Kanada

Gedenken in Ottawa

Gab den Anstoß: Minister Tim Uppal Foto: PR

»Das Denkmal wird die Menschen anhalten, über den Holocaust nachzudenken, sich an die Opfer zu erinnern und den Überlebenden Anerkennung zu zollen. Es wird auch dazu anregen, darüber nachzudenken, welche Verantwortung jeder von uns hat, Menschenrechte und -würde zu schützen«, sagt Tim Uppal. Der kanadische Minister für demokratische Reformen gab mit einer Gesetzesinitiative den Anstoß zum Bau des Denkmals.

Uppals Kollege, Einwanderungsminister Jason Kenney, erklärte, als er den Standort des Denkmals bekannt gab, der Holocaust sei in den Annalen der Menschheitsgeschichte wegen seiner systematischen Grausamkeit und der brutalen Ermordung von sechs Millionen unschuldiger jüdischer Männer, Frauen und Kinder einzigartig. Das Monument werde dazu beitragen, die Lehren der Vergangenheit nie zu vergessen.

entwürfe Kanadische Künstler, Architekten, Unternehmen und andere interessierte Bürger können nun Entwürfe für das Denkmal einreichen. Anfang kommenden Jahres sollen die Arbeiten beginnen und nach Möglichkeit bis Dezember 2014 abgeschlossen sein. Denn für 2015 ist die Eröffnung des Mahnmals geplant. Finanziert wird es durch Spenden und einen Zuschuss der Regierung in Höhe von maximal vier Millionen Dollar.

Uppal, ein Abgeordneter aus Edmonton, der der Religionsgemeinschaft der Sikh angehört und dies durch das Tragen eines blauen Turbans betont, hatte 2009 im Parlament einen Gesetzesentwurf über die Schaffung eines Nationalen Holocaust-Mahnmals in Ottawa eingebracht. Angeregt wurde er dazu durch eine junge Kanadierin, deren Großeltern den Holocaust überlebt haben.

Gesetz Uppal fragte sich, warum Kanada bisher kein Holocaust-Mahnmal habe. So etwas sei doch wichtig, »als Symbol für das Schreckliche, das passiert ist, aber auch als Symbol dafür, dass Kanadier sich gegen Gräueltaten dieser Art stellen«. Im März 2011 trat das Gesetz, das von allen Parteien im Parlament ohne Gegenstimme verabschiedet worden war, in Kraft.

Auf dieser Grundlage wurde der National Holocaust Development Council gebildet, ein Beratergremium, das zusammen mit dem für die Hauptstadtregion zuständigen Minister – zurzeit ist das Außenminister John Baird – die Umsetzung des Gesetzes überwacht. Bereits 2010 hatte sich die kanadische Regierung in einer »Thronrede« verpflichtet, das Mahnmal zu bauen.

»Dieses Monument soll ein Testament für alle Kanadier sein, sich für Toleranz und Menschenrechte einzusetzen«, sagt Rabbi Daniel Friedman, Vorsitzender des National Holocaust Development Council. David Koschitzky, Vorsitzender des Centre for Israel and Jewish Affairs, dankte dem Council für seine Arbeit und würdigte die Entscheidung, das Mahnmal an so prominenter Stelle im Zentrum der kanadischen Hauptstadt zu errichten. Die Nähe zum Kriegsmuseum schaffe einen Bezug zu den Opfern, die Kanada bei der Befreiung Europas von der Naziherrschaft gebracht hätte.

Im Gespräch mit der Jüdischen Allgemeinen erläuterte Uppal, dass das Denkmal sowohl den Opfern des Holocaust als auch allen weiteren Opfern der Nazi-Tyrannei gewidmet sein soll. Die Website des Außenministeriums nennt neben Juden auch Sinti und Roma, Behinderte und Homosexuelle, die polnischen Opfer und die sowjetischen Kriegsfangenen, Zeugen Jehovas und politische Gegner, die Unterdrückung erlitten hatten und getötet wurden. Das Denkmal solle ein Zeichen der Hoffnung für die Überlebenden und die Angehörigen der Opfer sein, sagte Uppal.

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