Brasilien

Brandanschlag auf Synagoge

Es war bereits der dritte Anschlag auf die Synagoge in jüngerer Zeit. Foto: Thinkstock

Auf die Synagoge in der südbrasilianischen Stadt Pelotas ist ein Brandanschlag verübt worden. Die Holztüren, Fenster und Elektrik des Gebäudes wurden dabei laut einem Bericht der Nachrichtenagentur Jewish Telegraphic Agency (JTA) beschädigt. Die Täter schmierten zudem Parolen an die Wand, mit denen die jüdische Gemeinschaft bedroht wurde: sie solle »auf eine internationale Intifada« warten.

Vertreter der jüdischen Gemeinde sagten, der Anschlag vom vergangenen Donnerstag sei ein Angriff auf Demokratie und Religionsfreiheit. Sie riefen die Behörden des Landes auf, aktiv zu werden. Die Täter, die ihrer religiösen Intoleranz gewalttätig Ausdruck gegeben hätten, müssten bestraft werden, wurde Fernando Lottenberg, Präsident der brasilianischen Dachorganisation der jüdischen Gemeinden, zitiert.

Parolen Es war bereits der dritte Anschlag auf die Synagoge in jüngerer Zeit. In der Vergangenheit waren zusätzlich zu propalästinensischen Parolen auch Forderungen nach der Entlassung des linksgerichteten Ex-Präsidenten Luiz Inácio Lula da Silva auf die Wände geschrieben worden. Lula, der im vergangenen Monat wegen Korruptionsvorwürfen festgenommen wurde, gilt als starker Unterstützer der arabischen Welt und als Kritiker Israels.

In Pelotas leben nach Angaben von JTA etwa 70 jüdische Familien. Die Stadt in Brasiliens südlichstem Staat Rio Grande do Sul hat etwa 350.000 Einwohner. ag

Schweiz

Ein Importverbot von koscherem Fleisch gefährdet jüdisches Leben

Ein Kommentar von Jonathan Kreutner, Generalsekretär des jüdischen Dachverbands SIG

von Jonathan Kreutner  02.10.2026

Madrid

Kritik an Zara wegen Halloween-Kostüm mit Ähnlichkeit zu KZ-Kleidung

Die Hintergründe

 02.10.2026

Gespräch

Jüdische Stimme am Vatikan

Viktor Eichner vom Jüdischen Weltkongresses hat ein großes Ziel: sich für die jüdische Gemeinschaft einzusetzen – vor allem beim Heiligen Stuhl

von Sabine Kleyboldt  02.10.2026

USA

Jüdischer Stolz auf der New York Fashion Week

Zum ersten Mal war eine exklusiv jüdische Modenschau Teil des berühmten Events. Mit Modest Fashion, Abendkleidern und Bikinis

von Sophie Albers Ben Chamo  01.10.2026

Großbritannien

Dame Esther Rantzen mit 86 Jahren gestorben

Die Journalistin setzte sich für Kinder, Senioren und eine Legalisierung der Sterbehilfe ein

 01.10.2026

New York

Mamdani legt Antisemitismus-Plan vor, jüdische Organisationen üben scharfe Kritik

Das Konzept des Bürgermeisters blende den Zusammenhang zwischen der Gewalt gegen Juden in New York und antiisraelischer Propaganda bewusst aus, sagt einer der Kritiker

 30.09.2026

Kiew

85. Jahrestag: Selenskyj gedenkt ermordeter Kyjiwer Juden

Vor 85 Jahren besetzten deutsche Truppen die heutige ukrainische Hauptstadt. Sie ermordeten zehntausende Menschen. Präsident Selenskyj stellt bei einer Gedenkfeier den Bezug zur Gegenwart her

 30.09.2026

Fußball

Im Kreuzfeuer: Irischer Nationalspieler mit israelischer Mutter

Finn Azaz wurde für Irlands Nationalkader für die Länderspiele gegen Israel nominiert. Weil er eine israelische Mutter hat, soll seine Zukunft im irischen Team aber infrage stehen

von Michael Thaidigsmann  29.09.2026

Interview

»Es ist beängstigend, wie sich die Geschichte wiederholt«

Evan Bernstein (51) ist seit Kurzem neuer CEO von B’nai B’rith International, der ältesten jüdischen Wohltätigkeitsorganisation. Um den wachsenden Antisemitismus zu bekämpfen, will Bernstein vor allem die lokale Vernetzung verbessern

von Michael Thaidigsmann  29.09.2026