Holocaust

Deutsche Städte gedenken der nach Riga deportierten Juden

Das ehemalige Rigaer Ghetto Foto: imago/ecomedia/robert fishman

Mit einer Gedenkreise nach Lettland haben Vertreter von mehr als 30 deutschen Städten an den Massenmord an europäischen Juden vor 80 Jahren erinnert. In der Gräber- und Gedenkstätte Bikernieki in Riga gedachten die Delegierten des Deutschen Riga-Komitees am Dienstag der Opfer der Gräueltaten der Nazis.

Auch eine neue Dauerausstellung im Freien über die Verfolgung und Ermordung der lettischen und deutschen Juden während des Zweiten Weltkrieges wurde an dem Erinnerungsort in einem Wald in der lettischen Hauptstadt eröffnet. Tags zuvor hatten die deutschen Kommunalvertreter bereits am nationalen Holocaust-Gedenktag einer Gedenkzeremonie beigewohnt.

MAHNMALE Riga war Ziel und zentraler Ort der ersten Massenverschleppungen von Juden aus Deutschland. Vom November 1941 bis zum Winter 1942 wurden mehr als 25.000 Juden aus Deutschland und Österreich in die lettische Hauptstadt deportiert. Zum Gedenken an die Opfer legten die Botschafter der beiden Länder zusammen mit den deutschen Gästen, Vertretern der jüdischen Gemeinde und der Stadt Riga Kränze und Blumen nieder. Später wurde in der Innenstadt eine gemeinsame Freiluft-Ausstellung der beiden Botschaften über die Deportationen nach Riga eröffnet. 

Externer Inhalt

An dieser Stelle finden Sie einen externen Inhalt, der den Artikel anreichert. Wir benötigen Ihre Zustimmung, bevor Sie Inhalte von Sozialen Netzwerken ansehen und mit diesen interagieren können.

Mit dem Betätigen der Schaltfläche erklären Sie sich damit einverstanden, dass Ihnen Inhalte aus Sozialen Netzwerken angezeigt werden. Damit können personenbezogene Daten an Drittanbieter übermittelt werden. Dazu ist ggf. die Speicherung von Cookies auf Ihrem Gerät nötig. Mehr Informationen finden Sie hier.

Die Gedenkstätte für an die nach Riga deportierten Juden wurde am 30. November 2001 eingeweiht. In Bikernieki wurden damals nahezu alle Verschleppten durch Nationalsozialisten und lettische Hilfskräfte erschossen. Die Toten wurden namenlos im Wald verscharrt. Auch politische Häftlinge und sowjetische Kriegsgefangene wurden in Massengräbern hingerichtet. Zwischen 1941 und 1944 kamen dort mehr als 35.000 Menschen ums Leben.

AUFKLÄRUNG Maßgeblich beteiligt an der Errichtung des Erinnerungsorts in dem baltischen EU-Land war das Deutsche Riga-Komitee. In der kommunalen Erinnerungsgemeinschaft haben sich fast 70 Städte vereint, aus denen damals die Sammeltransporte von Juden nach Riga abgingen. Das Komitee wurde im Jahr 2000 gegründet. Beteiligt daran ist auch der Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge.

»Erinnerungsarbeit ist heute wichtiger denn je«, sagte Volksbund-Vizepräsident Wolfgang Wieland der Deutschen Presse-Agentur in Riga. Gerade Russlands Krieg gegen die Ukraine zeige, dass man in den Bemühungen um Aufarbeitung und Aufklärung nicht nachlassen dürfe, sondern sie verstärken müsse.  

Lettland war im Zweiten Weltkrieg abwechselnd von der Sowjetunion und Nazi-Deutschland besetzt. Während der deutschen Besatzung zwischen 1941 und 1944 ermordeten die Nationalsozialisten und einheimische Helfer mehr als 70.000 lettische Juden. dpa

Österreich

Bericht: Wien wird zur Anlaufstelle für deutsche Juden

Wien als sicherer Hafen für Juden? Immer mehr jüdische Familien zieht es dem Vernehmen nach aus Deutschland in die österreichische Hauptstadt. Antisemitismus nimmt aber auch hier zu

 20.09.2026

Weimar

Gedenkstätte Buchenwald bittet um Spenden für Kyryl Romantschenko

Die Familie Romantschenko ist der Gedenkstätte Buchenwald seit Jahrzehnten eng verbunden. Nun benötigt der 18-jährige Kyryl Romantschenko Unterstützung

 19.09.2026

Ranking

Das sind die 50 einflussreichsten Juden weltweit

von Michael Thaidigsmann  19.09.2026

Großbritannien

Burnham will Beschränkungen für katholische und jüdische Premiers abschaffen

Die Regierung in London legt einen Gesetzentwurf zur Aufhebung religiöser Beschränkungen vor, die aus dem 19. Jahrhundert stammen

 18.09.2026

Synagoge in Mailand (Archiv)

Mailand

»Niemand wird mich hier erniedrigen«

Nach antisemitischer Attacke durch arabische Männer: Jetzt spricht der angegriffene Rabbiner

 17.09.2026 Aktualisiert

Nachruf

Peter Max: Der Künstler hinter den bunten Bildern der Hippie-Ära

Peter Max Finkelstein ist tot. Er wurde in Berlin geboren. Seine Familie und er flohen vor den Nazis nach Shanghai und kamen später über Israel nach Amerika.

 17.09.2026

München

Rabbiner: Plan gegen islamistischen Terror ist Vorbild für Europa

Mit einem Zehn-Punkte-Plan sollen in Deutschland Radikalisierung und islamistischer Terror bekämpft werden. Zustimmung kommt von Rabbinern, die über die Landesgrenzen hinaus denken

von Leticia Witte  17.09.2026

Hilfe in Zeiten des Krieges

Wie geht es Juden in der umkämpften Ukraine und im angrenzenden Rumänien? Unser Autor begleitete eine ZWST-Delegation auf ihrer Reise nach Czernowitz und Suceava

von Michael Thaidigsmann  17.09.2026

Der jüdische Kardinal

Den einen zu jüdisch, den anderen zu katholisch: Heute vor 100 Jahren wurde Aron Jean-Marie Lustiger geboren

von Andrea Krogmann  16.09.2026