Polen

Chef von Auschwitz-Gedenkstätte bittet um Gnade für Jungen in Nigeria

Piotr Cywinski, Direktor des Staatlichen Museums Auschwitz-Birkenau Foto: dpa

Der Direktor der Gedenkstätte des ehemaligen deutschen Konzentrationslagers Auschwitz-Birkenau, Piotr Cywinski, hat in einem Brief an Nigerias Präsidenten um Gnade für einen Jugendlichen gebeten. Der 13-Jährige war im August im nigerianischen Bundesstaat Kano wegen Blasphemie zu zehn Jahren Haft verurteilt worden. Er soll im Streit mit einem Freund Gott beleidigt haben.

»Egal, was er gesagt hat: Er kann in seinem Alter nicht behandelt werden, als sei er voll bewusst und verantwortlich«, schrieb Cywinski an Nigerias Präsidenten Muhammadu Buhari. Als Direktor der Gedenkstätte des deutschen Konzentrationslagers, wo Kinder inhaftiert und ermordet wurden, könne er angesichts dieses »die Menschheit beschämenden Urteils« nicht gleichgültig bleiben. Der Junge solle nicht um seine Jugend, seine Chancen und seine Bildung gebracht werden.

Kano im Norden Nigerias ist einer der Bundesstaaten, in dem Scharia-Gesetze gelten. In dem westafrikanischen Land sind Schätzungen zufolge etwas mehr als die Hälfte der Bürger Muslime und etwa 45 Prozent Christen.

In seinem Schreiben an Nigerias Präsidenten bot der Direktor der KZ-Gedenkstätte außerdem an, dass anstelle des Jugendlichen 120 Erwachsene jeweils einen Monat im Gefängnis absitzen würden - auch er selbst sei bereit, sich an dieser Aktion zu beteiligen. dpa

Ukraine

Fürs Überleben lernen

Wie jüdische Schulen mit Spenden und viel Improvisation dem Raketenterror Russlands trotzen

von Michael Gold  20.06.2024

Ukraine

Hilfsorganisation: Überlebende NS-Opfer nicht vergessen

Es gebe etwa 40.000 ehemalige Zwangsarbeiterinnen sowie Überlebende von Konzentrationslagern und anderen Lagern

 18.06.2024

Ehrung

Daniel Radcliffe gewinnt Musical-Preis Tony Award

Geehrt wird er für eine Nebenrolle auf dem Broadway

 17.06.2024

Terror

30 Jahre nach Anschlag auf jüdische Gemeinde: Argentinien wird verurteilt

Bei dem Attentat in Buenos Aires im Jahr 1994 kamen 85 Menschen ums Leben

von Denis Düttmann  15.06.2024

Russland

US-Reporter Gershkovich wird vor Gericht gestellt

Gershkovich war am 29. März 2023 in Jekaterinburg verhaftet worden

von Steffen Grimberg  14.06.2024

Brüssel

Kräfte und Verhältnisse

Wie unruhig die politischen Zeiten nach der Europawahl werden, hängt von vielen Faktoren ab

von Michael Thaidigsmann  14.06.2024

Tschechien

»Sag den Jungs, dass ich noch spiele«

In Prag gedenkt man des jüdischen Fußballstars Pavel Mahrer, der das KZ Theresienstadt überlebte

von Kilian Kirchgeßner  14.06.2024

Berlin

Selenskyj im Bundestag: Putin muss den Krieg verlieren

Kurz nach Kriegsbeginn hatte sich der ukrainische Präsident per Video an den Bundestag gewandt und mangelnde Hilfe beklagt. Jetzt hält er dort live eine ganz andere Rede

von Michael Fischer  11.06.2024

Washington D.C.

AJC ruft »globalen Ausnahmezustand für das jüdische Volk« aus

Beim Globalen Forum wird deutlich, unter welchem Druck Juden weltweit stehen

von Nils Kottmann  11.06.2024