Olympia-Attentat 1972

»Wir trauern mit Ihnen«

Solidarität: Horst Seehofer (CSU) sicherte den Angehörigen der Opfer seine Unterstützung zu. Foto: Flash 90

Nachdem Horst Seehofer bereits in seiner Heimat Bayern des Olympia-Attentates 1972 in München gedacht hatte, tat er es nun auch in der Heimat der Opfer. Während seines viertägigen Besuches in Israel nahm der derzeitige Bundesratspräsident an einer Gedenkfeier in Tel Aviv teil. »Wir trauen mit Ihnen«, betonte er am Mittwochabend vor Politikern und Familienangehörigen der damaligen israelischen Olympiamannschaft.

Am 5. September vor 40 Jahren waren Palästinenser der Terrorzelle »Schwarzer September« in die Unterkünfte des israelischen Teams im olympischen Dorf eingedrungen. Sie ermordeten zwei Sportler sofort. Neun weitere und ein deutscher Polizist starben bei einem misslungenen Befreiungsversuch auf dem Flughafen Fürstenfeldbruck, der in einem Blutbad endete. Dort wurde in der vergangenen Woche im Beisein von Hinterbliebenen und des israelischen Vize-Premiers Silvan Schalom in einer bewegenden Zeremonie an die Opfer erinnert.

aufklärung In Tel Aviv erklärte der bayerische Regierungschef (CSU), er setze auf »vollständige Aufklärung des fatalen Fehlschlages beim Rettungsversuch«. Dafür müssten die Ermittlungsakten freigegeben werden. Es gebe heute kein vernünftiges Argument, dagegen zu sein. Auch sicherte er den Familien einen »Gedenkraum« in München zu. Die Erinnerung an den barbarischen Akt müsse gepflegt werden, so Seehofer weiter.

Einen Tag zuvor hatte Seehofer ins Gästebuch der Jerusalemer Holocaust-Gedenkstätte Yad Vashem geschrieben: »Das unermessliche Leid der Opfer bewegt mich zutiefst.« Im Anschluss an die Führung durch das Museum sprach er von »lähmendem Entsetzen«.

Seehofer traf auch mit der Führungsriege des israelischen Polit-Parketts zusammen: Staatspräsident Schimon Peres und Regierungschef Benjamin Netanjahu. Peres werde der Franz-Josef-Strauß-Preis für herausragende Leistungen im Bereich der Politik verliehen, verkündete der CSU-Politiker. Netanjahu machte vor dem Zusammentreffen deutlich, dass es derzeit die wichtigste Aufgabe Israels sei, den Iran von seinem deutlichen Vorhaben, atomare Waffen zu produzieren, abzuhalten: »Dies ist ein Land, das unsere Zerstörung erreichen will und an diesem Ziel arbeitet.« Er räumte ein, dass dies nicht leicht sei, seine Staatsführung sich jedoch dadurch auszeichne, dass sie an seinem Vorhaben festhalte, »auch wenn es dabei Unstimmigkeiten mit Freunden, sogar besten Freunden gibt«.

Am Donnerstag reist Seehofer weiter ins Westjordanland zu Gesprächen mit palästinensischen Spitzenpolitikern, darunter Premierminister Salam Faijad. Während der gesamten Nahostreise betonte er wiederholt, dass sich Deutschland mit Nachdruck dafür einsetze, dass die Menschen in Israel in Sicherheit und Frieden leben können.

Sachsen-Anhalt

»Weil wir bei späteren Remigrations- und Abschiebeoffensive natürlich auch entsprechende Hilfsmittel brauchen«: Empörung über AfD-Spitzenmann Siegmund wegen Rüstungsaussage 

Die Hintergründe

 11.09.2026

Neujahr

Hopfen, Malz und Honig

Zu Rosch Haschana können die Israelis nun auch passendes Bier im Supermarkt kaufen. Stilecht in der blau-weißen Dose

von Sabine Brandes  11.09.2026

Tel Aviv

Magen David Adom leistet im Jahr 5786 fast 1,9 Millionen Einsätze

Besonders stark beansprucht wurde auch die Notrufzentrale 101: Mehr als zwei Millionen Anrufe gingen innerhalb eines Jahres ein

 11.09.2026

Großbritannien

Applaus für britischen Außenminister von der Hamas

Ein hochrangiger Funktionär der Terrorgruppe begrüßt die Sanktionen, mit denen das Vereinigte Königreich Israel belegt hat. Das sei ein »wichtiger Schritt in die richtige Richtung«

 11.09.2026

Kommentar

Ja, du bist gemeint!

Im Leben gibt es Menschen, die erkennen, was vor sich geht, und andere, die einfach blind den Trends folgen. Warum ich an der Seite meiner jüdischen Freunde stehe

von Boy George  11.09.2026

Tel Aviv

Nach Unfall für tot erklärt - jetzt Mutter von drei Kindern

Eine Mutter in Israel, einst nach einem schweren Verkehrsunfall schon als verstorben gemeldet, bringt im Krankenhaus ihrer Rettung ihr drittes Kind zur Welt – mit Hilfe der eigenen Schwester

 11.09.2026

Tel Aviv/Beirut

Israel zerstört unterirdische Terrorbasis im Südlibanon

Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu und Verteidigungsminister Israel Katz erklären, damit sei die Festigung der Sicherheitszone im Südlibanon abgeschlossen

 11.09.2026

Skandal

Hasswelle gegen Ex-Soldaten bringt Adidas in Bedrängnis

Shalev Biton wurde wegen seiner Teilnahme an einer Adidas-Kampagne zur Zielscheibe israelfeindlicher Aktivisten. Nun entschuldigt sich der Sportartikelhersteller

von Sabine Brandes  10.09.2026

Syrien

Grossi: Von Israel zerstörter Reaktor hätte atomwaffenfähiges Material produzieren können

2007 zerstörte Israel den Atomreaktor Deir ez-Zor. 19 Jahre später bestätigt Atom-Aufseher Rafael Grossi, dass die Anlage atomwaffenfähiges Material hätte produzieren können

 10.09.2026