Nachrichten

Wetter, Purim, Alija

Es regnet seltener, aber heftiger. Foto: Flash 90

Nachrichten

Wetter, Purim, Alija

Kurzmeldungen aus Israel

von Sabine Brandes  18.02.2021 09:28 Uhr

Wetter
Die jährliche Niederschlagsmenge in Israel ist in den vergangenen Jahren nahezu gleich geblieben, ergab eine Studie, die den Regenfall aus neun Jahrzehnten untersuchte. Dennoch habe es Veränderungen gegeben, gibt das Meteorologische Institut an, das die Studie veröffentlichte. Diese lägen an den globalen Klimaveränderungen. Die Forscher Noam Halfon und Yizhak Yosef berechneten die Niederschlagsmengen der vergangenen drei Jahrzehnte und verglichen sie mit dem Durchschnitt der letzten 90 Jahre. Resultat: Es gibt keine wesentliche Änderung bei der Menge des Regens. Allerdings fanden sie einen Rückgang der Anzahl der regnerischen Tage. Zudem fanden sie heraus, dass die Regenphasen um zehn Prozent kürzer geworden sind. Sie beschränken sich heute im Wesentlichen auf die Monate Dezember bis Februar.

Purim
Purim steht vor der Tür. Zwar wird während der Corona-Krise wohl nirgends so ausgelassen gefeiert wie üblich, doch die Tradition des Helfens am jüdischen Karneval gilt in Corona-Zeiten mehr denn je. Viele Kinder basteln schon heute die traditionellen Mischloach Manot für Soldaten, Bedürftige und ältere Menschen. Die Hilfsorganisation Leket will sozial schwache Familien unterstützen: Mit elektronischen Grußkarten kann man Purim-Grüße in alle Welt verschicken und dabei gleichzeitig helfen. Eine unbegrenzte Menge an Grußkarten kostet 36 US-Dollar. Dafür kauft die Organisation mehr als 100 Kilogramm Lebensmittel für Bedürftige. »Ihre Spende wird die Mizwa der Matanot L’evyonim« erfüllen», sagt Leket-Vorsitzender Joseph Gitler.

Alija
Eigentlich ist der Ben-Gurion-Flughafen nach wie vor geschlossen. Doch für eine Maschine mit 302 Neueinwanderern aus Äthiopien öffnete er am Freitag für kurze Zeit. Unter den Olim Chadaschim befindet sich ein sechsjähriger Junge, der eine dringende Herzoperation benötigt. Außer ihm wurden alle in eine 14-tägige Quarantäne geschickt. Das Kind wird derzeit im Krankenhaus behandelt. Die Äthiopier gehören zu den rund 8000 Falaschmura, die in dem afrikanischen Land noch auf ihre Alija warten. Der Flug war von der International Christian Embassy Jerusalem (ICEJ) gesponsert worden. ICEJ-Präsident Jürgen Bühler sagte: «Ihre Träume sind jetzt wahr geworden. Sie sind endlich im Gelobten Land mit ihren Familien zusammengekommen.»

Rolle
Präsident Reuven Rivlin wurde in der vergangenen Woche die «Rolle der Einheit» übergeben. Diese Initiative wurde vom Gewinner des Israel-Preises 2004, Rabbi Yitzhak David Grossman, ins Leben gerufen. Die Urkunde ist das erklärende Element des Projekts «Social Forum», das die Spaltung der israelischen Gesellschaft überwinden soll. Mit dabei sind führende Persönlichkeiten unter anderem aus den Bereichen Bildung, Wissenschaft und Kultur. «Im vergangenen Jahr hat sich die Gesellschaft einer unvorhersehbaren Herausforderung gegenübergesehen. Hinzu kommt eine politische Krise», so Präsident Rivlin. «Doch die Corona-Pandemie hat uns auch gezeigt, dass wir alle in einem Boot sitzen.» Rabbi Grossman erklärte, dass die besten Mediziner und Wissenschaftler an einem Impfstoff gearbeitet hätten. «Doch wer kümmert sich darum, dass wir einen sozialen Impfstoff finden?»

Schauspielerin
Die Schauspielerin Haya Harareet ist im Alter von 89 Jahren in England gestorben. Ihre Nichte erklärte, der Tod sei im Schlaf eingetreten. Harareet war eine der ersten israelischen Künstlerinnen, die in den 50er-Jahren den Durchbruch in Hollywood schafften. Bekannt wurde sie durch ihre Rolle als Esther in dem Monumentalstreifen Ben Hur an der Seite von Charlton Heston. Allerdings hielt ihr Erfolg nicht lange an, bereits in den 60er-Jahren gab sie ihre Schauspielkarriere auf. Sie heiratete den Regisseur Jack Clayton und zog mit ihm nach Großbritannien, wo sie später Politikwissenschaft studierte. Harareet wurde 1931 in Haifa als Haya Neuberg geboren. Sie war die Tochter polnischer Einwanderer.

Jerusalem

Großeltern umgebettet: Theodor Herzls letzter Wille ist erfüllt

Die Überreste von Schimon und Rikva Herzl, Vorfahren väterlicherseits des Zionismus-Begründers und prägende Gestalten in Theodor Herzls Jugend, wurden von Serbien nach Israel überführt und auf dem Herzlberg beigesetzt

 06.08.2026

Justiz

Israelischer Siedler wegen Tötung eines Palästinensers angeklagt

Der getötete Aktivist setzte sich gegen Siedlergewalt ein und war an dem Oscar-prämierten Film »No Other Land« beteiligt. Jetzt steht der mutmaßliche Täter vor Gericht

 06.08.2026

Gaza

IDF-Chef Zamir: Jeder Verantwortliche für die Massaker vom 7. Oktober wird zur Rechenschaft gezogen

Die Jagd auf die beteiligten Terroristen sei »eine dauerhafte und fortlaufende Aufgabe, die das Kommando mit großem Erfolg erfüllt«, sagt der Generalstabschef

 06.08.2026

Dublin

Wegen Israel-Boykott: Irisches Regierungsflugzeug kann nicht mehr im Nebel landen

Beim Kauf der Maschine wurde bewusst auf das System »FalconEye« verzichtet, weil der israelische Rüstungskonzern Elbit Systems an dem Produkt beteiligt ist

 06.08.2026

Gesellschaft

Misstrauen vor der Wahl

72 Prozent der jüdischen Israelis fürchten, dass die Parlamentswahl im Oktober beeinträchtigt werden könnte

von Sabine Brandes  06.08.2026

Magdeburg/Halle

Schulze: Hallervorden-Auftritt steht für Meinungsfreiheit

Der Komiker verbreitet Verschwörungstheorien über Israel und relativiert Russlands Angriffskrieg auf die Ukraine

 06.08.2026

Medien

Wo steckt die palästinensische Opposition?

Zwei taz-Essays erzählen eindringlich von palästinensischer und muslimischer Entfremdung in Deutschland. Sie lassen zugleich einen entscheidenden blinden Fleck im Nahostkonflikts unerwähnt

von Leeor Engländer  06.08.2026

Wahlkampf

Who’s who in Jerusalem?

Israels Parteien buhlen nicht nur um potenzielle Wähler, sondern auch um mögliche Bündnisse

von Sabine Brandes  06.08.2026

Jerusalem

Ehemalige Likud-Politiker Erdan und Edelstein gründen neue Partei

Eine konservative Alternative zu Ministerpräsident Benjamin Netanjahu wollen die Gründer bieten. Haben sie Chancen auf Erfolg?

 06.08.2026