Frankreich

Bahn entschädigt Schoa-Opfer

Zwischen 1940 und 1944 hatte die französische Eisenbahngesellschaft mehr als 75.000 französische Juden in deutsche Konzentrations- und Todeslager transportiert. Foto: dpa

Ein Fonds der staatlichen französischen Eisenbahngesellschaft SNCF stellt 55 Millionen Dollar für Schoa-Überlebende und ihre Familienangehörigen in den USA, Israel und anderen Ländern zur Verfügung. Juden, die während der NS-Zeit in Waggons der französischen Bahn in deutsche Konzentrationslager deportiert wurden, können laut Medienberichten seit diesem Dienstag ihre Ansprüche anmelden.

Das Geld soll ehemaligen Deportierten oder Ehepartnern und Familienmitgliedern von Schoa-Opfern zugutekommen, die bereits gestorben sind. Stuart Eizenstat, US-Sonderberater für Holocaust-Angelegenheiten, sagte vor Journalisten in Paris: »Wir halten das für einen sehr wichtigen Tag. Darauf haben Menschen 70 Jahre lang gewartet.«

Deadline Deadline für Entschädigungsanträge ist der 31. Mai 2016. Laut Eizenstat können einzelne Entschädigungssummen wegen des Alters der ehemaligen Deportierten aber auch schon früher ausgezahlt werden. Für Schoa-Überlebende seien etwa 100.000 Dollar (gut 90.000 Euro) pro Person vorgesehen, für Angehörige Zehntausende Euro. Nach Angaben des amerikanischen Außenministeriums gibt es in den USA Hunderte von Antragsberechtigten.

Der Fonds war im vergangenen Jahr gegründet worden, nachdem die US-Regierung sich einverstanden erklärt hatte, sich dafür einzusetzen, dass Klagen gegen die französische Eisenbahngesellschaft eingestellt werden. Die SNCF möchte in den USA wirtschaftlich lukrative Verträge abschließen.

Zwischen 1940 und 1944 hatte die Eisenbahngesellschaft mehr als 75.000 französische Juden in deutsche Konzentrations- und Todeslager transportiert. In Frankreich lebt die größte jüdische Gemeinschaft Europas. In den vergangenen Jahren hat der Antisemitismus dort stark zugenommen. ja

Supercentenarians

Älteste Holocaust-Überlebende Mollie Horwitz wird 110 - oder gar 113

Mit 110 Jahren steigen Hochbetagte auf in die Gruppe der »Supercentenarians«, von denen es nicht viele auf der Welt gibt. Gehört Mollie Horwitz jetzt dazu oder schon seit drei Jahren, wie Wissenschaftler vermuten?

von Christiane Laudage  11.03.2026

Brüssel

Belgische Juden fordern Antisemitismusbeauftragten

Nach dem Sprengstoffanschlag auf die Synagoge von Lüttich verlangt der jüdische Dachverband CCOJB größere Anstrengungen der Politik im Kampf gegen Judenhass

 10.03.2026

Antisemitismus

Schweiz: Dauerbelastung durch Judenhass

In seinem Jahresbericht zum Antisemitismus verzeichnet der Schweizerische Israelitische Gemeindebund (SIG) zwar einen Rückgang bei tätlichen Angriffen - aber einen massiven Zuwachs im Online-Bereich

von Michael Thaidigsmann  10.03.2026

Polen

Wenige Juden, viele Debatten

Jüdisches Leben pendelt seit 1989 zwischen Sichtbarkeit und Verschwinden. Eine Begegnung mit dem früheren Dissidenten, Aktivisten und Publizisten Konstanty Gebert

von Nicole Dreyfus  09.03.2026

Chabad

Europäische Rabbiner tagen in Berlin

Die Hauptstadt ist seit Montag Treffpunkt von rund 180 Rabbinern aus ganz Europa

 09.03.2026

London

Iraner wegen Ausspähung jüdischer Einrichtungen verhaftet

Die Antiterroreinheit der Londoner Polizei hat in der Nacht zehn Personen festgenommen, darunter vier mutmaßliche Spione der Islamischen Republik

 06.03.2026

Großbritannien

Radikal pragmatisch

Ahmed Fouad Alkhatib arbeitet an einem palästinensischen Staat. Für den brauche es vor allem Frieden und Zusammenarbeit in der Region, sagt der Mann, der in Gaza und in den USA aufgewachsen ist

von Daniel Zylbersztajn-Lewandowski  04.03.2026

Österreich

Der jiddische Sherlock Holmes

Der Schriftsteller Jonas Kreppel schuf im Wien der k. u. k. Zeit einen jüdischen Meisterdetektiv. Nun wurde die Krimireihe von einem New Yorker Autor wiederbelebt

von Jörn Pissowotzki  04.03.2026

Kalifornien

»Tehrangeles« jubelt

Im Großraum Los Angeles lebt die größte persische Exilgemeinde der Welt. Sie unterstützt das militärische Vorgehen der USA und Israels. Auch über die Zukunft des Iran machen sich viele Gedanken

von Gunda Trepp  04.03.2026