USA

Triumph am Super Tuesday

Die demokratischen Präsidentschaftskandidaten Elizabeth Warren, Joe Biden und Bernie Sanders Foto: imago

Im Rennen um die Präsidentschaftskandidatur der US-Demokraten hat Joe Biden bei den Vorwahlen am »Super Tuesday« eine spektakuläre Siegesserie hingelegt. Nach Prognosen von TV-Sendern konnte der der frühere Vizepräsident neun der 14 Bundesstaaten gewinnen, in denen am Dienstag gewählt wurde. Darunter war auch Texas.

Im bevölkerungsstarken Kalifornien, traditionell eine Bastion der Demokraten, landete der linke Senator Bernie Sanders allerdings vor Biden.

ABGESCHLAGEN Mike Bloomberg, der erstmals auf den Wahlzetteln stand, gewann zwar das Rennen in Amerikanisch-Samoa im Pazifik. Er fiel aber in den wichtigen Bundesstaaten abgeschlagen hinter Biden und Sanders zurück. Auch die Senatorin Elizabeth Warren konnte sich nicht durchsetzen und landete selbst in ihrem Heimat-Bundesstaat Massachusetts nur auf Platz drei.

Der 77-jährige Biden erzielte auch in Alabama, Arkansas, Massachusetts, Minnesota, North Carolina, Oklahoma, Tennessee und Virginia die meisten Stimmen. Auch in Maine lag er nach Auszählung von 80 Prozent der Stimmen knapp vor Sanders.

Sanders konnte neben Kalifornien auch seinen Heimatstaat Vermont sowie Colorado und Utah für sich entscheiden. Allein in Kalifornien waren 415 Delegiertenstimmen für den Parteitag der Demokraten im Juli in Milwaukee zu vergeben. Dieser wird formell den Präsidentschaftskandidaten küren.

CONVENTION Am Super Tuesday wurden insgesamt 1344 Delegierte bestimmt. Sie werden allerdings meist nicht dem Sieger alleine gutgeschrieben, sondern auf jene Kandidaten verteilt, die mehr als 15 Prozent der Stimmen auf sich vereinen konnten. Um Herausforderer von Donald Trump im November zu werden, braucht ein Kandidat 1991 Stimmen auf der »Convention«.

Der im Vergleich zu Sanders moderate Biden konnte am Dienstag vor allem auf starken Rückhalt bei schwarzen Wählern bauen und teils spektakuläre Erfolge in mehreren südlichen Bundesstaaten einfahren. So lag er in Alabama nach vorläufigen Ergebnissen bei mehr als 63 Prozent der Stimmen, Sanders kam dort auf knapp 17 Prozent. Auch in Virginia lag Biden rund 30 Prozentpunkte vor Sanders.

Am Vorabend des »Super Tuesday« hatte Biden zudem einen kräftigen Schub bekommen: Die ausgeschiedenen demokratischen Präsidentschaftsbewerber Pete Buttigieg, Amy Klobuchar und Beto O’Rourke riefen ihre Anhänger dazu auf, seine Kandidatur zu unterstützen.

TRUMP Biden zeigte sich am Dienstagabend vor Anhängern siegessicher. »Erst vor wenigen Tagen haben die Presse und die Experten diesen Wahlkampf für tot erklärt«, sagte er in Los Angeles. »Wir sind sehr lebendig!« Biden fügte hinzu: »Wir sind besser als dieser Präsident. Also steht wieder auf und holt euch das Land zurück.«

Auch Sanders zeigte sich zuversichtlich, das Rennen um die Nominierung der Demokraten gewinnen zu können. »Heute Abend sage ich euch mit absoluter Zuversicht, dass wir die demokratische Nominierung gewinnen werden und wir den gefährlichsten Präsidenten in der Geschichte dieses Landes schlagen werden«, sagte Sanders in Vermont.

Donald Trump steht bei den Republikanern als Kandidat so gut wie fest. Die Partei hat deswegen einige Vorwahlen sogar abgesagt. Am Dienstag hielt sie aber auch in 13 Bundesstaaten Vorwahlen ab. Trump erklärte sich überall zum Sieger.  dpa/ja

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