USA

Gefeierte jüdische Weltkriegs-Spionin stirbt mit 105 Jahren

Marthe Cohn in der Dokumentation »Chichinette« von 2019 Foto: missingFILMs

USA

Gefeierte jüdische Weltkriegs-Spionin stirbt mit 105 Jahren

Marthe Cohn hat als Spionin im Zweiten Weltkrieg unzähligen alliierten Soldaten das Leben gerettet. Und bis zuletzt Zeugnis abgelegt. Sie wurde 105 Jahre alt

 24.05.2025 23:04 Uhr

Marthe Cohn, genannt Chichinette, eine französische Jüdin, die als Spionin für die Alliierten in Frankreich und in Nazi-Deutschland unterwegs war, ist im Alter von 105 Jahren gestorben. Ihre Arbeit soll unzähligen alliierten Soldaten das Leben gerettet haben. Immer wieder konnte sie das französische Militär mit Informationen über deutsche Stellungen versorgen und trug so zu mehreren wichtigen Siegen bei.

Lesen Sie auch

Cohn wurde 1920 als Marthe Hoffnung in eine orthodoxe Familie in Metz geboren. Aufgrund der Nähe zur deutschen Grenze hatte sie schon als Kind Deutsch gelernt, was sie als Spionin einsetzen konnte. Nach der Pogromnacht 1938 in Deutschland hatte ihre Familie anderen Juden bei der Flucht geholfen. Als der Krieg ausbrach, zogen sie ins unbesetzte Südfrankreich, von wo aus Cohn ihre Einsätze antrat.

»Bis zu meinem letzten Atemzug Zeugnis ablegen«

Dabei wussten nicht einmal ihre eigenen Kinder von den Heldentaten der mittlerweile mit höchsten militärischen Ehren und Orden ausgezeichneten Mutter. Fast 60 Jahre lang hat Marthe Cohn geschwiegen, darüber, wie sie nach dem Einmarsch der Deutschen alles tat, um ihre und andere jüdische Familien zu retten; darüber, dass ihre Schwester Stéphanie in Auschwitz ermordet und dass ihr Verlobter gefoltert und getötet wurde, und auch darüber, wie sie sich freiwillig zum militärischen Geheimdienst meldete.

2002 erschienen Cohns Memoiren »Hinter feindlichen Linien: Die wahre Geschichte einer jüdischen Spionin in Nazi-Deutschland«. Die letzten 25 Jahre ihres Lebens hat sie damit verbracht, ihre Geschichte an Schulen und in Gemeindezentren in ganz Europa und den USA zu erzählen. »Ich werde bis zu meinem letzten Atemzug Zeugnis ablegen«, hat sie ihren Zuhörern immer wieder gesagt.

2019 kam der Dokumentarfilm »Chichinette: The Accidental Spy« in die Kinos. Darin sagte sie, dass ihre Botschaft für die Menschen von heute laute: »Engagiert euch, und nehmt keinen Auftrag an, den euer Gewissen nicht gutheißen könnte.«

Cohn starb in ihrer Wahlheimat Kalifornien. ja

Elvis Presley

Der King of Rock ’n’ Roll trug einen Davidstern

Hollywoodregisseur Baz Luhrmann setzt dem Star ein episches Denkmal

von Stephen Tree  02.03.2026

Schweiz

Drohung gegen koscheren Supermarkt

In Zürich ist es am Samstagabend zu einem Großaufgebot der Polizei vor jüdischen Einrichtungen gekommen

von Nicole Dreyfus  01.03.2026

Deutschland

Warnung vor Terror-Gefahr in Deutschland wegen Iran-Krieg

Wegen des Krieges in Nahost rechnet der Antisemitismusbeauftragte der Bundesregierung, Felix Klein, mit einer »gesteigerten Bedrohungslage für jüdisches Leben in Deutschland«

 01.03.2026

Israel

Netanjahu an Iraner: »Vollendet es«

Regierungschef Benjamin Netanjahu richtet sich mit einer Ansprache auf Farsi an die iranische Bevölkerung

 01.03.2026

Iran

Britischer Verteidigungsminister: »Iran verliert die Kontrolle über seine Kommandostrukturen«

Großbritannien beteiligt sich am Militäreinsatz gegen den Iran. Verteidigungsminister Healey warnt vor wahllosen iranischen Angriffen

 01.03.2026

Türkei

Exil-Iraner im Glück

Nach dem Tod Chameneis feiern Exil-Iraner in der Türkei die Möglichkeit ihrer Rückkehr. Doch schwingt auch Sorge mit

 01.03.2026

Iran

Iran bestätigt Chameneis Tod und droht mit Vergeltung

Die staatlichen Medien des Iran haben Chameneis Tod bestätigt. Die Angriffe gehen beidseitig weiter - auch auf Golfstaaten

 01.03.2026

»Brüllender Löwe«

Präventivschlag gegen Iran: Die Lage im Überblick

Nach dem gemeinsamen Angriff Israels und der USA auf den Iran reagieren die Behörden auf die erhöhte Sicherheitslage. Die Lage im Überblick

 28.02.2026 Aktualisiert

Ukraine

Im Schatten der Drohnen

In Odessa, wo Strom, Wasser und die Sicherheit knapp sind, zeigen selbst jene, die kaum etwas haben, Solidarität und Mitmenschlichkeit – ganz nach dem Prinzip »Sei a Mentsch«. Ein Ortsbesuch

von Andreas Tölke  25.02.2026