Nachrichten

Verschmutzung, Beben, Zeugen

Vom Baden im Kischon-Fluss wird abgeraten. Foto: Flash 90

Verschmutzung
Das Gesundheitsministerium hat in der vergangenen Woche gewarnt, dass das Schwimmen in elf Flüssen gesundheitsschädlich sein kann. In den Gewässern wurden hohe Bakterienwerte festgestellt. Darunter sind der Snir, ein Zufluss zum Jordan, der Fluss Kischon in den Bergen von Gilboa und die Menushim-Becken in den Golanhöhen. Das höchste Maß an Verschmutzung wurde im Nahal Zalmon in Galiläa gefunden. Das Ministerium erklärte, es gebe bislang keine bekannte Ursache für die Verseuchung. In zwei Wochen soll erneut getestet werden.

Beben
Das berühmte Erdbeben, das bereits im biblischen Buch Amos erwähnt wurde, hat offenbar sogar in Jerusalem stattgefunden. Jetzt entdeckten Archäologen in Israel zum ersten Mal zerstörte Überreste in der Hauptstadt des antiken Juda. Zuvor war nicht klar gewesen, ob das Beben auch dort Folgen hatte. Die Ergebnisse der Ausgrabungen werden der Öffentlichkeit im nächsten Monat präsentiert. Sie zeigen verschiedene Spuren der Zerstörung, darunter zerbrochene Behälter, Lampen und Kochutensilien, die zerschlagen wurden, als Wände in sich zusammenfielen. Die Leiter der Ausgrabungen, Joe Uziel und Ortal Chalaf von der Antikenbehörde, zeigten sich überrascht, »weil wir wissen, dass Jerusalem bis zur babylonischen Zerstörung weiter existiert hat – und das war 200 Jahre später«. Das Erdbeben, das sich Mitte des achten Jahrhunderts vor der Zeitrechnung ereignete, war eines der stärksten der Antike.

Zeugen
Die staatliche Kommission, die die Ursachen des Unglücks in Meron untersucht, hat offiziell ihre ersten Zeugen geladen. Dazu gehören Schmuel Rabinovich, Rabbiner der Kotel und der heiligen Stätten Israels, der Chef des nördlichen Bereichs der Polizei, Shimon Lavie, und Eli Friend, Leiter der Grabstätte von Rabbi Schimon Bar Jochai. Die dreiköpfige Kommission war im späten Juni eingerichtet worden, nachdem die neue Regierung in Jerusalem vereidigt worden war. Im Dorf Meron in Galiläa waren im April beim Lag-BaOmer-Fest in einer Massenpanik 45 Menschen zu Tode getrampelt worden. Der Kommission steht ein Budget von etwa 1,5 Millionen Euro zur Verfügung.

Route
Eine Expedition unter der Führung von israelischen Wissenschaftlern hat am Dienstag die Stadt Eilat in Richtung Sudan verlassen. Dort wollen die Israelis mit sudanesischen Kollegen zusammenarbeiten, um das Überleben der Korallen im Roten Meer zu sichern. Möglich wurde diese außergewöhnliche Kooperation durch die Übereinkunft zur Normalisierung der Beziehungen zwischen den beiden Staaten. Der Meeresbiologe Maoz Fine vom Interuniversitären Institut für Marinewissenschaften in Eilat leitet die besondere Delegation für den Naturschutz.

Stadt
Die Stadt Aschkelon im Süden des Landes ist im Kommen. Zwischen Februar und April dieses Jahres wurden nahezu 1000 Immobilien verkauft. Im vergangenen Jahrzehnt ist die Bevölkerung in der Küstenstadt um mehr als 25 Prozent angewachsen. Und das, obwohl Aschkelon auch Sorgen kennt. Regelmäßig landen hier Raketen aus dem Gazastreifen. Denn die Großstadt liegt nur rund zehn Kilometer nördlich der Palästinenserenklave. Doch der Slogan »Ashkelon is twice as nice but half the price« scheint offenbar zu wirken.

Verhandlung
Das Gericht in Nazareth verkündete eine dramatische Entscheidung. Roman Zadorov, der 2006 wegen Mordes an der 13-jährigen Tair Rada verurteilt worden war, ist in den Hausarrest entlassen worden. Zadorov wird ein neues Verfahren gewährt. Die Regierung erklärte, sie werde Einspruch einlegen. Mehr als zehn Jahre lang betonte Zadorov immer wieder seine Unschuld. Bei der polizeilichen Untersuchung des Mordes waren schwerwiegende Fehler eingeräumt worden. Das Oberste Gericht hatte schließlich einem neuen Verfahren zugestimmt, nachdem neue Beweise aufgetaucht waren.

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