Wien

10.000 Nachkommen von NS-Verfolgten wollen österreichischen Pass

Foto: imago

Die erleichterte Einbürgerung für Nachfahren von NS-Verfolgten in Österreich hat eine Welle an Anträgen ausgelöst. Nach Behördenangaben vom Donnerstag haben bereits mehr als 10.000 Menschen die österreichische Staatsbürgerschaft beantragt, seitdem im September ein liberaleres Gesetz in Kraft getreten ist. Davor waren nur Opfer des nationalsozialistischen Regimes anspruchsberechtigt gewesen, nicht aber ihre Kinder, Enkel oder Urenkel.

Laut der Wiener Stadtverwaltung, die die Verfahren für ganz Österreich bearbeitet, kommen die meisten Anträge aus Israel, den USA und Großbritannien. Rund 4600 Nachkommen sind bereits als Österreicher anerkannt worden. »Es geht dabei nicht nur um die Verleihung der Staatsbürgerschaft als symbolische Geste, sondern darum aufzuzeigen, dass dieses Kapitel in Österreichs Geschichte nicht vergessen werden darf,« sagte der liberale Wiener Vizebürgermeister Christoph Wiederkehr.

In Deutschland konnten Nachfahren von Menschen, die zum Beispiel als Juden oder politisch Andersdenkende verfolgt worden waren, schon bislang die Staatsbürgerschaft erhalten - allerdings nur, wenn zumindest ein Elternteil vor dem Jahr 2000 geboren ist. Die Bundesregierung hat im März jedoch einen Gesetzesentwurf vorgelegt, mit dem diese Generationenklausel gekippt werden soll. dpa

New York

Magische Juden

Handleser, Geisterbeschwörer, Wahrsager und Wunderheiler: Eine neue Ausstellung beleuchtet die Lust am Okkulten

von Eva C. Schweitzer  21.10.2026

Interview

»Die Situation in Irland ist besonders dramatisch«

Daniel Botmann, der Geschäftsführer des Zentralrats der Juden in Deutschland, spricht über seine jüngsten Besuche in Irland und Großbritannien und die Zusammenarbeit innerhalb der J7-Gruppe der großen jüdischen Gemeinden weltweit

von Michael Thaidigsmann  21.10.2026

London

Jüdinnen auf offener Straße angegriffen

Die Opfer wurden im Stadtteil Clapton Common ins Gesicht geschlagen

von Imanuel Marcus  21.10.2026

Israel

»So wollte ich nicht sterben«

Der indische Kapitän des »Fly Dubai«-Fluges schildert erstmals ausführlich, was sich an Bord abspielte

 20.10.2026

Kommentar

Eine unheilvolle Allianz

Wenn wie in Frankreich die radikale Linke und Islamisten Juden für Israels Politik verantwortlich machen, ist eine Grenze überschritten

von Simone Rodan  20.10.2026

Frankreich

Anarchie und Antisemitismus

Was mit Schülerprotesten gegen schlechte Lernbedingungen begann, hat sich zu gewalttätigen politischen Unruhen ausgewachsen, befeuert von Judenhass

von Laura Sahin  19.10.2026

Dave Rich

»Jüdische Studierende schweigen oft«

Der Antisemitismus-Experte über zunehmenden Judenhass an Universitäten, mangelnde Sicherheit im Alltag und die extreme Rechte in Großbritannien

von Nicole Dreyfus  19.10.2026

Frankreich

Prozess eröffnet: Rima Hassan droht Entzug des passiven Wahlrechts

Die israelfeindliche linke Europaabgeordnete muss sich in Paris wegen mutmaßlicher Terrorverherrlichung verantworten

 19.10.2026

Kommentar

»Wir sind keine Juden«: Die hässliche Fratze der französischen Krawalle

Es zeigt sich eine Querfront der Aggression, bei der sozialer Frust, postkolonialer Opfermythos und tiefsitzender Judenhass verschmelzen

von Ute Cohen  19.10.2026