Friedensplan Nahost

»Wenn die Zeit reif ist«

Nahost-Berater und Trump-Schwiegersohn Jared Kushner Foto: dpa

Der führende Berater im Weißen Haus, Jared Kushner, hat sich zum US-Friedensplan geäußert. Es sei ein einsatzfähiges Dokument, das als Ausgangspunkt genommen werden könne, um den israelisch-palästinensischen Konflikt beizulegen.

Seit Monaten wird über den Plan spekuliert, den Präsident Donald Trump als »Jahrhundertdeal« angepriesen hat. Jedoch gibt es bis heute keinerlei Informationen, welche Bereiche das Papier beinhalten wird.

Seit Monaten wird über den Plan spekuliert, den Präsident Donald Trump als »Jahrhundertdeal« angepriesen hat.

Ramadan Kushner sprach am Donnerstagabend im Washingtoner Institut für Nahost-Angelegenheiten. Obwohl der Plan angeblich nach der Regierungsbildung in Israel und dem Ende des muslimischen Fastenmonats Ramadan – also im Juni – vorgestellt werden soll, blieb Kushner nach wie vor vage.

Die tatsächlichen Vorschläge allerdings sollen ins Detail gehen, beteuerte er, »von den politischen Problemen bis zu einem Ausblick, damit diese Leute ein besseres Leben haben können«. Trump habe seinen Anteil daran gehabt, allerdings diese letzte Version noch nicht gesehen, »aber einen großen Teil des Plans gelesen«.

»Wir gestalten einen sehr guten Geschäftsplan mit einer starken wirtschaftlichen Komponente, mit der die Palästinenser wirtschaftlich vorwärtskommen können«, betonte er.

Mohammed Shtayyeh, Ministerpräsident der Palästinensischen Autonomiebehörde, hatte die Gerüchte, dass es sich um einen reinen Business-Plan handeln soll, bereits vor einigen Wochen mit den Worten kommentiert: »Das ist finanzielle Erpressung. Und die lehnen wir ab.«

Diplomatie Kushner konterte, es sei enttäuschend, dass die palästinensische Führung den Plan ablehne, ohne zu wissen, worum es eigentlich geht. Der 36-jährige Kushner, Trumps Schwiegersohn, der mit Ivanka Trump verheiratet ist, hatte vor seinem Eintritt ins Weiße Haus keinerlei Erfahrung mit Diplomatie. Er war Immobilienmakler.

Kürzlich waren Berichte aufgetaucht, in denen es hieß, dass der Plan keinen eigenen Staat für die Palästinenser beinhalte.

Kürzlich waren Berichte aufgetaucht, in denen es hieß, dass der Plan keinen eigenen Staat für die Palästinenser beinhalte. Experten sagen, dass eine derartige Variante niemals von den Palästinensern und der arabischen Welt angenommen werden würde.

Schritte Bestätigt wurde das aus dem Weißen Haus oder von Kushner selbst jedoch nicht. Der israelische Premierminister Benjamin Netanjahu hatte kurz vor den Parlamentswahlen in Israel erklärt, er wolle überprüfen, ob Israel Teile des palästinensischen Westjordanlandes annektieren könne. Kushner betonte, dass beide Seiten keine einseitigen Schritte tun sollten, bevor der Plan nicht veröffentlicht ist.

Der amerikanische Gesandte für internationale Verhandlungen, Jason Greenblatt, hatte am Mittwoch getwittert, der Plan werde veröffentlicht, »wenn die Zeit dazu reif ist«.

Nahost

Israel greift Ziele in Südsyrien an

Die Armee hat nach eigenen Angaben »mehrere bewaffnete Terroristen« getötet

 29.06.2026

Südlibanon

Israelische Armee zerstört massiven Hisbollah-Tunnel

Der 25 Meter tiefe und 200 Meter lange Tunnel soll nur 10 Kilometer von der israelischen Grenze entfernt gewesen sein

 29.06.2026

Kommentar

»Eigentlich habe ich noch nie mit einem Juden gesprochen«

Als Antisemitismusbeauftragter jüdisch zu sein ist kein Manko. Im Gegenteil: Es braucht an deutschen Universitäten mehr jüdische Beauftragte

von Guy Katz  28.06.2026

Interview

»Es braucht eine umfassende Kampagne«

Der israelische Diplomat Akiva Tor beklagt, dass das angeschlagene Image seines Landes die nationale Sicherheit des jüdischen Staates gefährdet

von Sabine Brandes  27.06.2026

Nahost

Amerikas Rückzug

Die USA lassen Israel fallen und versuchen plötzlich, den Iran zu bestechen. Eine gefährliche Situation für den Judenstaat – aber auch eine Chance, sich neu zu erfinden

von Rafael Seligmann  27.06.2026

Diplomatie

Israel und Libanon einigen sich auf Rahmenabkonmen

Israel und Libanons Regierung schließen eine Vereinbarung, um den jahrzehntelangen Kriegszustand zu beenden. Doch frühere Abkommen zeigen: Eine Umsetzung ist keineswegs sicher

 27.06.2026

Jerusalem

50. Jahrestag: Israel gibt Geheimdokumente zu Entebbe frei

Am 27. Juni 1976 entführten Terroristen eine Air-France-Maschine nach Uganda. Fünf Jahrzehnte später stellt das israelische Staatsarchiv die Regierungsdokumente zur militärischen Befreiung bereit

von Hans Dahne  26.06.2026

Washington D.C.

Gespräche zwischen Israel und Libanon verlängert

Die USA drängen die beiden Staaten darauf, die Verhandlungen nicht ohne Ergebnis zu beenden. Deshalb sollen die Delegationen heute erneut zusammenkommen.

 26.06.2026

Medien

»Alle Juden haben genug von dir!« Trump soll Netanjahu angeschrien haben

Auslöser für den Streit war einem neuen Buch zufolge ein israelischer Angriff auf Hamas-Führungsmitglieder in Doha

 26.06.2026