffen

Die Opfer wurden im Stadtteil Clapton Common ins Gesicht geschlagen

 21.10.2026

Israel

»So wollte ich nicht sterben«

Der indische Kapitän des »Fly Dubai«-Fluges schildert erstmals ausführlich, was sich an Bord abspielte

 20.10.2026

Kommentar

Eine unheilvolle Allianz

Wenn wie in Frankreich die radikale Linke und Islamisten Juden für Israels Politik verantwortlich machen, ist eine Grenze überschritten

von Simone Rodan  20.10.2026

Frankreich

Anarchie und Antisemitismus

Was mit Schülerprotesten gegen schlechte Lernbedingungen begann, hat sich zu gewalttätigen politischen Unruhen ausgewachsen, befeuert von Judenhass

von Laura Sahin  19.10.2026

Dave Rich

»Jüdische Studierende schweigen oft«

Der Antisemitismus-Experte über zunehmenden Judenhass an Universitäten, mangelnde Sicherheit im Alltag und die extreme Rechte in Großbritannien

von Nicole Dreyfus  19.10.2026