USA

Applaus und Kopfschütteln

Benjamin Netanjahu hatte die Einladung von Oppositionsführer John Boehner angenommen, ohne das Weiße Haus zu informieren. Foto: dpa

Unter tosendem Applaus der Republikaner betrat Israels Premier Benjamin Natanjahu am Dienstag den US-Kongress. Zunächst versuchte er, die Flammen zu ersticken, die er selbst entfacht hatte. Es tue ihm leid, sagte er zu Beginn seiner umstrittenen Rede vor beiden Häusern des amerikanischen Parlaments, dass sein Auftritt als politische Geste eingestuft werde, das sei nicht seine Absicht gewesen.

Dass er die Einladung von Oppositionsführer John Boehner angenommen hatte, ohne das Weiße Haus in Kenntnis zu setzen, galt als Affront. Man verstand es als Versuch, die Opposition von Präsident Barack Obama dazu zu mobilisieren, ihm in den Rücken zu fallen. Vizepräsident Joe Biden nannte das Vorgehen »bizarr«. Er und Obama blieben der Veranstaltung fern, ebenso wie 55 demokratische Abgeordnete.

Iran In der knapp 50-minütigen Ansprache legte Netanjahu einmal mehr dar, warum er den bevorstehenden Atom-Vertrag zwischen den USA und dem Iran für einen gefährlichen Fehler hält. Das geplante Abkommen biete dem Iran eine »gigantische nukleare Infrastruktur« und einen leichten Weg zu Nuklearwaffen. Die Obama-Regierung mache einen Fehler, wenn sie dem Iran traue, sagte Netanjahu. Der Iran bleibe ein Staat, der Terrorismus verbreite.

Im halb vollen Parlament bekam Netanjahu für die Rede tosenden Beifall. Um seine Botschaft zu unterstreichen, deutete er auf den ebenfalls eingeladenen Nobelpreisträger und Schoa-Überlebenden Elie Wiesel. Ihm, so Netanjahu, sei man es schuldig, dass die Vergangenheit sich nicht wiederhole. »Wir Juden werden uns nie mehr widerstandslos in einen Genozid fügen.«

Lob Konservative Kommentatoren in den USA lobten Netanjahu. Amerika habe nun die Wahl, meint Fox News, auf der Seite Israels zu stehen oder auf der Seite von Obama und dem Iran. Der republikanische Senator Marco Rubio sagte, Netanjahu habe eine »eindringliche Einschätzung des gefährlichen Weges geboten, auf den uns die Obama-Administration geführt hat«.

Die Vorsitzende der Demokraten im Abgeordnetenhaus, Nancy Pelosi, bezeichnete Netanjahus Rede indes als »Beleidigung der Intelligenz« Amerikas. Er habe gesprochen, als ob die Regierung den Iran und die von iranischen Atomwaffen ausgehende Gefahr nicht verstünde. Obama sagte über Netanjahus Rede: »Es gab nichts Neues.«

Steve Benen vom linksliberalen Nachrichtensender MSNBC bemängelte, dass Netanjahu keine wirkliche Alternative zu Obamas Plänen angeboten hat. »Schade. Eine verpasste Gelegenheit.«

USA

Die berühmteste Nähmaschine der Welt

Vor 175 Jahren ließ Isaac M. Singer seine »Sewing Machine« patentieren – und löste damit in der Textilindustrie und in Privathaushalten eine Revolution aus

von Sarah Thalia Pines  17.08.2026

Bern

Verantwortung lässt sich nicht neutralisieren

Die Schweiz debattiert anlässlich einer Volksabstimmung über ihre Neutralität. Ein Kommentar von JA-Schweiz-Korrespondentin Nicole Dreyfus

von Nicole Dreyfus  16.08.2026

Los Angeles

Rekord-Deal in der NBA: Iger und Kushner kaufen die LA Lakers

Die beiden jüdischen Geschäftsmänner Bob Iger und Joshua Kushner übernehmen das Basketball-Team für 12,5 Milliarden US-Dollar

 16.08.2026

Österreich

Vermisste Israelinnen in Wien: Polizei stellt Suche ein

Europol hat die Ermittlungen im Fall der in Wien vermissten Israelinnen übernommen. Auch der Mossad soll vor Ort sein. Es wird davon ausgegangen, dass Mutter und Tochter nicht mehr in der Stadt sind

 14.08.2026

Antisemitismus

»Schade, dass Hitler den Job nicht vollendet hat«

Ein Mann aus Irland äußerte sich bei einer Begegnung mit jüdischen Touristen in einem französischen Supermarkt antisemitisch und drohte dem Paar gar mit Erschießung.

 14.08.2026

Wien

Vermisste Israelinnen: Gerüchte sorgen für Aktiensturz

Im Fall der vermissten Mutter und Tochter in Österreich haben Gerüchte in den sozialen Medien zu einem Kurssturz bei der israelischen Bank geführt, bei der eine der Frauen arbeitet

 13.08.2026

Italien

Ein Tempel für alle

Über der Biennale in Venedig schwebt eine Synagoge. Was sich die ukrainische Künstlerin Anna Kamyshan dabei dachte und wie sie es geschafft hat

von Sophie Albers Ben Chamo  13.08.2026

Judenhass

Tourist mit Kippa in Rom zweimal attackiert

Antisemitische Vorfälle in Italien nehmen seit Jahren zu. Nun wurde ein junger Tourist in der Hauptstadt gleich zweimal angegriffen. Er trug eine Kippa

von Severina Bartonitschek  12.08.2026

Österreich

Vermisste Israelinnen in Wien: Familie befürchtet das Schlimmste

Im Fall der vermissten Mutter und Tochter gibt es neue Details. Unter anderem über die Unterkunft in Wien. In Israel wurde eine Nachrichtensperre erlassen

 12.08.2026 Aktualisiert