Nahost

USA: Botschaft bleibt in Jerusalem

Das bisherige Gebäude der US-Botschaft in Jerusalem ist bereits zu klein und soll bald erweitert werden. Foto: imago/ITAR-TASS

Amerikas Botschaft in Israel soll auch weiterhin in Jerusalem bleiben. Das hat der Senat in Washington am Donnerstagabend mit großer Mehrheit bekräftigt. 97 der 100 Senatoren stimmten für einen Antrag, in dem der 2018 vollzogene Umzug der diplomatischen Vertretung Amerikas von Tel Aviv in die israelische Hauptstadt bekräftigt wurde.

GESETZ Nur drei Mitglieder der Kammer verweigerten ihre Zustimmung, darunter die beiden ehemaligen demokratischen Präsidentschaftsbewerber Bernie Sanders und Elizabeth Warren.

Der republikanische Senator Jim Inhofe, der gemeinsam mit einem Kollegen den Antrag in den Senat eingebracht hatte, erklärte: »Jerusalem ist die Hauptstadt Israels, und wir sollten unsere Botschaft in Jerusalem haben.« Er bezog sich auf vergangene Senatsabstimmungen, die ähnlich deutlich ausgefallen waren. »Im Jahr 1995 wurde derselbe Antrag mit 93 zu 5 angenommen, 2017 mit 90 zu 0.«

Externer Inhalt

An dieser Stelle finden Sie einen externen Inhalt, der den Artikel anreichert. Wir benötigen Ihre Zustimmung, bevor Sie Inhalte von Sozialen Netzwerken ansehen und mit diesen interagieren können.

Mit dem Betätigen der Schaltfläche erklären Sie sich damit einverstanden, dass Ihnen Inhalte aus Sozialen Netzwerken angezeigt werden. Damit können personenbezogene Daten an Drittanbieter übermittelt werden. Dazu ist ggf. die Speicherung von Cookies auf Ihrem Gerät nötig. Mehr Informationen finden Sie hier.

Der US-Kongress hatte bereits 1995 mit großer Mehrheit ein Gesetz beschlossen, nach dem Jerusalem als israelische Hauptstadt anerkannt und die US-Botschaft dorthin verlegt werden solle. Allerdings wurde dem Weißen Haus die vorläufige Aussetzung des Gesetzes gestattet, was alle Präsidenten von Bill Clinton bis Barack Obama in Anspruch nahmen.

NEUBAU Erst mit der Entscheidung Donald Trumps 2017, Jerusalem als Hauptstadt anzuerkennen, konnte das Vorhaben verwirklicht werden. Im Mai 2018 nahm die Botschaft offiziell ihre Arbeit in Jerusalem auf.

Allerdings verrichten nach wie vor viele US-Diplomaten ihren Dienst von Tel Aviv aus – das Gebäude in Jerusalem, in dem die Botschaft seit 2018 untergebracht ist, ist zu klein, um alle aufzunehmen. Mitte Januar gab die stellvertretende Bürgermeisterin der Hauptstadt, Fleur Hassan-Nahoum, bekannt, dass die Stadtverwaltung Jerusalems den Amerikanern die Genehmigung sowohl für einen Anbau am bestehenden Standort als auch für den späteren Neubau eines wesentlich größeren Botschaftsgebäudes erteilt habe.

In der Gegend könnten künftig auch die Vertretungen jener Staaten ansässig werden, die bislang ihre Botschaften in Tel Aviv haben, aber bereits über einen Umzug nach Jerusalem nachdenken, hofft Hassan-Nahoum. mth

TV-Tipp

Der Elvis der Violine

Ivri Gitlis ist ein Phantom. Er bespielte mit seiner Geige die großen Bühnen und musizierte mit den Stars der Musikbranche. Seinen Namen kennen heute aber nur die wenigsten. Eine Arte-Doku begibt sich auf Spurensuche

von Manfred Riepe  18.04.2026

Kommentar

Hätte er doch einfach geschwiegen

Michael Schulte ist der erfolgreichste deutsche Teilnehmer des ESC der letzten Jahre. Und Schulte ist ein geschichtsbewusster Künstler. Umso befremdlicher sind seine Einlassungen zu Israel

von Daniel Killy  18.04.2026

Israel

Zeit, Zionist zu sein!

Wir Juden sollten uns nicht verstecken. Wir sollten offen, laut und stolz sein - auch und insbesondere auf den jüdischen Staat

von Daniel Neumann  17.04.2026

Medien

Ex-»Welt«-Chefredakteur Burgard bei Springer künftig für Nahost zuständig

Burgard folgt auf Constantin Schreiber, der ab dem 1. Mai von Deutschland aus arbeitet

 17.04.2026

Herzliya

Studie: Mit diesen Methoden mehr Erfolg auf Dating-Apps

Eine wichtige Erkenntnis der Untersuchung: Es kommt weniger darauf an, was man über sich preisgibt, als wie man es tut

 17.04.2026

Umfrage

Waffenruhen mit Iran und Hisbollah: Israelis pessimistisch

Weniger als 40 Prozent sagen, sie hätten die erfolgten Militäreinsätze unterstützt, wenn ihnen die Entwicklungen im Voraus bekannt gewesen wären

 17.04.2026

Studie aus Israel

KI treibt Arbeitslosigkeit bei Programmierern und Verkäufern nach oben

Bei Programmierern gehen zwischen 12 und 20 Prozent des jüngsten Anstiegs der Erwerbslosigkeit auf den Einsatz künstlicher Intelligenz zurück

 17.04.2026

Bildung im Krieg

Israel lockert Abiturprüfungen wegen Kriegslage – Sonderregeln für den Norden

Die Maßnahmen schließen eine »flexiblere Berechnung« von schulischen Leistungen mit ein

 17.04.2026

Nahost

Details zur Waffenruhe zwischen Israel und Libanon veröffentlicht

Ein Sechs-Punkte-Plan soll zunächst zehn Tage lang für Ruhe sorgen. Die Einzelheiten

von Imanuel Marcus  17.04.2026