Schweiz

Antisemitische Angriffe auf jüdische Galerien in Zürich

Polizeiwagen Stadtpolizei Zürich, Schweiz, Europa Foto: picture alliance / imageBROKER

Offensichtlich um die Aufmerksamkeit für die Art Week zu missbrauchen, wurden in Zürich mehrere Galerien mit antisemitischen Schmierereien angegriffen. In der Nacht zum Freitag haben Unbekannte Häuserfassaden und Gehwege großflächig besprüht. Die Stadtpolizei Zürich bestätigte Berichte der Schweizer Medien »Neue Zürcher Zeitung«, »20 Minuten« und »Blick«.

Externer Inhalt

An dieser Stelle finden Sie einen externen Inhalt, der den Artikel anreichert. Wir benötigen Ihre Zustimmung, bevor Sie Inhalte von Sozialen Netzwerken ansehen und mit diesen interagieren können.

Mit dem Betätigen der Schaltfläche erklären Sie sich damit einverstanden, dass Ihnen Inhalte aus Sozialen Netzwerken angezeigt werden. Damit können personenbezogene Daten an Drittanbieter übermittelt werden. Dazu ist ggf. die Speicherung von Cookies auf Ihrem Gerät nötig. Mehr Informationen finden Sie hier.

Dass Galeristen oder ausstellende Künstler Juden sind, war den Angreifern Anlass genug, um diese so vehement zu bedrohen. Neben dem Cabaret Voltaire sind auch die Kunstgalerien Blue Velvet und die Bernheim Gallery betroffen.

In roter und schwarzer Farbe waren Schriftzüge wie »Free Palestine«, »Intifada till victory« (Intifada bis zum Sieg) und »No Art for Genocide« (Keine Kunst für Völkermord) zu lesen. Auch das Symbol des roten Dreiecks tauchte auf, dass die Terrororganisation Hamas benutzt, um »Feinde« zu markieren. Der Aufruf zur Auslöschung Israels gehört seit dem 7. Oktober 2023 zum Standardrepertoire von selbsternannten anti-israelischen Aktivisten, die die öffentliche Diskussion über den Krieg Israels gegen die Hamas nach deren Angriff auf Zivilisten mit fast 1200 Toten, Hunderten Verletzten und 240 nach Gaza verschleppten Geiseln, zu kapern versuchen.

Fünf Mail Anzeige erstattet

»Ich hätte nie gedacht, dass so etwas in der Schweiz passieren könnte«, zitiert die NZZ die Galeristin Maria Bernheim. Schließlich biete sie in ihrer Galerie einen Raum für Dialog und Austausch, sagte sie dem »Blick«. Sie hätte sich gewünscht, dass die Vandalen, statt im Schutz der Dunkelheit aufzutauchen, das Gespräch gesucht hätten.

In fünf Fällen sei Anzeige wegen Graffiti gestellt worden, heißt es. Die Polizei ermittle, ob die Schmierereien über den Tatbestand der Sachbeschädigung hinaus strafbar sein könnten.

Erinnerung an düstere Zeiten

»Da wird unverhohlener Israelhass an jüdischen Geschäften ausgelebt«, zitiet die NZZ Jonathan Kreutner, Generalsekretär des Schweizerischen Israelitischen Gemeindebundes. Es sei »purer Antisemitismus, nun jüdische Geschäfte und Mitbürger für den Staat Israel verantwortlich zu machen und auf diese abzuzielen«. Die Schmierereien hätten ihn an düstere Zeiten erinnert.

Bernheim öffne ihre Galerie trotzdem, heißt es weiter. Als Zeichen dafür, dass sie sich nicht einschüchtern lasse. ja

Großbritannien

Gericht: Einstufung von »Palestine Action« als Terrorgruppe unrechtmäßig

Innenministerin Shabana Mahmood kritisierte die Entscheidung der Richter und will in Berufung gehen

 13.02.2026

Österreich

Wiener Oberrabbiner wandert nach Israel aus

Sechs Jahre leitete der gebürtige Schweizer Engelmayer mit einer internationalen Berufsbiografie die jüdische Gemeinde in Wien. Jetzt siedelt er mit seiner Familie nach Israel über

von Burkhard Jürgens  12.02.2026

Australien

Der Held von Sydney will wieder arbeiten

Ahmed Al-Ahmed hat das Gefühl in seinem Arm verloren und dank einer Spendenkampagne genug Geld zum Leben und Heilen. Doch der Familienvater will sein Geschäft wieder öffnen

 11.02.2026

Zürich / Washington

Neue alte Verstrickungen

US-Ermittler entdeckt Hunderte neue Konten der Credit Suisse mit NS-Bezug

 09.02.2026

Raumfahrt

Jessica Meir fliegt zur Internationalen Raumstation

Jessica Meir soll acht Monate im All verbringen. Diese Tour ist für sie dieses Mal emotional besonders herausfordernd, wie sie bei einer Pressekonferenz erzählte

 09.02.2026

USA

Werbespot gegen Antisemitismus beim Super Bowl

Beim Finale der amerikanischen Football-Liga NFL wird auch ein Clip gegen Judenhass gezeigt. Finanziert hat ihn der jüdische Besitzer der »New England Patriots«, die heute Abend gegen die »Seattle Seahawks« antreten

 08.02.2026

Alice Zaslavsky

»Hühnersuppe schmeckt nach Heimat«

Die Kochbuch-Autorin kam als Kind mit ihrer Familie aus Georgien nach Australien und kennt die jüdische Gemeinde von Bondi Beach. Ein Gespräch über Verbundenheit, Gerüche und Optimismus

von Katrin Richter  08.02.2026

Europa

Das Verbindende über das Trennende stellen

Rund 450 orthodoxe Rabbiner und Gäste aus den europäischen Gemeinden tagten in Jerusalem. Im Mittelpunkt standen weniger politische Debatten als vielmehr der Austausch über praktische Fragen

von Michael Thaidigsmann  07.02.2026

Basketball

Ein »All-Star« aus dem Kibbuz

Mit Deni Avdija schafft es erstmals ein Israeli in die NBA-Auswahl der USA

von Sabine Brandes  07.02.2026