Kurzmeldungen

Wahlsplitter

Foto: Flash90

Zahlen
Noch etwa 40 Tage bis zur Wahl: Die Parteien überschlagen sich, um die Wähler auf ihre Seite zu bringen. In aktuellen Umfragen überholt der Likud die Zionistische Union mit Isaac Herzog und Zipi Livni mit 26 im Vergleich zu 24 Sitzen, trotz der jüngsten Skandale um Regierungschef Benjamin Netanjahus Ehefrau Sara. Avigdor Liebermans »Israel Beiteinu« rutscht nach dem Korruptionsskandal um Dutzende Mitglieder auf magere vier bis fünf Sitze. Das neu gegründete Bündnis aus drei arabischen und einer arabisch-jüdischen Partei brächte es – würde heute gewählt –, auf zwölf Sitze. Naftali Bennetts nationalreligiöses Jüdisches Haus könnte 13 sichern, und auch die sefardische Ultraorthodoxen-Partei Schas ist nach internen Querelen mit sieben Sitzen wieder im Rennen um die nächste Knesset.

Hürde
Unter den für die kommenden Parlamentswahlen Angemeldeten befinden sich auch viele kleine Parteien. Anfang der Woche gab das zentrale Wahlkomitee die endgültige Liste der Bewerber bekannt. Und schon jetzt gilt als sicher, dass einige von ihnen den Einzug in die Knesset nicht schaffen werden. Denn erst kürzlich ist die Zwei-Prozent-Hürde in Israel auf 3,25 angehoben worden. Damit wird es für mindestens ein Dutzend der Parteien schwierig, die nötigen vier Sitze für den Einzug in das 100-köpfige Gremium zu erhalten. Dazu gehören unter anderem die Partei »Grünes Blatt«, die sich für die Legalisierung von Haschisch einsetzt, oder die der ultraorthodoxen Frauen mit Namen »B’zutan«.

Schriftsteller
Der bekannte Schriftsteller Amos Oz macht vor den Wahlen Stimmung: Er kritisiert Regierungschef Benjamin Netanjahu scharf für seine Politik der Isolierung Israels. »Die Netanjahu Regierung hat gemeinsam mit dem Jüdischen Haus den Staat Israel in einen Krieg gegen die ganze Welt geführt.« Doch Oz hat auch harte Worte für die Linke parat, zu der er sich selbst zählt. Er bezeichnet ihre Einstellung als »arrogant«, denn viele meinten, das Ende der Friedensgespräche liege ausschließlich an Israel. »Es gibt ein wunderbares arabisches Sprichwort«, so der Autor: »Man braucht zwei Hände, um zu klatschen«.

Absage
Der einstige Likud-Mann Mosche Kahlon hat die Einladung abgelehnt, in seine alte Parteiheimat zurückzukehren. Kahlon hofft, mit seiner eigenen Zentrumspartei Kulanu (Wir alle) mehr als zehn Sitze zu bekommen. Hätte er das Angebot angenommen und einen Block mit dem Likud gegründet, die Wahl wäre schon heute entschieden, meinen Experten. Doch Kahlon sagte nur: »Meine Position ist bekannt, ich gehe keine Zick-Zack-Routen«.

Meinung

So macht man Stimmung

Die deutsche Berichterstattung über den Krieg zwischen Israel und der Terrormiliz Hisbollah ist unterkomplex und einseitig. Über die wahren Interessen der Libanesen wird dabei hinweggegangen

von Ahmad Mansour  10.06.2026

Umfrage

Vertrauen in Trumps Unterstützung für Israels Sicherheit nimmt deutlich ab

Der Grund für den Vertrauensverlust könnte in den laufenden Gesprächen zwischen Washington und Teheran liegen, von denen sich Israelis nicht viel erhoffen

 10.06.2026

Nahost

Nach Abschuss eines US-Hubschraubers: Washington greift Iran an

Die Hintergründe

 10.06.2026

Diplomatie

Frankreich verbietet Bezalel Smotrich die Einreise

Wegen der Siedlungspolitik im Westjordanland verhängt Frankreich Sanktionen gegen extremistische Siedler – und untersagt Israels Finanzminister Smotrich die Einreise

 09.06.2026

Krieg

Hisbollah-Terrorist dringt nach Israel ein

Ein bewaffneter Hisbollah-Kämpfer dringt nach Israel ein und eröffnet das Feuer. Die Armee reagiert sofort – das Gebiet bleibt weiter unter Beobachtung

 09.06.2026

USAID

US-Behörde erhebt Terrorvorwürfe gegen UNRWA-Mitarbeiter

Erneut werden Vorwürfe gegen 101 weitere Mitarbeiter des UN-Hilfswerks für die Palästinenser in Gaza erhoben. Sie sollen militante Hamas-Mitglieder sein, sagt USAID. UNRWA hatte entsprechende Vorwürfe in der Vergangenheit dementiert

von Andrea Krogmann  09.06.2026

Interview

»Selbst ernannte progressive Linke haben offenbar das völkische Denken gelernt. Das ist alles so absurd«

Der Kabarettist Dieter Nuhr über den Erhalt des Leo-Baeck-Preises, Solidarität mit Israel und Kritik an seiner Person

von Detlef David Kauschke  09.06.2026

New York/The Hague

Israel fordert Aufhebung von Haftbefehl gegen Netanjahu

Die Suspendierung des ICC-Chefanklägers Karim Khans beweise, »dass diese Institution bis ins Mark verdorben ist«, schreibt der israelische UN-Botschafter Danny Danon

 09.06.2026

Israel

Regierung lockt Lehrer mit hohen Prämien in Grenzregion zum Gazastreifen

Bildungsminister Joav Kisch: »Ein neues Klassenzimmer kann innerhalb weniger Monate gebaut werden. Der Aufbau einer Bildungsgemeinschaft dauert Jahre.«

 09.06.2026