Sturm

Winterwetter hält Israel in Schach

Folgen des Sturms Foto: Flash 90

Fliegende Regenschirme, umgestürzte Bäume, überflutete Straßen und Felder: Seit dem Wochenende haben heftige Winterstürme Israel fest im Griff. Am Montag erreichten die Windgeschwindigkeiten bis zu 120 Stundenkilometer. Im ganzen Land kommt es immer wieder zu starken Regen- und Hagelfällen, auf dem Berg Hermon im Golan fielen 20 Zentimeter Neuschnee.

Bereits am vergangenen Freitag hatte das ungemütliche Winterwetter nach langen Tagen voller Sonnenschein zu toben begonnen. Die Regengüsse sollen bis zum Ende der Woche andauern. Das meteorologische Amt hat für diese Zeit Niederschlagsmengen vorhergesagt, die sonst durchschnittlich im gesamten Januar fallen.

Flut Bereits nach wenigen Stunden Regen war der Tel Aviver Fluss Hajarkon über die Ufer getreten und überflutete mehrere Straßen in der Metropole, die gesperrt werden mussten. Kilometerlange Staus bildeten sich auf den Autobahnen, da die öffentlichen Verkehrsmittel verspätet oder gar nicht fuhren. Die Bahn war teilweise komplett lahmgelegt, die Station in Herzliya ist bereits den zweiten Tag wegen Überflutung geschlossen.

Die Elektrizitätsbehörde warnt immer wieder im Radio vor losen Stromleitungen, die durch den Sturm abgerissen wurden, nun umherfliegen und Menschen verletzen könnten. Pausenlos sind die Angestellten im Einsatz, um Gefahren zu beseitigen und Stromausfälle zu beheben. In der Kleinstadt Mewasseret Zion bei Jerusalem fiel am Montag die Schule komplett aus, weil es stundenlang keinen Strom gegeben hatte.

Schnee Sowohl in der Hauptstadt als auch im Norden des Landes sorgen umgestürzte Bäume für Angst. In der Negevwüste fiel ein Baum auf ein Auto und verletzte die beiden Insassen. In Bnei Brak musste ein Fußgänger ins Krankenhaus eingeliefert werden, nachdem ihn ein Stamm getroffen hatte. Im Hulatal sind Hunderte von Hektar landwirtschaftlicher Nutzfläche mit Karotten und Zwiebeln zerstört worden. Der Schaden wird auf Millionen von Schekel geschätzt.

Für die kommenden Tage sind vor allem für den Süden des Landes blitzartige Fluten angekündigt. Zudem könnten in der Negevwüste Sandstürme auftreten. Am Mittwoch sollen die Temperaturen noch weiter sinken und der Regen in manchen Landesteilen – wahrscheinlich auch in Jerusalem – in Schnee übergehen. Die Hauptstädter wird es freuen, die Hügel ihrer Stadt auf Schlitten herunterzudüsen. Ein Wetterphänomen, das es nur alle paar Jahre gibt. Auch können sich die Israelis über gefüllte Wasserreservoirs freuen. Allen voran der See Genezareth, dessen Pegel in diesem nassen Winter bereits außergewöhnlich stark gestiegen ist. Allein am Sonntag um zehn Zentimeter.

Wohltätigkeit

Gal Gadot ganz großzügig

Die Hollywood-Schauspielerin spendet Geld vom Genesis-Preis an Organisationen für die Rehabilitation psychisch Kranker

von Sabine Brandes  23.09.2026

Emmanuel Macron spricht vor der UN-Vollversammlung

Vereinte Nationen

Jerusalem nennt Macrons Behauptung zur Hamas »absurd«

Der französische Präsident behauptet vor der Vollversammlung, die Terrororganisation sei im Westjordanland nie aktiv gewesen. Tatsächlich verübt sie dort regelmäßig Anschläge

von Sabine Brandes  23.09.2026

Jerusalem

Israel startet Kampagne gegen Voreingenommenheit der UN

Ein Video zeigt Papageien bei der UNO-Vollversammlung, die »Beschuldigt Israel!« durch den Versammlungssaal schreien

 23.09.2026

Jerusalem

Lucien Lazare gestorben

Der Historiker und Pädagoge schloss sich während der deutschen Besatzung Frankreichs dem Widerstand an. In Israel gehörte er zur Kommission von Yad Vashem

 23.09.2026

Jerusalem

Israel droht mit Räumung Gazas im Falle neuer Entführung

Fast drei Jahre nach dem beispiellosen Hamas-Massaker am 7. Oktober droht Israels Verteidigungsminister mit drastischen Folgen, sollte erneut ein Israeli verschleppt werden

 23.09.2026

Israelische Zeitungen

Wahlergebnisse

»Sieg der Extreme«

Nach dem AfD-Erfolg in Mecklenburg-Vorpommern wächst in Israel die Aufmerksamkeit für Deutschlands politische Verschiebung

von Sabine Brandes  22.09.2026

Debatte

Wehret den Anfängen gilt rechts und links

Ein Offener Brief an Bischof Christian Stäblein vom Evangelischen Arbeitskreis der CDU Berlin/Brandenburg

von Cornelia Seibeld  22.09.2026

Reaktionen

Besorgnis in Israel nach Berlin-Wahl

Der Wahlsieg der Linken sorgt vor allem mit Blick auf Antisemitismus und das jüdische Leben in der deutschen Hauptstadt für Aufmerksamkeit in israelischen Medien

von Sabine Brandes  22.09.2026

Umfrage

Mehrheit sieht keine Chance für friedliche Zwei-Staaten-Lösung

Eine friedliche Koexistenz ist für eine Mehrheit der Israelis und eine noch größere Mehrheit der Palästinenser im Westjordanland und in Ostjerusalem derzeit nicht vorstellbar

 22.09.2026