Tatarstan

Bombenanschlag auf jüdischen Gemeindechef

Das Bombenattentat ereignete sich nach Angaben der Ermittler am Montag in Kazan. Foto: screenshot JA

Der Jüdische Weltkongress hat mit Bestürzung und Fassungslosigkeit auf das Bombenattentat auf den Vorsitzenden der jüdischen Gemeinschaft von Tatarstan reagiert. »Ich bin schockiert über den Anschlag auf Mikhail Abramovich und wünsche ihm schnellstmögliche Genesung«, sagte der Vizepräsident des Jüdischen Weltkongresses, Robert Singer.

»Ich kenne Herrn Abramovich seit über 25 Jahren und schätze ihn sehr. Der Aufbau der jüdischen Gemeinde in Kazan und in Tatarstan überhaupt ist maßgeblich auch ihm zu verdanken«, so Singer weiter. Er vertraue nun darauf, dass die Justiz in Tatarstans Hauptstadt Kazan die Attacke schnell aufklären werde.

Sprengstoff Das Bombenattentat ereignete sich nach Angaben der Ermittler am Montag in Kazan. Der Sprengstoff sei explodiert, als Abramovich in seinem Büro ein Päckchen mit unbekanntem Absender geöffnet habe.

Laut Aussage der Sicherheitsbehörden ist Abramovich dabei verletzt worden und werde zurzeit in einem Krankenhaus behandelt; sein Gesundheitszustand sei aber stabil. Über die Motive des Anschlags ist bislang nichts bekannt.

Abramovich ist seit mehr als zwei Jahrzehnten parallel zu seinem Hauptberuf als Geschäftsmann Vorsitzender der jüdischen Gemeinschaft von Tatarstan und Chef der Gemeinde in Kazan. In der autonomen Republik im östlichen Teil Russlands leben rund 10.000 Juden. Mehr als die Hälfte der Bevölkerung sind Muslime. Die zweitwichtigste Religion in der autonomen Republik ist das russisch-orthodoxe Christentum. ja

Nachruf

Ein Kämpfer gegen Armut

Trauer um Ex-Weltbankpräsident James Wolfensohn

von Silvia Vogt  26.11.2020

USA

»Das Virus ist überall«

Die Gemeinden in Chicago sind besonders hart von Corona betroffen

von Daniel Killy  26.11.2020

Zeitzeuge

Trauer um Paul Sobol

Der Schoa-Überlebende starb im Alter von 94 Jahren in Brüssel. Erst spät begann er, seine Geschichte zu erzählen

von Anja Bochtler  26.11.2020

Iran

Schweden fordert Aussetzung von Todesurteil

Der Notfallmediziner Ahmadreza Dschalali soll wohl schon bald wegen angeblicher Spionage für Israel hingerichtet werden

 25.11.2020

Porträt

Die nächste Krise wartet schon

Als erste Frau an der Spitze des Finanzministeriums kann Janet Yellen trotzdem Geschichte schreiben

 24.11.2020

USA

Finanzen und Heimatschutz

Weitere jüdische Minister in Joe Bidens künftiger Regierung

 24.11.2020

USA

Wolffsohn warnt vor Antisemitismus

Historiker sieht Judenfeindschaft bei Teilen der Demokratischen Partei auf dem Vormarsch

 24.11.2020

Kanada

Chanukka ohne Gäste?

Jüdische Vertreter sind enttäuscht von den neuen Anti-Corona-Bestimmungen der Regierung von Quebec

 23.11.2020

Kiew

Wolodymyr Selenskyj aus Klinik entlassen

Nach negativem Corona-Test kehrt der ukrainische Präsident in sein Büro zurück

 23.11.2020