Nach der Flut

Exodus in Houston?

Houston am 1. September Foto: dpa

Die Straßen von Meyerland und dem angrenzenden Willow Meadows, beides vornehmlich jüdische Wohngegenden von Houston, sind seit mehr als einer Woche überflutet.

In der United Orthodox Synagogue stieg das Wasser vorübergehend auf drei Meter, das Bethaus ist inzwischen unbenutzbar. Die Tora der größten jüdischen Gemeinde von Houston musste an einen sicheren Ort gebracht werden, die Gebete finden vorübergehend woanders statt.

Katastrophe Tropensturm Harvey war eine Katastrophe für die gesamte Stadt und die Bevölkerung der texanischen Golfküste. Die jüdischen Gemeinden von Houston hat es jedoch besonders schwer getroffen. Rund 63.000 Mitglieder leben in der Stadt, beinahe drei Viertel von ihnen in Gebieten wie Meyerland und Willow Meadows, die von der Flut besonders schlimm betroffen sind.

Drei der fünf Synagogen von Houston stehen unter Wasser, ebenso das Jewish Community Center und die meisten jüdischen Schulen. Rund 12.000 jüdische Senioren haben ihr Zuhause verloren. »Es hätte für uns Juden hier in Houston kaum schlimmer kommen können«, sagt Tarjan Baranowski, der Sprecher der Jewish Federation.

Angesichts dessen, dass es sich um die dritte Flut innerhalb von zweieinhalb Jahren handelt, meinen viele Menschen, ihre Grenze erreicht zu haben. »Es erdrückt uns. Es überfordert uns im Moment, über den Wiederaufbau auch nur nachzudenken.« Für viele wird es immer verlockender, die Verluste hinzunehmen und einfach woanders neu anzufangen.

Mehr dazu in unserer Printausgabe am Donnerstag

Italien

Ein Tempel für alle

Über der Biennale in Venedig schwebt eine Synagoge. Was sich die ukrainische Künstlerin Anna Kamyshan dabei dachte und wie sie es geschafft hat

von Sophie Albers Ben Chamo  13.08.2026

Antisemitismus

»Schade, dass Hitler den Job nicht vollendet hat«

Ein Mann aus Irland äußerte sich bei einer Begegnung mit jüdischen Touristen in einem französischen Supermarkt antisemitisch und drohte dem Paar gar mit Erschießung.

 13.08.2026

Judenhass

Tourist mit Kippa in Rom zweimal attackiert

Antisemitische Vorfälle in Italien nehmen seit Jahren zu. Nun wurde ein junger Tourist in der Hauptstadt gleich zweimal angegriffen. Er trug eine Kippa

von Severina Bartonitschek  12.08.2026

Bern

Verantwortung lässt sich nicht neutralisieren

Die Schweiz debattiert anlässlich einer Volksabstimmung über ihre Neutralität

von Nicole Dreyfus  12.08.2026

Österreich

Vermisste Israelinnen in Wien: Familie befürchtet das Schlimmste

Im Fall der vermissten Mutter und Tochter gibt es neue Details. Unter anderem über die Unterkunft in Wien. In Israel wurde eine Nachrichtensperre erlassen

 12.08.2026 Aktualisiert

Schweiz

Den eigenen Weg gehen

Kollektive Begeisterung macht blind und dumm, ganz gleich, ob sie von rechts oder links kommt, findet Berns Botschafter in Israel. Und liefert literarische und filmische Quellen als Inspiration für das Schwimmen gegen den Strom

von Simon Geissbühler  11.08.2026

Frankreich

Schrecken der Milliardäre

Der jüdische Ökonom Gabriel Zucman fordert eine stärkere Besteuerung der Superreichen. Beim Geldadel stoßen seine Ideen jedoch auf heftigen Widerstand

von Christine Longin  11.08.2026

Österreich

Zwei Israelinnen in Wien vermisst

Die israelische Botschaft vor Ort bittet die Öffentlichkeit um Hilfe

 11.08.2026 Aktualisiert

Österreich

Drei orthodoxe Familien mit Hubschrauber gerettet

Ein hochalpiner Ausflug von drei jüdischen Großfamilien in Tirol endete mit einer Helikopterbergung. Auf über 2300 Metern waren sie auf Hilfe angewiesen.

von Nicole Dreyfus  11.08.2026