Wien

10.000 Nachkommen von NS-Verfolgten wollen österreichischen Pass

Foto: imago

Die erleichterte Einbürgerung für Nachfahren von NS-Verfolgten in Österreich hat eine Welle an Anträgen ausgelöst. Nach Behördenangaben vom Donnerstag haben bereits mehr als 10.000 Menschen die österreichische Staatsbürgerschaft beantragt, seitdem im September ein liberaleres Gesetz in Kraft getreten ist. Davor waren nur Opfer des nationalsozialistischen Regimes anspruchsberechtigt gewesen, nicht aber ihre Kinder, Enkel oder Urenkel.

Laut der Wiener Stadtverwaltung, die die Verfahren für ganz Österreich bearbeitet, kommen die meisten Anträge aus Israel, den USA und Großbritannien. Rund 4600 Nachkommen sind bereits als Österreicher anerkannt worden. »Es geht dabei nicht nur um die Verleihung der Staatsbürgerschaft als symbolische Geste, sondern darum aufzuzeigen, dass dieses Kapitel in Österreichs Geschichte nicht vergessen werden darf,« sagte der liberale Wiener Vizebürgermeister Christoph Wiederkehr.

In Deutschland konnten Nachfahren von Menschen, die zum Beispiel als Juden oder politisch Andersdenkende verfolgt worden waren, schon bislang die Staatsbürgerschaft erhalten - allerdings nur, wenn zumindest ein Elternteil vor dem Jahr 2000 geboren ist. Die Bundesregierung hat im März jedoch einen Gesetzesentwurf vorgelegt, mit dem diese Generationenklausel gekippt werden soll. dpa

Religionsfreiheit

Oberrabbiner sieht religiöse Praktiken europaweit unter Druck

Bei einem Symposium in Amberg diskutierten Politiker, Vertreter von Religionsgemeinschaften und Juristen über die Einschränkungen der Religionsfreiheit

von Christoph Renzikowski  05.07.2026

Terrorismus

In diesem Land gibt es keinen Platz für Islamisten. Sie sollten konsequent abgeschoben werden

Eine Klarstellung

von Jessie Katz  05.07.2026

Ungarn

Ein Löffel Paprika, eine Prise Identität

Lili Lantos präsentiert auf Instagram ihr digitales Kochbuch mit jüdischen Familienrezepten. Dabei schafft sie Nähe, ohne viele Worte zu verlieren

von Nicole Dreyfus  05.07.2026

Wien

Antisemitismus am Denkmal für einen Antisemiten

Ausgerechnet am umstrittenen Denkmal für den einstigen Wiener Bürgermeister Karl Lueger ist es zu einem judenfeindlichen Eklat gekommen

 03.07.2026

Großbritannien

London ehrt Stefan Zweig

84 Jahre nach seinem Tod wird der berühmte österreichische Schriftsteller Stefan Zweig in London geehrt. Dorthin war er 1936 vor den Nazis geflohen

 02.07.2026

Schweiz

Zürcher Attentäter schweigt vor Gericht

Der 17-jährige Angeklagte, der am 2. März 2024 in Zürich einen orthodoxen jüdischen Mann fast tötete, verweigert vor Gericht jede Aussage. Ihm droht wegen mehrfachen versuchten Mordes die höchstmögliche Jugendstrafe von einem Jahr Freiheitsentzug.

von Nicole Dreyfus  02.07.2026

USA

Es war einmal ein »Reich der Güte«

Vor 250 Jahren wurden die Vereinigten Staaten gegründet. Aus jüdischer Perspektive war die Entstehung der Neuen Welt auch der Beginn einer beispiellosen Erfolgsgeschichte

von Paul Bentin  02.07.2026

Großbritannien

Oberrabbiner Mirvis fordert, den Ruf »Tod der IDF« unter Strafe zu stellen

Oberrabbiner Mirvis hat die Politik seines Landes zu einem schärferen juristischen Vorgehen gegen anti-israelische und antisemitische Hassrede aufgefordert

 01.07.2026

Proteste gegen Kushner-Projekt

Ein Land sieht pink: Albaniens Flamingo-Revolution ist nicht zu stoppen

Flamingos überall - und kein Ende in Sicht: EU-Beitrittskandidat Albanien ist fest im Griff einer Protestwelle. Fällt die Regierung unter der pinken Revolution?

von Markus Schönherr  30.06.2026