Medien

Wollte CNN eine Szene aus Israel wirklich dramatischer wirken lassen?

Die CNN-Zentrale in Atlanta Foto: picture alliance/AP Images

In den sozialen Medien kursiert ein Clip, in dem behauptet wird, »Israel« fälsche ein Video »für Aufmerksamkeit«. Konkret geht es um einen Beitrag des US-Nachrichtensenders CNN aus Israel, in dem Raketenangriffe auf dem Gazastreifen thematisiert werden. Darin sollen angeblich Regieanweisungen als Ton zu hören sein, die darauf abzielen, die Szene dramatisch wirken zu lassen. Der Vorwurf: Alles inszeniert. Was geht hier wirklich vor sich?

Bewertung

Die angeblichen Regieanweisungen sind nicht echt. Sie wurden im Nachhinein eingefügt, wie die Macher des Videos selbst schreiben.

Fakten

In dem Clip ist zu sehen, wie ein Team des US-Nachrichtensenders CNN in der Nähe der Grenze zwischen Gaza und Israel anscheinend Schutz sucht. Im Hintergrund hört man angebliche Anweisungen eines Regisseurs: Die Reporter sollen sich in einen Graben abseits der Straße begeben und die Kamera ganz nah an sich halten.

Das Video ist auch auf der CNN-Website und dem CNN-Kanal auf Youtube zu finden. Allerdings gibt es zwei wesentliche Unterschiede zu dem im Internet kursierenden Clip: In dem von CNN veröffentlichten Beitrag sind die Regie-Anweisungen nicht zu hören. Außerdem befindet sich in dem in den Netzwerken kursierenden Clip in der linken oberen Ecke ein Wasserzeichen mit der Aufschrift »The Quartering« - dieses Wasserzeichen fehlt in der Version von CNN.

Auf X (ehemals Twitter) bezeichnet sich »The Quartering« als »Nachrichten- und Content-Organisation« und auf YouTube als Kanal für Computerspiele, Comics und »die Welt im Ganzen«. Dort veröffentlichten »The Quartering« auch den das kursierende Video mit der angeblichen Regieanweisung als Einleitung zu einem Beitrag, in dem ein Moderator erklärt, warum er dem CNN-Beitrag für inszeniert hält.

Dass die Regieanweisung im CNN-Beitrag nicht zum Original gehört, sondern der Veranschaulichung dienen sollte, bestätigt »The Quartering« auf X selbst: »Ja, natürlich ist das Voice-Over nicht echt,« heißt es dort. dpa

Links

TikTok-Video (archiviert)

CNN-Video auf YouTube (archiviert)

CNN-Video auf CNN-Website (archiviert)

»The Quartering« auf X (archiviert)

X-Beitrag mit Aufklärung (archiviert)

»The Quartering« auf YouTube (archiviert)

Video auf »The Quartering«-YouTube-Kanal (archiviert)

Analyse

Israel hat die Wahl

Der jüdische Staat stimmt über eine neue Knesset ab. Alles deutet auf eine Richtungsentscheidung hin

von Guy Katz  26.10.2026

26. Knesset

Nur noch ein Tag: Umfrage zu Israels Richtungswahl

Das Israel Democracy Institute befragte die Israelis zu ihren politischen Wünschen. Scheitert die Mehrheitsbildung, wollen die Israelis erneut wählen

von Sabine Brandes  26.10.2026

Korruptionsprozess

Der Milliardär und der Premier

Der australische Superreiche James Packer soll Netanjahu mit Luxus versorgt haben und kaufte eine Villa nebenan – nun floss mehr als eine Millionen Dollar an den Anwalt des israelischen Ministerpräsidenten

von Sabine Brandes  26.10.2026

Ben-Gurion-Universität

Israelische Studenten entwerfen Konzepte für kleine Atomkraftwerke

Sieht so die Zukunft der Energiegewinnung aus?

 26.10.2026

Jerusalem

Herzog: Trumps Einmischung in Wahlkampf hat keinen Einfluss auf Regierungsbildung

»Ich glaube nicht, dass der Präsident der Vereinigten Staaten oder irgendjemand sonst in meinen Ermessensspielraum eingreifen kann«, sagt das israelische Staatsoberhaupt

 26.10.2026

Jerusalem

Armeechef Zamir soll Befehle von Premier Netanjahu verweigert haben

Der Ministerpräsident soll eine bislang nicht näher beschriebene Militäraktion angeordnet haben, die nach Einschätzung von Sicherheitsvertretern eine neue Konfrontation mit dem Iran auslösen könnte

 26.10.2026

Wahl in Israel

Trump wirbt erneut für Netanjahu

»Wenn ihr zur Wahl geht, denkt bitte daran, dass Bibi ein herausragender Kriegsministerpräsident gewesen ist!«, schreibt Trump auf seinem sozialen Medium Truth Social

 26.10.2026

Zeitungsinterview

Ronald Lauder rechnet mit Netanjahu ab: »Er hat Politik über Frieden gestellt«

»Eines der Dinge, die Israel im Vergleich zu anderen Ländern so besonders gemacht haben, war seine echte Demokratie«, so der WJC-Präsident. »Was wir jetzt erleben, erinnert eher an eine Bananenrepublik«

 25.10.2026 Aktualisiert

Knessetwahl

Die Israel-Wahl in Zahlen

Rund 7,3 Millionen Wahlberechtigte, mehr als 12.000 Wahllokale und 450 Millionen Stimmzettel: Der Zentrale Wahlausschuss nennt Details zur Abstimmung am Dienstag

 25.10.2026