USA

Erstochene Synagogen-Vorsitzende - Polizei äußert sich erstmals

Samantha Woll sel. A. Foto: picture alliance / ASSOCIATED PRESS

Die Polizei geht nach dem brutalen Tod der Vorsitzenden einer Synagogen-Gemeinde in Detroit nicht von einem antisemitischen Hintergrund für die Tat aus. Dies legten Erkenntnisse aus den Ermittlungen nahe, sagte Polizeichef James White am Montag bei einer Pressekonferenz.

»Wir haben nicht das Gefühl, dass es mit Stand dieser Pressekonferenz irgendetwas gibt, das dafür spricht, dass jemand anderes in Gefahr ist, weil es sich um ein Hassverbrechen handelt.« White nannte keine weiteren Details zum möglichen Motiv.

Ein Verdächtiger sei bisher nicht festgenommen worden, man habe allerdings einige Personen von Interesse identifiziert. Der Täter oder die Täterin handelte allein, wie es weiter hieß.

Die 40-jährige Samantha Woll war am Wochenende mit mehreren Stichwunden leblos vor ihrem Haus gefunden worden. Eine Blutspur führte ins Innere des Hauses. Dort sei das Verbrechen vermutlich geschehen, so Polizeichef White.

Es gebe aber keine Hinweise für ein gewaltsames Eindringen. Die Ermittler gehen davon aus, dass Woll im Haus angegriffen worden sei, dann nach draußen gestolpert und dort zusammengebrochen sei. Zuvor hatte sie eine Hochzeit besucht.

Woll leitete seit 2022 die Isaac-Agree-Synagoge im Zentrum der US-Metropole. Der Tod hatte landesweit für Aufsehen gesorgt, da das Verbrechen während des Gaza-Krieges zwischen Israel und der islamistischen Terrororganisation Hamas geschah.

Meinung

Wie Holger Friedrich und seine »Berliner Zeitung« Juden instrumentalisieren

Ob in der Debatte über den Umgang mit KI oder Kreml-Diktator Wladimir Putin: Der Verleger interessiert sich nur dann für Juden, wenn es seinen Interessen dient

von Matthias Meisner  19.06.2026

St. Petersburg

Im Licht der Weißen Nächte

Die Mitternachtsdämmerung des Nordens weckt Erinnerungen an Märchen und führt unseren Autor zurück in seine Kindheit im damaligen Leningrad

von Vladimir Vertlib  18.06.2026

Schweiz

Jugendlicher plante Blutbad

Der Prozess gegen einen Schüler, der einen Juden in Zürich töten wollte, beginnt am 1. Juli. Die Anklageschrift zeichnet das Bild eines sich früh radikalisierenden Jugendlichen

von Nicole Dreyfus  18.06.2026

USA

Nach antisemitischer Bewerbung: Rechtsextreme feiern Cornell-Studenten

Der 19-jährige Austin Franco wird für ein Praktikum von einem Softwareunternehmen der Brüder Gabe und Aiden Einhorn angenommen. Doch dann schreibt er, er sei »nicht daran interessiert, für einen Juden zu arbeiten«

 18.06.2026

Belarus

Antisemitische Ausfälle aus Minsk

Ein Interview des belarussischen Machthabers Alexander Lukaschenko belastet das bilaterale Verhältnis mit Israel

von Alexander Friedman  17.06.2026

Bonn/Berlin

»Habt keine Angst«: Zeitzeuge Marian Turski vor 100 Jahren geboren

Er gehörte zu den bekanntesten Schoa-Überlebenden. Seine Worte ermutigen viele Menschen auch über seinen Tod im Jahr 2025 hinaus. Zum 100. Geburtstag blickt ein Freund Turskis auf die Zukunft des Erinnerns

 16.06.2026

Interview

»Mir wurde immer wieder vorgeworfen, ich sei zu proisraelisch«

Der Schweizer Politiker und Ständerat Daniel Jositsch über die wahren Gründe für seinen Austritt aus der SP, postkoloniale Irrwege und den Antisemitismus innerhalb der Linken

von Nicole Dreyfus  16.06.2026

Albanien

Flamingos gegen Kushner

In Tirana wächst der Widerstand gegen einen Inselverkauf. Präsident Edi Rama wirft den Demonstranten Antisemitismus vor. Zu Recht?

von Adelheid Wölfl  16.06.2026

Großbritannien

Einstufung von Palestine Action als Terrorgruppe ist rechtens

Ein Berufungsgericht in London hat der Regierung von Premier Keir Starmer Recht gegeben und das Verbot der militant antiisraelischen Gruppierung bestätigt

 15.06.2026