Vermisst

Warten auf die Freilassung

Yuli Ben-Ami (l.) und Ayelet Chakim

Vermisst

Warten auf die Freilassung

Drei Töchter vermissen noch immer ihre Eltern

von Sabine Brandes  06.12.2023 14:12 Uhr

Sie leben jetzt in einem Hotel am Toten Meer. Die meiste Zeit aber sind sie unterwegs, um für die Freilassung ihrer Angehörigen zu kämpfen: Ayelet Chakim, die Schwester von Raz Ben-Ami, und ihre Nichte Yuli Ben-Ami. Yuli ist eine der drei Töchter von Raz und Ohad Ben-Ami. Das Ehepaar wurde am 7. Oktober aus dem Kibbuz Be’eri von Terroristen der Hamas gekidnappt.

Die Angehörigen erfuhren es durch Hamas-Videos. »Sie wurden in ihren Schlafanzügen aus dem Haus gezerrt. Es war unerträglich anzusehen«, so Chakim. Sie sorgt sich jeden Moment um ihre Schwester, die sie als »sanfte und wundervolle Person« beschreibt, die es liebt, für ihre Familie zu kochen und zu backen. Vor Kurzem sei sie am Rücken operiert worden. »Raz braucht Medikamente. Sie muss schreckliche Schmerzen haben. Es ist so furchtbar, nur daran denken zu müssen.«

Konkrete Informationen gibt es von niemandem

»Wir sind am Ende und müssen sie nach Hause bringen – sofort«, fleht Chakim. »Wir sind Geflüchtete, unsere Häuser zerstört, unsere Familienmitglieder in Geiselhaft. Was ist das für ein Zustand? So kann man nicht leben. Wir haben nichts, wohin wir zurückkehren würden«, sagt sie. Und: »Wir nahmen an, dass die Regierung uns beschützen und sich um uns kümmern würde.« Doch alles, was sie sagen, sei: »Wir arbeiten daran.« Konkrete Informationen gebe es von niemandem.

Die Tochter der beiden, Yuli, lebt derzeit in einem dauerhaften Zustand der Panik. »Meine Schwestern Ela, Natalie und ich hoffen jeden Tag, dass eine gute Nachricht kommt und meine Eltern zusammen gefangen gehalten werden. Dass sie einander aufrichten. Aber uns geht es nicht gut. Jeder Tag fühlt sich an wie eine Schlacht, die wir kämpfen müssen.«

Vor Kurzem sah die junge Frau ein Video aus dem Haus ihrer Eltern in Be’eri. Persönlich hinzufahren, habe sie nicht über sich gebracht. Yuli und Ayelet fordern, dass das Rote Kreuz ihre Angehörigen sehen und Medikamente überbringen darf. »Das ist das Mindeste.« An ihre Familienmitglieder gerichtet, sagen sie: »Alle, wirklich alle, warten auf euch. Bleibt stark und kommt zu uns zurück.«

Waffenruhe

Israelische Armee bereitet Offensive auf Gaza-Stadt vor

Sollte sich die Hamas nicht freiwillig entwaffnen, will die Armee den Angriff noch im März beginnen

 11.01.2026

Be'eri

Nach dem 7. Oktober

Daniel Neumann hat den Kibbuz Be’eri besucht und fragt sich, wie es nach all dem Hass und Horror weitergehen kann. Er weiß, wenn überhaupt, dann nur in Israel

von Daniel Neumann  10.01.2026

Knesset

In den Startlöchern

Israels Parteien bereiten sich auf die Wahl vor

von Sabine Brandes  10.01.2026

Nachrichten

Wetter, Katargate, Bevölkerung

Kurzmeldungen aus Israel

von Sabine Brandes  10.01.2026

Kommentar

Ärzte mit Grenzen

Die Waffen schweigen weitgehend in Gaza, der Informationskrieg tobt weiter. Ein besonders niederträchtiges Beispiel liefert »Ärzte ohne Grenzen«

von Wolf J. Reuter  10.01.2026 Aktualisiert

Kommentar

Die Proteste im Iran und die blamable Berichterstattung von ARD und ZDF

Die Mullahs sollen weg, der Schah soll kommen: Dafür hat die Linke gerade keine Erklärung parat - und mit ihr auch nicht die links geprägten Redaktionen des Öffentlich-rechtlichen Rundfunks

von Christoph Lemmer  10.01.2026

Gesellschaft

»Habaita« – das Wort des Jahres in Israel

Ein simpler hebräischer Ausdruck aus drei Silben bezeichnet das Gefühl eines ganzen Landes

von Sabine Brandes  10.01.2026

Iran

Netanjahu zu den Protesten im Iran: »Wir stehen an eurer Seite«

Jerusalem beobachtet genau, wie das Regime in Teheran auf die Demonstrationen reagiert

von Sabine Brandes  10.01.2026 Aktualisiert

Belgien

Außerhalb des Völkerrechts

Die belgische Regierung verweigert einer Staatsangehörigen die konsularische Betreuung, weil sie in einer von Brüssel nicht anerkannten israelischen Siedlung lebt

 09.01.2026