Israel

Sicherheitsmaßnahmen an Bushaltestellen werden verstärkt

Viele Haltestellen sind ungeschützt. Foto: Flash90

Als Reaktion auf die tödlichen palästinensischen Terroranschläge der vergangenen Wochen hat die israelische Regierung mehrere Maßnahmen angekündigt. Zunächst wird die Sicherheit an Hunderten von Bushaltestellen in Jerusalem verbessert.

KOALITIONSPARTNER Das Büro von Ministerpräsident Benjamin Netanjahu kündigte einen entsprechenden Plan in Jerusalem an. Israelische Medien berichteten, dass die ultrarechten Koalitionspartner von Netanjahu, Otzma Jehudit und Religiöser Zionismus, den Premier unter Druck gesetzt hätten, jetzt zu handeln.

In einer gemeinsamen Erklärung mit der Stadtverwaltung von Jerusalem hieß es, der Plan enthalte den Einsatz von mehr Sicherheits- und Polizeikräften, eine Bündelung der geheimdienstlichen sowie operativen Bemühungen und eine Verbesserung des zivilen Schutzes, womit zunächst die Sicherung der Bushaltestellen gemeint war.

WARTENDE Damit sollen vor allem Anschläge mit Fahrzeugen verhindert werden, die in Wartende rasen. Erst am vergangenen Freitag wurden bei einer derartigen Terrorattacke eines Palästinensers drei Menschen getötet, darunter zwei kleine Kinder.

Zunächst hätten 300 Bushaltestellen oberste Priorität, insgesamt werde Jerusalem weitere 700 in Gebieten stärken, in denen der Bedarf derzeit als weniger dringend erachtet wird, hieß es aus Jerusalem. Das Büro des Premierministers wird das Budget für die Maßnahmen bereitstellen.

Der Jerusalemer Bürgermeister Moshe Lion versicherte, dass die Arbeiten zur Verstärkung der Bushaltestellen sofort beginnen werden.

»Angesichts der jüngsten Flut schwieriger Vorfälle im ganzen Land im Allgemeinen und in der Hauptstadt im Besonderen hat meine Regierung Tag und Nacht daran gearbeitet, den Bürgern das Gefühl der Sicherheit zurückzugeben«, so Netanjahu. Der Jerusalemer Bürgermeister Moshe Lion dankte der Regierung und versicherte, dass die Arbeiten zur Verstärkung der Bushaltestellen in der Stadt sofort beginnen werden.

Israelische Zeitungen berichteten außerdem, dass zwei oder drei Reserve-Grenzpolizeieinheiten bald rekrutiert würden, um in Jerusalem und möglicherweise auch in der Nähe des Gazastreifens stationiert zu werden.

NATIONALGARDE Nach Meinung von Sicherheitsminister Itamar Ben Gvir gingen die Maßnahmen jedoch nicht weit genug. Er strebe immer noch die »Bildung einer Nationalgarde an, die die Straßen mit Sicherheitskräften überfluten und Sicherheit und Regierungsführung auf den Straßen wiederherstellen« würde, sagte er.

In den vergangenen Tagen wurden in Ostjerusalem Dutzende verdächtige Palästinenser festgenommen, gab die Armee an. Diese Zahl wird sich sicher vor dem muslimischen Fastenmonat Ramadan noch erhöhen, während dessen es in den letzten Jahren immer wieder zu einem Anstieg der Gewalt gekommen war.

Durch die jüngste Welle von Terroranschlägen wurden elf Israelis getötet. Am Montag starb der Grenzpolizist Asil Sawaed. Der 22-Jährige wurde von einem palästinensischen Teenager in Ost-Jerusalem erstochen und gleichzeitig versehentlich von der Kugel eines Kameraden getroffen, der versucht hatte, auf den Angreifer zu schießen.

Iran

Krieg auf Eis gelegt

Die direkte Konfrontation zwischen Israel und dem Mullah-Regime ist gestoppt. Doch die Spannungen in der Region bleiben unverändert hoch

von Sabine Brandes  11.06.2026

Knesset

Armeedienst und Torastudium sollen gleichgestellt werden

Trotz des Widerstands der Opposition und einiger Koalitionsmitglieder geht der kontroverse Gesetzesvorschlag durch die erste Lesung

von Sabine Brandes  11.06.2026

Gesellschaft

Erste Frau in IDF-Eliteeinheit Sayeret Matkal

Seit 2024 dürfen auch Frauen in die geheimnisvolle Einheit aufgenommen werden. Nun hat erstmals eine Israelin die harte Aufnahmeprüfung bestanden

von Sabine Brandes  11.06.2026

Jerusalem

Bericht: Regierung will Hunderte Millionen für 61 Siedlungen bereitstellen

Nach Informationen des Journalisten Barak Ravid will das Kabinett noch heute über einen Plan abstimmen, der die praktische Umsetzung der Projekte im Westjordanland ermöglichen würde

 11.06.2026

Meeressäuger

Pottwale vor der Küste Ashdods gesichtet

Der Fund gelingt einem Wisschenschaftlerteam, kurz bevor es seine Forschungsfahrt wegen iranischer Angriffe abbrechen muss

 11.06.2026

Berlin

Dieter Nuhr erhält den Leo-Baeck-Preis

Der Kabarettist ist mit dem Leo-Baeck-Preis ausgezeichnet worden. Zentralratspräsident Josef Schuster würdigte den Kabarettisten für seinen entschiedenen Einsatz gegen Antisemitismus

von Detlef David Kauschke  10.06.2026

Leo-Baeck-Preis

»Seine Arbeit hat rettende Relevanz«

Ahmad Mansour lobte in seiner Laudatio auf Dieter Nuhr den Mut und die intellektuelle Unbestechlichkeit des Kabarettisten. Eine Dokumentation

von Ahmad Mansour  10.06.2026

Rede

»Sie beweisen Zivilcourage und folgen mit ihrem Mut dem Beispiel von Leo Baeck«

Zentralratspräsident Schuster hob bei der Vergabe des Leo-Baeck-Preises Dieter Nuhrs ebenso fairen wie kompetenten Blick auf den jüdischen Staat hervor

von Josef Schuster  10.06.2026

Berlin

»Ich bin stolz! Sehr stolz«

Dieter Nuhr ist mit dem Leo-Baeck-Preis des Zentralrats der Juden geehrt worden. Wir dokumentieren hier exklusiv seine Rede im Wortlaut

von Dieter Nuhr  10.06.2026