New York

Abe Foxman gestorben

Abe Foxman (1940 - 2026) Foto: picture alliance / ASSOCIATED PRESS

Der langjährige Leiter der Anti-Defamation League (ADL), Abraham »Abe« Foxman, ist im Alter von 86 Jahren gestorben. Amerikanische Medien, darunter auch das »Jewish News Syndicate« (JNS) berichteten. Der Holocaust-Überlebende stand der jüdischen Organisation von 1987 bis 2015 vor und galt über Jahrzehnte als eine der bekanntesten Stimmen im Kampf gegen Antisemitismus in den USA.

Der heutige ADL-Chef Jonathan Greenblatt würdigte Foxman als »moralische Stimme« und »leidenschaftlichen Verteidiger des jüdischen Volkes und des Staates Israel«. Foxman habe die Organisation entscheidend geprägt und sich gegen Antisemitismus »von links wie von rechts« gestellt. Seine Stimme sei von »Päpsten, Präsidenten und Ministerpräsidenten« gehört worden.

Foxman wurde am 1. Mai 1940 als Avraham Chanoch Hanach Fuksman
im weißrussischen Baranovichi geboren. Während des Holocaust versteckten ihn seine Eltern bei einer polnisch-katholischen Nanny, die ihn taufen ließ und mehrere Jahre als katholisches Kind aufzog, um ihn vor den Nationalsozialisten zu schützen. Nach dem Krieg wurde er wieder mit seinen Eltern vereint. Zahlreiche weitere Verwandte wurden ermordet. Im jahr 1950 wanderte er mit seiner Familie in die Vereinigten Staaten ein.

Schutz des jüdischen Volkes

Der Präsident Israels, Isaac Herzog, bezeichnete Foxman als »legendären Anführer des jüdischen Volkes« und engen Freund. Der Holocaust habe seinen Charakter und seine Lebensaufgabe geprägt: »Antisemitismus und Heuchelei zu bekämpfen, Rassismus und Vorurteile anzuprangern und für das jüdische Volk und das jüdische demokratische Israel einzutreten.«

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Israels Außenminister Gideon Sa’ar würdigte Foxman als »überragende Stimme gegen Antisemitismus«. Er habe sein Leben dem Schutz des jüdischen Volkes und der Verbindung zwischen Israel und jüdischen Gemeinden weltweit gewidmet.

William Daroff, Chef der Conference of Presidents of Major American Jewish Organizations, erklärte laut JNS, Foxman habe den Kampf gegen Antisemitismus niemals als theoretische Debatte betrachtet. »Für ihn war das zutiefst persönlich, verwurzelt in seiner eigenen Geschichte als Holocaust-Überlebender«, sagte Daroff. Dennoch habe Foxman diese Erfahrungen »nicht mit Bitterkeit, sondern mit einem Ziel« getragen.

Kämpfer für Gerechtigkeit

Foxman arbeitete insgesamt ein halbes Jahrhundert für die ADL. Nach seinem Jura-Studium trat er 1965 in die Organisation ein und übernahm dort verschiedene Funktionen, bevor er 1987 nationaler Direktor wurde. Unter seiner Führung entwickelte sich die ADL zu einer der einflussreichsten jüdischen Organisationen der Vereinigten Staaten.

Die frühere US-Sonderbeauftragte zur Bekämpfung von Antisemitismus, Deborah Lipstadt, schrieb, Foxman sei »ein Kämpfer für unser Volk und für Gerechtigkeit für alle« gewesen. Auch zahlreiche jüdische Organisationen in Nordamerika würdigten sein jahrzehntelanges Engagement gegen Judenhass und Extremismus.

Foxman hinterlässt seine Ehefrau Golda, zwei Kinder und mehrere Enkelkinder. im

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