Australien

Anschlag auf Synagoge »völlig vorhersebare Entwicklung«

Feuerwehrleute und Polizisten an der schwer beschädigten Synagoge Foto: picture alliance / ASSOCIATED PRESS

Der Brandanschlag auf eine Synagoge in Australien ist von Politikern wie Kirchenvertretern scharf verurteilt worden. »Ich habe Null Toleranz für Antisemitismus. Das hat absolut keinen Platz in Australien«, sagte Premierminister Anthony Albanese auf der Plattform X. In Melbourne hatten zwei maskierte Täter am frühen Freitagmorgen während des Morgengebets einen Brandanschlag auf die Synagoge Adass Israel verübt.

Externer Inhalt

An dieser Stelle finden Sie einen externen Inhalt, der den Artikel anreichert. Wir benötigen Ihre Zustimmung, bevor Sie Inhalte von Sozialen Netzwerken ansehen und mit diesen interagieren können.

Mit dem Betätigen der Schaltfläche erklären Sie sich damit einverstanden, dass Ihnen Inhalte aus Sozialen Netzwerken angezeigt werden. Damit können personenbezogene Daten an Drittanbieter übermittelt werden. Dazu ist ggf. die Speicherung von Cookies auf Ihrem Gerät nötig. Mehr Informationen finden Sie hier.

Die katholische Erzdiözese in Melbourne betonte auf ihrer Homepage: »Wir stehen in dieser Zeit in solidarischer Gebetsgemeinschaft mit den Mitgliedern der jüdischen Gemeinde.«

Nach Einschätzung des Exekutivrats der australischen Juden sei der Anschlag »eine völlig vorhersehbare Entwicklung«, sagte Alex Ryvchin, einer der beiden Geschäftsführer. »Seit über einem Jahr sehen wir, wie rassistische Mobs die Rechte und Freiheiten der Australier einschränken.« Australische Juden müssten ihre religiöse Identität verbergen, »weil die Polizei unsere Sicherheit nicht gewährleisten konnte«.

»Unser Platz in der Gesellschaft wurde untergraben«

Weiter kritisierte Ryvchin: »Unsere Sicherheit und unser Platz in der Gesellschaft wurden untergraben. Damit ist jetzt Schluss. Ich fordere jeden jüdischen Australier auf, heute etwas zu tun, um seine Verbindung zu seiner Gemeinschaft und seinem Volk zu vertiefen.« Juden sollten Schabbat-Kerzen anzünden, eine Kippa aufsetzen und eine Halskette mit Davidstern tragen, rief er zum sichtbaren Tragen von Symbolen auf.

Über die Identität der mutmaßlichen Täter ist noch nichts bekannt. Die Polizei werde bei ihren Ermittlungen von der Antiterroreinheit unterstützt, sagte Premier Albanese. Gabi Kaltmann, Rabbiner der Synagoge, sprach laut Medien von »zwei Schlägertypen«, die die Fenster der Synagoge einschlugen, Brandbeschleuniger verschütteten und anzündeten, als sich die Menschen am frühen Freitagmorgen zum Gebet bereit machten. »Das ist ungeheuerlich«, sagte Kaltmann. Ein Großeinsatz der Feuerwehr konnte den Brand löschen. kna

Debatte

Soll die Bevölkerung in der Schweiz auf 10 Millionen begrenzt werden?

Ein Pro & Contra

von Jessie Katz, Zsolt Balkanyi-Guery  12.06.2026

Norwegen

Wenn die Sonne weder unter- noch aufgeht

Warum der Schabbat und manche Feiertage im hohen Norden eine Herausforderung sein können

von Elke Wittich  12.06.2026

Fußball

Fußball auf dem Appellplatz von Buchenwald

Seit der Europameisterschaft 2024 erinnert die Gedenkstätte Buchenwald im Internet an Fußballer, Funktionäre und Spiele im ehemaligen Konzentrationslager. Der Appellplatz war Spielstätte, Häftlinge konnten kurz dem Lageralltag entfliehen

von Matthias Thüsing  09.06.2026

WM 2026

Schweizer Fußball-Stars begeistern jüdische Kinder

Kinder und Jugendliche einer jüdischen Schule in San Diego haben mit der Schweizer Nationalmannschaft Fußball gespielt

von Nicole Dreyfus  09.06.2026

Daniel Jositsch, Zürcher SP-Ständerat, am letzten Donnerstag, dem Tag seines Austritts aus der Partei

Meinung

Daniel Jositsch und der Preis der Klarheit

Daniel Jositsch verlässt nach seiner Nichtnomination in den Ständerat die SP. Der Fall zeigt, wie eng der Raum für sozialliberale und proisraelische Stimmen in der Linken geworden ist, nicht nur in der Schweiz

von Zsolt Balkanyi-Guery  08.06.2026

Frankreich

Shosanna rennt weiter

»Inglourious Basterds«-Star Mélanie Laurent ist zurück – und nimmt in »Fauda 5« Rache

von Sophie Albers Ben Chamo  07.06.2026

Großbritannien

Grünen-Chef will Ermittlungen gegen Briten, die in Israels Armee dienen

Zack Polanski gehört ebenso wie Jeremy Corbyn zu den Unterstützern einer Kampagne, die sich gegen britische Staatsbürger im israelischen Militär richtet

 05.06.2026

Meinung

Entlarvte Gesinnung

Ausgerechnet jener Schweizer Politiker, der sich im Parlament gegen das Hamas-Verbot stellte, lädt die französische Abgeordnete und Israelhasserin Rima Hassan nach Bern ein

von Nicole Dreyfus  04.06.2026

Großbritannien

Unterhausabgeordneter unterstellt Israel »Blutdurst«

In einer Parlamentsdebatte zu Israels Krieg gegen die Hisbollah im Libanon verstieg sich ein Parlamentarier zu antisemitischen Aussagen

 04.06.2026